Einzelhandel in Bassum und Twistringen kämpft sich nach der Krise zurück

Unterstützung für die Unterstützer

In manchen Branchen haben die Kunden noch nicht zum normalen Kaufverhalten zurückgefunden.
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In manchen Branchen haben die Kunden noch nicht zum normalen Kaufverhalten zurückgefunden.

Bassum/Twistringen – Er bietet Ausbildungs- und Arbeitsplätze und belebt die Innenstadt, unter anderem durch Aktionen. Er zahlt Gewerbesteuer, mit der die Gemeinde unter anderem Bauvorhaben umsetzt, und unterstützt Vereine. Nun braucht er Unterstützung: der Einzelhandel. Zwar habe sich die Lage durch die Lockerungen in der Corona-Krise wieder etwas entspannt, aber „es ist noch lange nicht wie vorher“, sagt Maik Bandorski, Vorsitzender der Wirtschafts- und Interessengemeinschaft in der Region Bassum (Wir).

Hart seien dann solche Aussagen wie: „Warum soll ich hier kaufen? Das krieg’ ich doch auch im Internet.“ Darum appellieren Bandorski und auch Bürgermeister Christian Porsch an die Bürger, erst mal zu prüfen, ob das gewünschte Produkt auch vor Ort zu haben ist. „So bleiben Geschäfte bestehen und alle haben etwas davon. Also eine Win-win-Situation“, meint Bandorski. Zudem bietet der Kauf außerhalb des Netzes etwas, das der Internet-Kauf nicht geben kann: eine kompetente Beratung.

Die würde auch Günter Hoopmann vom Herrenmodengeschäft Lammers gerne wieder mehr Kunden zuteilwerden lassen. Aber die kommen noch immer nicht so zahlreich wie vor Corona. „Hochzeitsanzüge werden kaum gekauft, ebenso wie Anzüge für Banker“, sagt Hoopmann. „Nach wie vor haben wir Kurzarbeit und ich denke auch nicht, dass wir dieses Jahr noch da raus kommen. Es tut sich nicht viel.“

Viele Einzelhändler hätten in der Krise große Kreativität gezeigt und die sozialen Medien genutzt, um weiterhin Kontakt zum Kunden zu halten, berichtet Bandorski. Beispielsweise wurden per Whatsapp Bilder von Waren geschossen oder Anproben per Video auf Facebook hochgeladen. Und auch in Zukunft würden sicherlich viele ihr Online-Angebot erhalten und sogar ausbauen.

Eine gute Nachricht für den Einzelhandel kam nun auch von der Landesregierung, die bis zum Jahresende vier verkaufsoffene Sonntage erlaubt. Einen davon möchte die Wir in Bassum am 4. Oktober veranstalten. Am liebsten mit einem ansprechenden Rahmenprogramm, das aus dem verkaufsoffenen Sonntag einen „Herbtstraum“ macht. „Einfach einen schönen Tag, wo Menschen durch die Stadt bummeln und schnacken können“, stellt Bandorski sich vor. Das Problem: Die Wir weiß im Vorfeld nicht, wie viele Leute kommen werden und müsste sich über ein entsprechendes Abstands- und Hygienekonzept Gedanken machen. Darum will Bandorski auch noch keine Details zum Programm verraten. Nur soviel: Eine Idee, wie man den Besuchern einen schönen Tag bereiten kann, gibt es schon.

In Twistringen vermelden zumindest zwei Geschäfte eine positive Entwicklung. „Da die Leute mehr zu Hause sind, wollen sie es sich dort schön machen und kaufen Produkte“, erzählt Bianca Nückel von Nückel Heimtextilien. Zwar habe auch sie vier Wochen den Laden schließen müssen, was natürlich nicht schön gewesen sei, aber „für uns hat es sich jetzt wieder eingespielt“. Nückel vermutet, dass die Entwicklung aber auch sehr branchenabhängig ist.

Michael Geisler von M.G Fashion ist ebenfalls zufrieden. „Unser Verkauf ist wieder sehr gut angelaufen. Die T-Shirt-Aktion ,Stay at home’ (ab 50 Euro bekam jeder ein T-Shirt mit der Aufschrift kostenlos dazu. Wer das Shirt beim Einkauf vorlegt, bekommt 20 Prozent Rabatt) hat uns gut durch die Krise gebracht.“ Zwar sei man noch nicht bei dem Umsatz von den Jahren davor, „den werden wir auch nicht schaffen, da alle Feiern und Feste ausfallen – aber wir haben das Beste daraus gemacht.“

Geisler sieht in der Krise auch eine Chance für die kleinen Läden vor Ort. „Dort fühlen die Kunden sich sicherer als in den großen Häusern wie beispielsweise in Bremen.“ Die Idee der Bassumer, einen verkaufsoffenen Sonntag mit Rahmenprogramm zu machen, findet Geisler gut. So eine Aktion würde er auch in Twistringen begrüßen.

Von Julia Kreykenbohm

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