Nach Eigentümerwechsel

Campingplatz Ringmar offenbart „viele versteckte Mängel“

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Am 1. April beginnt die erste offizielle Campingsaison bei Familie Melzel auf dem Platz in Groß Ringmar.

Groß Ringmar - Von Marc Lentvogt. „Ich habe jetzt mehr Lust als am Anfang.“ Jakob Melzel trägt ein breites Lächeln im Gesicht. Das verlangt viel Respekt ab, denn seit seine Familie vor einem Jahr den Campingplatz in Groß Ringmar übernommen hat, mussten sie zahlreiche Rückschläge hinnehmen. Nun aber naht die offizielle Eröffnung und diese will Melzel sich nicht verderben lassen.

Schon aus der Entfernung wird deutlich, dass das vergangene Jahr seine Spuren auf dem Campingplatz hinterlassen hat. Äste liegen am Straßenrand, warten auf ihre Abholung. Ein großer Baum ist unterhalb der Krone umgeknickt, ein anderer wurde entwurzelt, engt nun die Straße ein. Die Sturmtiefs Xavier und Herwart haben auch in Groß Ringmar gewütet. „Viele Bäume sind auf den Kinderspielplatz gefallen, die Spielgeräte haben gelitten“, erklärt Jakob Melzel. Auch Gebäudeschäden musste die Familie verzeichnen. Das aber sei definitiv nicht ihr größtes Problem gewesen.

„Müll, Müll und noch mehr Müll“

„Die Leitungen – Strom und Abwasser – waren nicht fachgerecht verlegt.“ Damit die nächsten Camper in Groß Ringmar ein komfortables Erlebnis vorfinden, wollte Jakob Melzel damit beginnen, alle Leitungen auszutauschen – einfacher gesagt als getan. Ein halbes Jahr lang hat die Familie versucht bei Ämtern und im Gespräch mit dem Platzgründer zu erfahren, wo die Leitungen entlanglaufen. Karten aber gibt es nicht und der Platzgründer hat mit dem Thema abgeschlossen. „Verkauft, vergessen.“ Jakob Melzel zuckt mit den Schultern. „Nach einem halben Jahr war klar: Wir müssen den Spaten in die Hand nehmen und suchen.“

Und dann wäre da noch „Müll, Müll und noch mehr Müll“. Aktuell sind noch sechs Plätze vollkommen verdreckt. Die Camper, die das Chaos hinterließen, wurden kontaktiert, reagieren aber nicht. Um einen Platz aufzuräumen, benötigt Melzel drei bis sieben Tage. „Auf den Kosten bleiben wir sitzen“, erklärt er.

Eröffnung der ersten Straße im April

Dennoch: Die ersten Erfolge stellen sich ein. Am 1. April wird die erste Straße mit mehr als 40 Plätzen eröffnet. Alle festen Häuser sind verpachtet, im Haus der Gaststätte sind drei Wohnungen fest vermietet. Melzel hatte mit mehr Interesse von Altcampern gerechnet, an Anfragen mangele es aber dennoch nicht. Durch Mundpropaganda habe sich herumgesprochen, dass „Platz und Lage hier unbeschreiblich sind“.

Eine Konkurrenz mit anderen Betreibern in der Region gebe es nicht – ganz im Gegenteil: Familie Melzel hat die Plätze persönlich besucht und unterschiedliche Aspekte der dortigen Anlagen und Platzordnungen für sich übernommen. „Alle waren uns gegenüber sehr freundlich. Wir haben mehr Informationen bekommen, als wir erwartet haben.“ Die Familie dankte es und empfahl „unsere guten Kollegen“ im vergangenen Jahr an Durchreisende weiter. Für eine Nacht sei es möglich gewesen, eine schöne Zeit in Groß Ringmar zu verbringen, die maroden Leitungen ließen es aber nicht zu, dass Melzel 2017 ausreichend Komfort für einen längeren Aufenthalt bieten konnte. Auch das ändert sich im kommenden Sommer.

Die Möglichkeit vorbeizuschauen, nutzten zuletzt bereits die Nachbarn. Sie erfreuten sich am Badesee. „Wir werden das so weiterführen, dass jeder willkommen ist. Wenn es im Sommer heiß ist, muss man doch einen Platz haben, um sich abzukühlen. Die Dorfgemeinschaft ist sehr gut.“

Aufgrund der Vorjahresturbulenzen mag es auf den ersten Blick nicht so aussehen, aber Jakob Melzel ist mit seiner Familie in Groß Ringmar angekommen. Fazit: Als viele nur an sich dachten, wurde der Campingplatz verunstaltet, jetzt ist er auf dem besten Weg, ein Ort des Miteinanders zu werden.

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