Verhaltener Start

Gastronomie in Bassum seit knapp einer Woche geöffnet: Gäste halten sich noch zurück

Wenn schon einen Mundschutz tragen, dann mit Italien-Flagge: Kristian Citozi vom Restaurant L’Osteria. Foto: lat

Für viele Gastronomen muss es wie eine Erlösung gewesen sein, als die Politik verkündete, dass ab Montag die Restaurants wieder öffnen dürfen – unter strengen Auflagen, versteht sich. Wie haben Bassumer Betriebe diese erste Woche erlebt?

Bassum - „Die Leute sind noch recht verhalten“, sagt Yousef Yousef vom griechischen Restaurant Rhodos. Die Situation sei nach wie vor kompliziert. Sein Team habe die Tische auseinandergerückt, hält Desinfektionsmittel bereit, trägt Handschuhe und Mundschutz – aber Yousef hat den Eindruck, das die Leute trotzdem verwirrt und verunsichert sind. „Ich denke, es wird noch etwas dauern, bis sie sich daran gewöhnt haben und wie früher ins Restaurant kommen.“ Der Außer-Haus-Verkauf laufe hingegen ein wenig besser. Das sei auch wichtig, schließlich müsse das Restaurant seine Kosten decken.

Zu demselben Fazit kommt Chun Tong Wang vom chinesischen Restaurant Pazific. „Noch läuft es nicht einwandfrei. Aber die Gäste, die kommen, freuen sich, dass wir wieder auf haben. Ich denke, wir müssen jetzt erst mal abwarten, wie sich alles weiterentwickelt. Der Außer-Haus-Verkauf läuft hingegen besser als sonst.“

Über positive Rückmeldung seiner Gäste freut sich auch Kristian Citozi vom L’Osteria. „Sobald wir wieder geöffnet hatten, kamen ein paar Gäste und sagten uns, dass sie uns vermisst hätten und froh seien, unsere Stimmen wieder zu hören. Das sind vor allem Stammkunden, die uns treu geblieben sind.“

Zurzeit kann der Familienbetrieb nur 50 Prozent seiner Tische anbieten, doch die seien eigentlich immer gut besetzt. „Große Gruppen kommen nicht, aber eben Paare“, erklärt Citozi. Mehr Gäste könnten es natürlich immer sein. „Wir müssen schauen, wie es weitergeht.“

Auch einige Stammgäste von Jan Lüdeke im Gasthaus zum Hombachtal haben ihm schon gezeigt, dass sie hinter ihm stehen. „Sie haben sich gefreut, dass wir wieder aufhaben, und auch den Außer-Haus-Verkauf gut angenommen. Wir haben schon das Gefühl, dass die Leute uns helfen wollen, und auch bereits einige Reservierungen für die kommenden Tage. Doch es ist auch nicht so, dass die Leute einen umlaufen.“

Lüdeke hat wenig Hoffnung, dass sich diese Situation großartig ändern wird. „Es gibt Leute, die haben sogar Angst davor, zum Arzt zu gehen. Dann werden sie auch kein Restaurant besuchen.“ Dennoch hofft der Gastwirt gewissermaßen auf ein Wunder: „Es muss sich bessern. Diese Situation ist sehr heftig, wir verzweifeln fast.“

Verzweifelt ist auch Zekiye Köseoglu vom Habri Restaurant. „Vor der Krise lief es bei uns richtig gut, aber nun haben wir so gut wie keine Gäste. Es läuft also sehr schlecht. Auch der Außer-Haus-Verkauf läuft nicht richtig an. Das macht uns schon fertig.“

Dabei haben auch Zekiye Köseoglu und ihre Schwester Serap Bastürk alle Maßnahmen getroffen, um Gäste empfangen zu dürfen – „aber es bewegt sich nichts. Nächste Woche muss sich da aber etwas ändern, damit wir die Fixkosten wieder reinkriegen.“

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