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Bassum: Und noch ein Plan zur Vermarktung der Kernstadt

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Von: Anika Seebacher

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Die Stadt Bassum als Marke bekannt zu machen und eine Belebung der Innenstadt soll künftig mit einem Stadtmarketing erreicht werden.
Die Stadt Bassum als Marke bekannt zu machen und eine Belebung der Innenstadt soll künftig mit einem Stadtmarketing erreicht werden. © Seebacher

Beratung über ein Stadtmarketing endet im Finanzausschuss mit der Diskussion um ein Konzept zur „Vision Innenstadt“.

Bassum – Wofür steht die Stadt Bassum? Wie lässt sich ein Wohlfühlcharakter schaffen? Welche Möglichkeiten bietet ein Stadtmarketing? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzen am Donnerstagabend. Dabei entbrannte eine Diskussion über eine „Vision Innenstadt“ sowie den Einsatz eines Beraters.

Bereits im Februar wurde in verschiedenen Gremien über die sogenannte „Vision Innenstadt“ gesprochen (wir berichteten). Mit dem Ergebnis, ein solches Konzept zunächst aus dem Förderprogramm Perspektive Innenstadt herauszunehmen. Im Finanzausschuss lenkte Michael Gillner (CDU) mit einem Antrag das Gespräch erneut auf das Thema. Er forderte, den Kostenrahmen für eine solche Vision zu erarbeiten, die als Teil des Stadtmarketings dienen könne.

Porsch: „Müssen eine gemeinsame Definition finden“

Zuvor hatte Bürgermeister Christian Porsch einen Ansatz für das Stadtmarketing vorgestellt und dabei deutlich gemacht, „dass wir zunächst eine gemeinsame Definition finden müssen“. Danach ließen sich Vorschläge machen, kritisieren und verbessern. Als wichtige Aufgaben beschrieb er die Handlungsempfehlungen zur Stadtentwicklung, „um die Attraktivität der Stadt sowohl als Wirtschafts- und Lebensraum für Bewohner und als Ziel für Besucher zu verbessern“. Nur so könne die Multifunktionalität der Innenstadt erhalten werden, ergänzte er mit Blick auf die Bereiche Kultur, Gastronomie und Dienstleistungen. Am Ende sei es die Aufgabe des Stadtmarketings, Bassumer Stärken und Alleinstellungsmerkmale kontinuierlich zu kommunizieren.

Ein Arbeitskreis innerhalb der Verwaltung hatte anhand bestehender Konzepte bereits Parallelen erkannt, berichtete Kämmerin Anke Schulz. „Wir fanden es wichtig, auf Vorhandenes zurückzugreifen und Ziele zu übernehmen“, sagte sie. „Wenn wir effektiv arbeiten wollen, muss das gut abgestimmt sein.“ So zählte Porsch das Stadtentwicklungskonzept auf, das bereits 2018 erarbeitet wurde. „Leider ist das coronabedingt ins Stocken geraten“, erläuterte er. Nun ließen sich Handlungsoptionen auf das Stadtmarketing übertragen, meinte Porsch. Darüber hinaus gebe es den Verkehrsentwicklungsplan, das Einzelhandelskonzept und das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) sowie den Kommunalverbund, „der uns in bestimmten Dingen hilft“.

CDU möchte Berater hinzuziehen

„In dieser Sitzung ist es nicht möglich, alles zu besprechen“, schlug der Bürgermeister eine Klausurtagung vor, bei der sich die Ausschussmitglieder mit Vertretern der Verwaltung sowie der Wirtschaftsförderungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft (Wiseg) über Maßnahmen, Ziele sowie das weitere Vorgehen austauschen. Der Anregung sowie einem zeitnahen Termin stimmte der Ausschuss einstimmig zu.

Redebedarf gab es allerdings, als Michael Gillner (CDU) eine Ergänzung beantragte. „Wir sehen uns auf dem richtigen Weg“, lobte er und erinnerte an die „Vision Innenstadt“ – mit den Worten: „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.“ Die CDU-Fraktion sehe die Möglichkeit, Synergien zu nutzen. Daher forderte er, die Kosten zu erarbeiten und einen Berater hinzuzuziehen.

SPD spricht von „Geldverschwendung“

Eike Sellmer (Grüne) zeigte sich daraufhin irritiert: „Wir hatten doch schon über die Vision diskutiert.“ Auch Nordine Harimech-Babic (SPD) fand es „merkwürdig, dass wir Geld für einen Berater ausgeben“. Dr. Christoph Lanzendörfer (SPD) sprach von „Geldverschwendung“ und erläuterte: „Ich habe nichts gegen eine Klausurtagung. Aber wir wissen doch, was am Ende dabei herauskommt: Nichts!“ Dafür sei ihm seine Zeit zu schade. Ferner zweifelte er an, dass es für die „Vision Innenstadt“ überhaupt Fördergelder gebe, da diese an Corona-Folgen geknüpft seien. An Gillner gewandt fragte der Sozialdemokrat: „Warum misstraust du denjenigen mit Ideen?“ Lanzendörfer plädierte dafür, sich selbst Gedanken zu machen, woraufhin Christian Porsch anmerkte, dass dafür in der Verwaltung personelle Kapazitäten fehlten.

Gillners beantragte Ergänzung zum Beschluss wurde schließlich mit sechs Ja- und fünf Nein-Stimmen akzeptiert. „Wir kommen nicht darum herum, uns erneut zu treffen“, verkürzte der Ausschussvorsitzender Jürgen Laschinski den regen Austausch und bat, „das Thema nicht kaputt zu diskutieren“.

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