Uni-Kapazitäten und Landarztquote

CDU-Staatssekretärin besucht Klinikum Bassum

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Im Kreise der Gastgeber: die Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz (4.v.r.) gestern in Bassum. 

Bassum - Von Detlef Voges. Besuch aus Berlin hatte gestern das Zentrum für seelische Gesundheit im Klinikum Bassum. Zu Gast war Annette Widmann-Mauz (CDU), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit und Bundesvorsitzende der Frauen Union. Gastgeber war der CDU-Kreisverband.

Die Staatssekretärin sprach mit Klinikvertretern der Alexianer sowie den heimischen CDU-Politikern Volker Meyer (Landtag), Axel Knoerig (Bundestag) und dem Landtagskandidaten Marcel Scharrelmann über die Lage der Kliniken im ländlichen Raum.

Der regionale Geschäftsführer der Alexianer, Uwe Lorenz, äußerte sich erfreut über eine steigende Resonanz der drei Krankenhäuser in Bassum, Diepholz und Sulingen mit über 18000 Patienten in diesem Jahr und „mit endlich mal allen besetzten Stellen“ in den Kliniken.

Gleichzeitig verhehlte er die Schwierigkeiten nicht in einem Landkreis, fast so groß wie das Saarland, die ärztliche Grundversorgung sicherzustellen. Konkret fehle es an Bettenkapazitäten und insgesamt an Einrichtungen wie Onkologie und Schlaganfallzentren. Als ein großes Problem machte der Alexianer die Bereitstellung des Fachpersonals aus. Es werde immer schwieriger, Ärzte für das Land zu gewinnen, und er freue sich über jeden ausgebildeten deutschen Arzt. „Ohne den Zulauf aus dem Ausland würde es uns aber gar nicht mehr geben“, so Lorenz. Alle Assistenzärzte seien ausländischer Herkunft, und das sei gut die Hälfte.

Flexibilität in der Personalstruktur angeregt

Annette Widmann-Mauz regte mehr Flexibilität in der Personalstruktur an. „Wir haben für Doktoranden Teilzeitarbeitsplätze angeboten“, erklärte Gerd-Christian Kampen, einer der beiden Chefärzte des neuen Zentrums für seelische Gesundheit. „Die kommen aber mit einem Großstadtbild. Wer in Berlin studiert hat, bleibt auch da“, so Kampen, der auch die Einengung durch gesetzliche Bestimmungen beklagte.

„Wir brauchen mehr Uni-Kapazitäten bis hin zur Landarztquote“, betonte die Staatssekretärin und erntete Zuspruch aus dem Kollegenkreis. Patienten- und Krankenhauskämpfe seien nicht gut, meinte Meyer und sprach sich für globalere Strukturen im Gesundheitswesen aus. Knoerig votierte für eine gesicherte Versorgung im Landkreis. Weiße Flecken dürfe es nicht geben, sagte er und erinnerte an den Sicherstellungszuschlag für den Standort Sulingen.

Lorenz könnte sich sogar vorstellen, dass die abgeschaffte Geburtshilfe doch wieder als Hauptfach im Landkreis-Klinikverbund eingerichtet würde.

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