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Umgestürzte Bäume blockieren Waldwege

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Von: Anke Seidel

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Hier geht es nicht weiter: Ein umgestürzter Baum blockiert den Weg.
Hier geht es nicht weiter: Ein umgestürzter Baum blockiert den Weg. © Anke Seidel

Armdicke Bäume wie Streichhölzer abgeknickt, schwere Astkronen herabgefallen. Andere hängen vereinzelt noch meterhoch in totem Geäst und sind eine akute Gefahr für Spaziergänger, weil sie jederzeit herabfallen könnten. Die Stürme der vergangenen Tage haben in den Wäldern enorme Schäden angerichtet, im Dicken Braken in Bassum zum Beispiel.

Wie groß sie in den Waldgebieten des Landkreises Diepholz genau sind, kann Wibeke Schmidt als Pressesprecherin des Forstamts Ahlhorn noch nicht sagen: „Für eine Einschätzung ist es noch zu früh.“ Aber schon am Samstag sei mit Aufräumarbeiten begonnen worden.

Krisenmanagement

Wo müssen akute Gefahren beseitigt, wo Wege freigeräumt werden? Die Mitarbeiter des Forstamts handeln nach einer genau festgelegten Prioritätenliste, betont Wibeke Schmidt. „Wir haben ein Krisenmanagement. Da sind wir gut aufgestellt.“ Eine erste verlässliche Übersicht über die Schäden insgesamt erwartet sie Mitte der Woche.

Der Landkreis Diepholz gilt als vergleichsweise waldarmer Lebensraum, weil nur knapp zwölf Prozent der Fläche mit Wald bedeckt sind. Bundesweit ist es etwa ein Drittel. Drei Revierförster betreuen die Flächen im Landkreis Diepholz. Sie sind auch Partner der Waldbauern im Forstverband der Grafschaften Hoya und Diepholz. Doch diese Vereinigung mit 1365 Mitgliedern und einer Waldfläche von mehr als 9500 Hektar (auch Harpstedt, Thedinghausen, Hoya und Eystrup gehören dazu) steht aus rechtlichen Grünen vor einem Systemwechsel in der Betreuung und Beratung (wir berichteten).

Immer mehr Kalamitätsholz

Stürme und der Borkenkäfer setzen dem Wald seit Jahren zu. Schon 2018 betrugen die Sturmschäden im Forstverband rund 90 000 Euro. Zwei Jahre später war von 33 700 Festmetern geerntetem Holz fast die Hälfte Kalamitätsholz: 12 500 Festmeter waren nur noch für die Produktion von Faserplatten oder Paletten zu gebrauchen.

Andererseits würde die Waldfläche des Forstverbandes ausreichen, um den jährlichen den CO2-Ausstoß von 64 000 Autos zu neutralisieren. Unschätzbar ist der Wert des Waldes für Spaziergänger und Naturfreunde. Ihnen rät Wibeke Schmidt jedoch, die Wälder nicht zu betreten. Im Augenblick sei die Gefahr noch zu groß.

Warnung vor Betreten der Wälder

Ein Waldbetretungsverbot – wie im Sommer bei Feuergefahr –  verhängt der Landkreis Diepholz bewusst nicht. Er warnt aber vor dem betreten der Wälder, weil auch nach dem Abflauen der Stürme der vergangenen Tage weiterhin die Gefahr umstürzender Bäume und herabfallender Äste bestehe. Deshalb sollten die Bürger Wälder in der nächsten Zeit möglichst nicht betreten.

Zudem bestehe die Gefahr, dass aufgrund des vielen Regens flachwurzelnde Baumarten instabil würden. Bürger sollten sich der Gefahr bewusst sein, warnt Landrat Cord Bockhop: „Es ist unwahrscheinlich, sechs Richtige im Lotto zu haben. Aber jede Woche schafft es wieder einer.“

Soweit das Betreten von Wald, Park oder anderer baumbestandener Flächen unvermeidbar sei, geschehe das auf eigene Gefahr.

Dank an Feuerwehren

Die freiwilligen Feuerwehren könnten die Aufgabe, Waldbereiche von Ästen und Bäumen freizuräumen, auf keinen Fall übernehmen, so der Landrat. Sie hätten schon bei der Beseitigung von Sturmschäden auf und an den Straßen im Landkreis Außerordentliches geleistet. Dafür sprach Cord Bockhop den freiwilligen Helfern nochmals seinen tief empfundenen Dank aus.

Von Anke Seidel

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