Bürger wollen „ihren“ Geistlichen zurück

700 Unterschriften für Pastor Beckert

Pastor Beckert

Nordwohlde - Es ist ein eindrucksvoller Vertrauensbeweis – und eine große Anerkennung für seine Arbeit: 700 Bürger aus Nordwohlde, Bassum und Bramstedt bekunden mit ihrer Unterschrift, dass sie „ihren“ Pastor Gerd Florian Beckert behalten wollen. Diese Zahl nannte gestern Günter Merk als Sprecher des Kirchenchores. Der Chor hatte eine Unterschriftenaktion für den Pastor gestartet, nachdem der wegen Vorwürfen, die für viele Menschen nicht nachvollziehbar waren, überraschend beurlaubt worden war (wir berichteten).

„Wir sind von Haus zu Haus gegangen“, so Günter Merk über die Unterschriftenaktion. Er freute sich besonders darüber, dass nach Bekanntwerden der Aktion immer wieder Bürger Listen angefordert hatten, um dem Pastor mit weiteren Signaturen ebenso den Rücken zu stärken. So seien in nur fünf Tagen die 700 Unterschriften zusammengekommen. „Manchmal“, sagt Merk, „braucht ein Pastor eben auch seine Gemeinde – und nicht immer nur umgekehrt“.

Unklar ist, wem die Organisatoren die Unterschriften übergeben werden. Der Kirchenchor hat sich zunächst in einem offenen Brief an den Superintendenten Dr. Jörn Michael Schröder als Vertreter der Landeskirche gewandt – und hofft auf Antwort.

Eine Kopie des Schreibens ist der Landessuperintendentin Birgit Klostermeier zugegangen.

Der Brief im Wortlaut: „Sehr geehrter Dr. Schröder, wie Sie sicherlich gehört haben, hat der Nordwohlder Kirchenchor eine Unterschriftenaktion gestartet, damit unser Pastor Gerd Florian Beckert weiterhin unsere Gemeinde betreuen darf. In kurzer Zeit bekamen wir 700 Unterschriften. In den Gesprächen, die wir dabei führten, wurde immer wieder Unverständnis beziehungsweise Verärgerung über das Vorgehen der Kirche in dieser Sache geäußert.

Wir sind der Meinung, dass durch die Veröffentlichung der Beurlaubung ohne Faktenlage der Entstehung von Gerüchten und Verdächtigungen Tür und Tor geöffnet wurde.

Als sich herausstellte, dass es weder strafrechtlich noch disziplinarisch relevante Verfehlungen gibt, gab es trotzdem nur Verlierer: Pastor Beckert, die Landeskirche und die anderen Beteiligten, denen durch Gerüchte vieles unterstellt wurde.

Wir bitten Sie und die Vertreter der Landeskirche noch einmal, die Sachlage zu überdenken, ob nicht ein Bleiben von Pastor Beckert möglich ist.

Die 700 Unterzeichner und, wir sind sicher, noch viele weitere aus unserer Gemeinde würden sich darüber freuen und es auch als Größe ansehen, einem jungen, engagierten Menschen eine Unbedachtheit zu verzeihen.“

sdl

Die Vorgeschichte:

Vorwürfe gegen 30-jährigen Geistlichen Nordwohlder Pastor beurlaubt

Lothar Dreyer übernimmt Vertretung

Nordwohlder sammeln Unterschriften: Beckert soll bleiben

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