Unser schönes Bassum: Neues Buch von Lothar Liesmann mit Federzeichnungen

Die Linie als Ausdrucksmittel

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Dieses Haus an der Lange Straße in Bassum steht nicht mehr. Es wurde 1954 abgerissen. Lothar Liesmann aber erinnert in seinem Buch an dieses historische Fachwerkhaus.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Zu schade für die Schublade. Das dachte sich Bassums Zeichner Lothar Liesmann bei der Durchsicht seiner gesammelten Werke. Zu seinem Fundus gehören nicht nur Plakate, Karikaturen und Aquarelle, sondern auch Hunderte Federzeichnungen. Eine Auswahl dieser Zeichnungen veröffentlicht Liesmann nun in einem Buch mit dem Titel „Unser schönes Bassum, wie wir es kennen und kannten“.

„Ich hoffe sehr, dass es mir gelingt, das Buch noch rechtzeitig vor Weihnachten herauszubringen. Zum Bassumer Advent werde ich es leider nicht mehr schaffen“, erklärt der Zeichner. Das Buch wird im Format 20 mal 20 Zentimeter in kleiner Auflage bei Book on Demand erscheinen und 19,50 Euro kosten.

Die Idee, seine Federzeichnungen zu veröffentlichen, trägt Liesmann bereits seit langer Zeit mit sich herum. „Da steckt sehr viel Arbeit und Liebe drin. Deshalb fand ich es immer schade, dass die Bilder in den vergangenen Jahren nur in meinen Schubladen lagen.“

In den 80er-Jahren hat Liesmann regelmäßig Kalender veröffentlicht. 2002 folgte das vorerst letzte Exemplar. Danach widmete sich der Zeichner verstärkt den Karikaturen. „Diese sind für mich ein idealer Ausgleich, um zu entspannen“, verrät er. „Karikaturen machen einfach nur Spaß, da zeichnet der Stift fast von selbst“, erzählt Liesmann. Sie verlangen bei Weitem nicht so viel Disziplin wie Federzeichnungen. Diese kennen keine Korrektur. Sei die Linie erst einmal gesetzt, könne sie nicht mehr rückgängig gemacht werden. Sie ist Ausdrucksmittel. Das macht die Zeichnungen so besonders. „Die Arbeit mit der Feder ist aufwendig und zeitintensiv“, erzählt Liesmann.

Zuerst überträgt er die groben Umrisse der Motive auf Papier – Strich für Strich entsteht so ein Raster. Dann malt Liesmann die Flächen aus. „Man muss behutsam vorgehen. Schnell kann das Bild zu dunkel werden.“ Als Vorlage dienen ihm in der Regel Fotos oder auch historische Postkarten.

96 Zeichnungen hat Lothar Liesmann für sein Buch ausgewählt. Abgebildet sind unter anderem Sehenswürdigkeiten wie Freudenburg, Kirche und Stift, aber auch alte Bauernhäuser und Gaststätten sowie Straßenzüge.

Einige dieser Ansichten gehören mittlerweile der Vergangenheit an. Häuser wurden abgerissen, Grundstücke neu bebaut. „Leider ging in den vergangenen Jahren auch historisch wertvolle Bausubstanz verloren“, bedauert Liesmann. So gewährt das Buch auch einen Blick in die Vergangenheit. Es dokumentiert ein Stück Bassumer Zeitgeschichte. Wer sich für die Zeichnungen interessiert, kann sich an Lothar Liesmann wenden.

lliesmann@t-online.de

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