Umzug läuft seit gestern – Neubau am Bassumer Krankenhaus bietet Platz für 142 Patienten

Neues „Zentrum für seelische Gesundheit“

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Der Umzug läuft.

Bassum - Von Anke Seidel. Rund ein Dutzend Helfer sind es, die ungezählte Kartons und Möbel-Elemente in das „Zentrum für seelische Gesundheit“ rollen. In den schnurgeraden Fluren des Neubaues, dessen Bauflügel drei Kämmen gleichen, herrscht Chaos. Doch genau das löst sich nach einem ausgeklügelten Plan auf – Stück für Stück.

Gestern hat der Umzug der Psychiatrie vom St.Annen-Stift Twistringen in den Neubau des „Zentrums für seelischen Gesundheit“ am Krankenhaus Bassum begonnen.  Psychologen und Therapeuten sind die ersten, die seit gestern ihre Räume beziehen. Heute Abend soll ihr Umzug abgeschlossen sein. Denn Morgen beginnt der für die sechs Stationen am St.Annen-Stift – mit ihren Patienten. Jeweils zwei Stationen pro Tag sollen in den von leuchtenden Farben geprägten Neubau einziehen. „Es gibt einen fest strukturierten Tagesablauf“, berichtet Brunhilde Ebenthal als Pflegedienstleiterin über den Ablauf dieser Umzugstage: Während die Patienten in Twistringen gemeinsam Mittag essen, werden Betten und Ausstattung nach Bassum gebracht. Nach der Ankunft der Patienten in Bassum gibt es zunächst ein gemeinsames Kaffeetrinken. Dann können die seelisch Kranken ihre neuen Zimmer beziehen – in einem Krankenhaus, das sich baulich vollständig vom verwinkelten, aus mehreren Bau-Epochen stammenden St.Annen-Stift abhebt.

Zur Gartenseite hin reihen sich die Patienten-Zimmer wie an einer Schnur den breiten Flur entlang. Gegenüber liegen die Räume für die Mitarbeiter sowie Tages- und Sozialräume. Drei solcher Blöcke gibt es, die wie die Zähne eines Kammes wirken. Zwei von ihnen haben drei Geschosse.

Umzug der Psychiatrie Twistringen hat begonnen

14000 Quadratmeter umbauten Raum umfasst der Neubau, erläutert Udo Kraft als Leiter des Geschäftsbereichs Service und Bau der Alexianer-Kliniken Landkreis Diepholz. Der Neubau ist für 142 Patienten ausgelegt. Das Haus verfügt über Fußbodenheizung, die mit der Heizung des benachbarten somatischen Krankenhauses gekoppelt ist – und zur Hälfte mit Biogas von der AWG (Abfall-Wirtschafts-Gesellschaft) beheizt wird.

Im eingeschossigen Bau-„Kamm“ ist die Psychosomatik untergebracht, die maximal 22 Patienten aufnehmen kann. Fast jeder Patient hat dort ein eigenes Zimmer. In Twistringen mussten sich bis zu vier Patienten eines teilen. Die Psychosomatik verfügt über einen eigenen Eingang, grenzt sich deutlich von der Psychiatrie ab.

In diesem Trakt für seelisch Kranke ersetzen jetzt helle Zwei-Bett-Zimmer die bis zu Vier-Bett-Zimmer in Twistringen, die zum Teil keine eigenen sanitären Anlagen hatten. Farblich sind Teile des Interieurs in den neuen Zwei-Bett-Zimmern unterschiedlich gestaltet, sodass Patienten „ihren“ Kleiderschrank oder „ihre“ Leiste im Bad nicht verwechseln können.

Die Patienten dürfen ihre Zimmer abschließen. Aber im Notfall können die Mitarbeiter sie öffnen. Die Haken im Bad und die Träger für die Duschvorhänge tragen maximal 15 Kilo, bei mehr Gewicht fallen sie ab – eine Sicherheitsvorkehrung, die für solche Patienten lebenswichtig ist, die sich selbst gefährden könnten. Zwei Zimmer pro Station können flexibel in einen „geschützten Bereich“ verwandelt werden – was in Twistringen so nicht möglich ist: „Dort mussten wir eine ganze Station schließen, auch wenn weniger Patienten den geschützten Bereich brauchten“, so Brunhilde Ebenthal.

Im Schnitt sind es zwischen fünf und zehn Prozent der Patienten, die diesen „geschützten“ Bereich brauchen. Mit einem speziellen Fahrstuhl können sie einen geschlossenen Garten erreichen. Den umgibt ein 2,40 Meter hoher Spezialzaun. Außerdem ist der nur wenige hundert Meter entfernte Bahndamm mit einer zusätzlichen Barriere abgesichert. Eine ebenso weit entfernte Bahnbrücke wird mit einem Zaun noch vorsorglich abgesichert, so Udo Kraft.

Helle Zimmer, großzügige Sozialräume sowie Therapie- und Sporträume im Untergeschoss prägen das Haus, das am 3. März offiziell eingeweiht werden soll. Die genauen Baukosten stehen laut Kraft noch nicht fest.

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