Wandergebiet bleibt drei Jahre geschlossen

Utkiek-Fahne eingeholt

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Auf diesem Gipfel ist Ruh: Symbolisch holte die AWG Am Freitag die Fahne ein, denn der Bereich muss verkapselt werden.

Bassum - Von Anke Seidel. Es war ein symbolischer Akt, als Achim Behrend am Freitag die Fahne auf dem Gipfel des Bassumer Utkieks einholte. Denn das beliebte Naherholungsgebiet bleibt für drei Jahre geschlossen, weil die AWG (Abfall-Wirtschafts-Gesellschaft) die Altdeponie endgültig versiegeln lassen muss. Ein Mammut-Projekt, das mit Kosten in Höhe von rund neun Millionen Euro verbunden ist. „Wir müssen 150 000 Kubikmeter Boden bewegen“, nannte AWG-Geschäftsführer Andreas Nieweler eine Zahl.

Staunende Zuhörer auf dem Gipfel in Höhe von 88,5 Metern über dem Meeresspiegel: Gästeführer aus den Städten Bassum und Twistringen. Sie – und alle Interessierten – haben heute und morgen noch die Möglichkeit, einen Spaziergang durch die idyllische Landschaft bis zum Utkiek-Gipfel zu unternehmen. Danach gehört die rund 15 Hektar große Altdeponie allein den Fach- und Bauarbeitern.

Andreas Nieweler erläuterte seinen Zuhörern die Historie der Abfallwirtschaft auf der Altdeponie, die aus insgesamt vier Schütt-Abschnitten besteht. In den Jahren 1978 bis 1990, also zwölf Jahre lang, war dort der Müll aus dem Landkreis Diepholz abgelagert worden: 2,5 Millionen Kubikmeter bunt durcheinandergewirbelte Abfälle – von der Milchtüte über die Shampooflasche bis hin zum Grünschnitt. Mülltrennung gab es damals noch nicht.

Zeit für „Vollverkapselung“ gekommen

Die verfüllten vier Abschnitte dichtete die AWG damals mit einer 1,20 Meter dicken Erdschicht ab – und stellte Gasbrunnen auf. Denn während des Verwesungsprozesses gärten die Abfälle, die sich immerhin auf einer Höhe von 45 Metern über dem Bodenniveau türmten. Über eine spezielle Drainage führte die AWG genau dieses Gas in ihr Blockkraftheizwerk, um daraus Strom und Wärme zu erzeugen. Als die Gasquelle versiegte war klar: Jetzt ist die Zeit für die sogenannte „Vollverkapselung“ gekommen, die gesetzlich vorgeschrieben ist.

Die finale Abdeckungsschicht besteht aus Bentonit-Matten, auf die eine 70 Zentimeter starke Mischboden-Schicht aufgebracht wird. Darauf kommt noch einmal eine 30 Zentimeter starke Decke aus Mutterboden. „Wir dürfen dort nichts anpflanzen, was tief wurzelt“, erläuterte Nieweler. Deshalb wird dort vor allem Grünfläche entstehen. „Ich kann mir sogar vorstellen, dass Schafe darauf weiden“, blickte der AWG-Geschäftsführer auf die Zeit nach dem Abschluss des Projektes. Dann soll der Utkiek den Bürgern auf jeden Fall wieder als Naherholungsbereich zur Verfügung stehen – nicht aber für Motocross-Veranstaltungen oder für das Drachenfliegen. Das steht schon heute fest.

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