Verantwortliche im Tierpark fühlen sich hilflos

Unbekannte vergiften Streifenhörnchen

Dr. Ralph Schuder und Sascha Lübeck-Bunkowski vor dem leeren Gehege der Baumhörnchen. - Foto: Albrecht

Bassum - Von Frauke Albrecht. Einen qualvollen Tod erlitten alle drei Streifenhörnchen am Sonntag im Tierpark Petermoor. Sie wurden vergiftet. Die Tierpfleger und Verantwortlichen im Förderverein sind traurig und empört zugleich. Sie fühlen sich machtlos. Denn die jahrelangen Appelle, die Tiere nicht zu füttern, zeigen keine Wirkung.

Mittlerweile ist schon jedes Gehege mehrfach mit Hinweisschildern zugepflastert – und das in mehreren Sprachen. „BITTE NICHT FÜTTERN!“

In Kürze sollen noch Zeichnungen folgen. Und dennoch werden die Mitarbeiter täglich aufs Neue Zeugen von Verstößen. Besucher quetschen jeden erdenklichen Müll durch die Gitterstäbe. „Darauf angesprochen reagieren die meisten auch noch pampig“, ärgert sich Tierpfleger Sascha Lübeck-Bunkowski.

„Eine Bekannte von mir war am Sonntag noch im Tierpark und hat Besucher beobachtet, wie sie den Baumhörnchen massenweise verschimmelte Nüsse und Rosinen gegeben haben. Sie hat sie noch angesprochen und versucht, das zu verhindern“, erzählt der erste Vorsitzende des Fördervereins, Dr. Ralph Schuder. Als er am nächsten Tag in den Tierpark kam, waren die Hörnchen tot.

Auch die Kattas seien permanent krank, erzählt er. „Sie haben blutigen Durchfall und leiden unter Magenschleimhautentzündung. Letztens wollte jemand fettige Pommes an die Tiere verfüttern“, so Schuder. Im Teich im Tierpark finden die Mitarbeiter haufenweise verschimmeltes Brot.

„Wir haben schon den gesamten Rhododendren-Bestand abgeholzt, weil jemand die Pflanzen an die Hirsche verfüttert hat und die fast gestorben sind“, erzählt Sascha Lübeck-Bunkowski. Die Tiere hatten Schaum vor dem Mund.

Die Verantwortlichen sind stinksauer. „Das ist Tierquälerei“, sagen sie. Einige Besucher sind der Meinung, dass die Verstöße angezeigt gehören.

Die Mitarbeiter würden sich wünschen, dass alle Besucher ein Auge auf die Tiere haben und bei Verstößen aufklären. Wenn alle Appelle nicht fruchten, bleibe den Verantwortlichen nur noch, den Park zu schließen, sobald die Mitarbeiter nicht mehr da sind. „Das wäre sehr schade“, sagt Schuder. Denn am Wochenende ist der Tierpark Petermoor ein beliebtes Ausflugsziel.

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