Umwege sind unvermeidlich

Martin Zaleski vom Behindertenbeirat der Stadt zeigt, wo Bassum nicht barrierefrei ist

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Martin Zaleski ist Sprecher des Bassumer Behindertenbeirates. 

Bassum - Von Ulf Buschmann. Hohe Bordsteine, kaum Möglichkeiten zum Überqueren der Straße. Und dazu noch kleinteilige Kopfsteinpflasterung. Mit der Barrierefreiheit in und um Bassums Stadtkern ist es vielfach nicht weit her. Darauf weisen Bürger immer wieder hin. So haben Senioren, die auf einen Rollator angewiesen sind, an vielen Stellen Probleme. Aber auch Menschen im Rollstuhl sind betroffen. Martin Zaleski ist einer von ihnen. Er ist zweiter Vorsitzender des Bassumer Behindertenbeirates.

Wer nicht ganz so mobil ist, muss zum Teil lange Wege in Kauf nehmen, um auf die andere Straßenseite zu kommen, weiß er zu berichten. Die massivsten Probleme sieht Zaleski zurzeit im unteren Bereich der Bremer Straße. Wer von der Kreuzung Bremer Straße/Sulinger Straße/Lange Straße bis zur Freudenburg mit einem Rollator oder im Rollstuhl von der einen auf die andere Seite wechseln möchte, muss dies gut planen – zumal die Nutzung des Gehweges auf der linken Seite der Bremer Straße sehr eingeschränkt ist. Deshalb sei ein Straßenwechsel notwendig.

Zaleski nennt die hohen Bordsteine, schmale Gehwege und das Grün in der Straßenmitte als das große Problem. In der Tat: Eingeschränkte Menschen haben nur zwei Möglichkeiten, problemlos die Straße zu queren – wobei sich aus Zaleskis Sicht die zentrale Kreuzung (beim ehemaligen City-Markt) anbietet. „Dort ist alles neu gemacht worden“, sagt der Beiratssprecher.

Er lobt zum Beispiel die abgesenkten Bordsteinkanten sowie die Bordsteine, die das gleiche Niveau haben wie die Fahrbahn. Dort, so scheint es, nehmen die anderen Verkehrsteilnehmer es am schnellsten wahr, wenn ein Mensch im Rollstuhl die Straße überqueren möchte. So stoppen etwa die Autofahrer und lassen Zaleski passieren.

Die Bremer Straße gibt sich wenig barrierefrei.

Wenige Überquerungsmöglichkeiten bietet der obere Bereich der Bremer Straße in Richtung Kreisel. Dort bietet sich ein ähnliches Bild wie im unteren Bereich: Grünstreifen in der Mitte ohne Unterbrechung und hohe Bordsteine. Überqueren können eingeschränkte Menschen diese Verkehrsschlagader der Stadt erst wieder am Kreisel – allerdings mit Einschränkung, wie Zaleski deutlich macht. Er weist von der Einmündung Bremer Straße, Syker Straße hinüber zur Wilhelm-Rohlfs-Straße: „Dort ist die Neigung zu stark.“ Wer mit dem Rollator oder dem Rollstuhl da lang muss, könne Probleme bekommen, beides zu halten. Zaleski erklärt: „Ich suche mir als Rollstuhlfahrer lieber die flachen Übergänge.“ Also nimmt er den kleinen Umweg über die Furt an der Syker Straße in Kauf.

Diverse Hürden gibt es auch dort, wo die Wurzeln der in Bassum zahlreichen alten Bäume das Straßenpflaster anheben. Dies ist an der Syker Straße genauso der Fall wie etwa am Bramstedter Kirchweg. Hinzu kommt, dass dort wie auch entlang der Syker Straße sowie in einigen Bereichen der Bremer Straßen nur einseitige – wenn auch moderne – Straßenbeleuchtung vorhanden ist. Auf den schlechter ausgebauten Straßenseiten droht bei Dunkelheit oder in der Dämmerung Verletzungsgefahr.

Stolperfalle Sulinger Straße

Zu den problematischen Straßen zählt Zaleski auch die Sulinger Straße: Erst vor einigen Jahren wurde sie neu gestaltet. Den Fußweg auf beiden Seiten zieren unter anderem Granitsteine. Allerdings, so weiß der Sprecher des Behindertenbeirates, haben sich die Planer bei der Auswahl des Materials mächtig verkalkuliert. Die in der Mitte der beiden Bürgersteige verbauten Steine vertragen nämlich keinen Frost. Die Folgen sind unübersehbar: Die Steine gehen kaputt, es bleiben mal mehr, mal weniger große Löcher. Darin knicken selbst Menschen ohne Einschränkungen um. Noch gefährlicher sei dieser Zustand für Menschen mit Rollatoren.

Am Ende der Sulinger Straße hat er eine weitere problematische Ecke entdeckt: den Übergang an der Kreuzung mit der Marie-Hackfeld-Straße und der Kirchstraße. Dort gibt es wohl einen Übergang. Auf die glatte Pflasterung haben die Planer auf der Seite der Sulinger Straße jedoch verzichtet. Sinnvoll große Granitblöcke wurden nur an der Kirchstraße verlegt.

Probleme bitte melden 

Die Liste lässt sich verlängern. Wer Probleme sieht, der sollte sich unter 04241/8424 an den Behindertenbeirat wenden. Immerhin hat das Gremium bei öffentlichen Baumaßnahmen im Rahmen der sogenannten Beteiligung von Trägern öffentlicher Belange ein Wort mitzureden. Im Bundesbaugesetz ist festgeschrieben, dass die Vertretungen der Menschen mit Behinderungen oder auch die Seniorenräte eine Stellungnahme abgeben müssen. Leider, findet Zaleski, gebe es für die Stadt kein Kataster, in dem problematische Stellen aufgezählt werden.

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