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Unverpackt und Infostand: Neue Beschicker auf dem Bassumer Wochenmarkt

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Von: Fabian Pieper

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Ein breites und vielfältiges Sortiment an unverpackten Waren kann Christiane Eder ihren Kunden direkt abfüllen.
Ein breites und vielfältiges Sortiment an unverpackten Waren kann Christiane Eder ihren Kunden direkt abfüllen. © Jantje Ehlers

Ein neuer Unverpackt-Verkaufswagen steht jeden zweiten Freitag auf dem Wochenmarkt in Bassum. Kunden können sich dort ihre Waren direkt in mitgebrachte Gefäße abfüllen lassen und produzieren damit keinen zusätzlichen Plastikmüll. Zudem präsentiert Kundenberater Steffen Trapp auf dem Markt Elektrogeräte und möchte mit den Besuchern ins Gespräch kommen.

Bassum – Mit einer Handbewegung öffnet Christine Eder die Schleusen des zylindrigen Gefäßes. Augenblicklich purzeln die darin enthaltenen Nudeln in den leeren Jutebeutel, den sie darunter hält. Das Gleiche macht sie anschließend noch mit Kidneybohnen und Sonnenblumenkernen. Dann reicht sie die befüllten Beutel und Gefäße Kundin Christiane Buhrdorf über den Tresen ihres Verkaufswagens.

Der Wagen steht an diesem Morgen auf dem Wochenmarktgelände in Bassum. Dort soll er in Zukunft häufiger stehen, wie Karsten Bödeker, Erster Stadtrat von Bassum, erklärt „Er rundet das Marktangebot ab.“ Denn das Konzept ist neu in der Stadt: Christine Eder bietet regional erzeugte und vor allem unverpackte Waren an.

Breites Warenangebot

Der Verkaufswagen gehört zum Diepholzer Unverpackt-Laden Propure von Inhaberin Heidrun Plümer. Er ist seit Kurzem und jeden zweiten Freitag im Monat auf dem Bassumer Wochenmarkt zu finden. Kunden sollten vor dem Einkauf dort Einmachgläser, Tupperdosen und Jutebeutel bereithalten, denn die Waren ohne umweltschädliche und unnötige Verpackung werden direkt für den Kunden abgefüllt.

„Wir haben alles, was im natürlichen Haushalt so anfällt“, sagt Christine Eder und fängt an aufzuzählen: „Nudeln und Reis, Essig und Öl, Müsli und Kaffee, Cremes, Seifen, ...“ Das Sortiment sei durch die Beengtheit des Verkaufswagens zwar deutlich begrenzter als im Diepholzer Stammladen, „aber es können auch extra Bestellungen aufgegeben werden“, sagt Eder. Die entsprechenden Produkte seien dann beim nächsten Mal im Sortiment.

Tante-Emma-Feeling

„Da kommt ein bisschen Tante-Emma-Laden-Feeling auf“, sagt Hans-Jürgen Donner vom Ordnungsamt der Stadt Bassum. Als stellvertretender Marktleiter weiß er um weitere Vorteile, die der neue Marktstand mit sich bringt: „Es ist schön für kleinere Haushalte, weil man in kleinen Mengen kaufen kann.“

Zurück zur Christiane Buhrdorf, die mit ihrer Tochter Fenja ihre Einkäufe verstaut. Sie adelt das Angebot – indem sie Kritik übt: „Es ist schade, dass der Markt nur Freitagvormittag ist“, sagt sie. Sie würde sich ein dauerhaftes Unverpackt-Angebot wünschen, denn sie weiß: „Die Plastikmengen, die man produziert, das ist Wahnsinn!“

Auch Silke Tiedemann aus Bassum kauft bei Christine Eder ein. „Zum ersten Mal“, wie sie lächelnd sagt. Gut vorbereitet ist sie trotzdem: Aus einem Jutebeutel holt sie viele kleine Glas-Gefäße raus. Vor allem auf die Trockenfrüchte hat sie ein Auge geworden, sagt sie. Und wie Christiane Buhrdorf wünscht auch sie sich einen festen Unverpackt-Laden in Bassum.

Vor allem jüngere Kunden

Und wäre Silke Tiedemann nicht gut vorbereitet, hätte sich auch dafür eine Lösung finden lassen, denn im Verkaufswagen gibt es auch die Möglichkeit, sich über ein Pfand-System Abfüll-Gefäße auszuleihen.

Die Kundschaft setzt sich laut Christine Eder vor allem aus jüngeren Menschen zusammen. „Aber die älteren Besucher sind auch interessiert“, hat sie festgestellt. Da verwundert es wenig, als sie verrät, was sich am besten verkauft: „Unsere Renner sind die süßen Sachen!“

Steffen Trapp präsentiert Kobold-Produkte

Eders Gesicht ist nicht das einzige neue unter den Beschickern auf dem Bassumer Wochenmarkt. Zwischen den Ständen mit Obst, Gemüse, Käse und Wurst steht seit einigen Wochen auch Steffen Trapp. Er ist Kundenberater der Firma Vorwerk und berät unter anderem zu Haushaltsgeräten der Marke Kobold. „Ich möchte mich vernetzen“, sagt er, „und für solche Geschichten ist der Markt die erste Adresse.“

Nutzt den Wochenmarkt als Anlaufstelle, um sich zu vernetzen: Kundenberater Steffen Trapp.
Nutzt den Wochenmarkt als Anlaufstelle, um sich zu vernetzen: Kundenberater Steffen Trapp. © Jantje Ehlers

Auf dem Markt könne Trapp um Vertrauen werben. „Früher haben Vertreter den Leuten Dreck in den Flur geworfen, um ihre Produkte präsentieren zu können“, sagt er und schüttelt den Kopf. Trapp gehe es vor allem um „Präsentation, Information und ein bisschen Werbung machen“.

Das sei noch nicht lange auf dem Wochenmarkt möglich, erklärt Hans-Jürgen Donner: „Früher haben wir das verneint. Aber jetzt haben wir uns gedacht, wie lassen auch mal Infostände zu. So etwas kann einen Wochenmarkt auch beleben.“

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