Neuer Chefarzt

Dr. Ahmed Abdou leitet die Plastische Chirurgie in Bassum

Das Team der Plastischen Chirurgie.
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Klinikmanager Sven Gliessmann (v.l.), Oberarzt Dr. Modar Koujan, Facharzt Dr. Marius Oprisanu, Chefarzt Dr. Ahmed Abdou, Facharzt Dr. Luay Deiri, Fachärztin Eleni Pateraki-Römann.

Der gebürtige Ägypter Dr. Ahmed Abdou ist neuer Chefarzt der Abteilung Plastische Chirurgie am Klinikum Bassum.

Bassum – Dr. Ahmed Abdou ist neuer Chefarzt am Klinikum Bassum. Der gebürtige Ägypter lebt seit rund zehn Jahren in Deutschland, heute in Oldenburg, und ist Experte auf seinem Gebiet: der Plastischen Chirurgie, insbesondere der Handchirurgie.

Entscheidende Arbeitsstationen hat Abdou reichlich absolviert. Am Universitätsklinikum im ägyptischen Alexandria, im Borromäus Hospital Leer, im evangelischen Krankenhaus Oldenburg sowie als leitender Oberarzt in Bremerhaven-Mitte. Seit 1. April ist er Chef der Plastischen, Ästhetischen und Handchirurgie.

Die Abteilung in der Klinik Bassum bietet ein breites Spektrum an Behandlungsoptionen im Landkreis Diepholz. Beispielsweise nennt Abdou die Brustrekonstruktion, die Handchirurgie oder die Durchführung kosmetischer Eingriffe. Neue Schwerpunkte sollen somit entstehen. „Wir wollen den Patienten die Kenntnis vermitteln, welche Behandlungsmöglichkeiten es hier gibt“, sagt Abdou.

Die Plastische Chirurgie basiere auf vier Säulen: der Rekonstruktion, der Handchirurgie, der ästhetischen Chirurgie sowie der Behandlung von Verbrennungen. „Wir bieten das volle Spektrum von Behandlungsmöglichkeiten an“, so Abdou. Viele Patienten kämen allerdings mit Arbeitsunfällen, ergänzt Klinikleiter Sven Gliessmann. Die könnten direkt und ohne Überweisung kommen. Die Kosten trage die Berufsgenossenschaft. Üblicherweise jedoch würden Patienten von Fachchirurgien ins Klinikum Bassum überwiesen, nachdem sich die Menschen Verletzungen zugezogen haben. Unfallchirurgen sollen wissen, dass sie ihre Patienten auch nach Bassum überweisen können, anstatt beispielsweise nach Hannover oder Bremen, unterstreicht Abdou.

Schwierigkeiten hatte die Klinik wegen der Coronalage, so der Chefarzt. Operationen mussten verschoben werden, um Betten für mögliche Corona-Erkrankte freizuhalten. Patienten blieben dem Krankenhaus aus Unsicherheit fern. Kurz: weniger Patientenaufkommen.

Das Klinikum Bassum habe, wie fast alle Kliniken bundesweit, rund 20 Prozent weniger Patienten als noch 2019. Das sagt Jana Buning, zuständig für Marketing und Kommunikation des Klinikverbunds Landkreis Diepholz. Jedoch sei die Sorge der Patienten unbegründet, da in den Kliniken die Hygienekonzepte sogar noch verschärft wurden, wie in den meisten öffentlichen Bereichen, so Buning. Daher ist es auch zu keiner einzigen Querinfektion bei Patienten im Haus gekommen, ergänzt Klinikleiter Gliessmann.

Die Abteilung derweil nutzte die ruhigere Zeit, um die plastische Chirurgie neu aufzustellen. Das Team um den neuen Chefarzt Abdou ermögliche Behandlungen, die nicht überall möglich seien. Beispielsweise retteten die Ärzte einem Mann das Bein, das bereits zur Amputation vorgesehen war. Dank einer aufwendigen und komplizierten Operation in Kooperation mit der Abteilung für Gefäßchirurgie gelang das Vorhaben Abdou und seinem Team. „Wir können viel, viel machen für die Leute.“ Im vergangenen Jahr habe er auch einen abgetrennten Ringfinger retransplantiert, erinnert sich der neue Chefarzt. Das war eine schwere Quetschverletzung. Die Operation war dabei erheblich komplizierter und weniger aufgeräumt als bei einer sauberen Amputation. Gemeint ist damit ein glatter Schnitt. Diese seien wesentlich einfacher wieder in Ordnung zu bringen, als wenn beispielsweise durch Maschinen Gliedmaßen abgerissen würden.

In seiner Zeit als Arzt in Alexandria sei eine saubere Amputation öfter vorgekommen. „Unter den Drogenhändlern kam das vor, dass Finger oder die ganze Hand mit einer Machete abgetrennt wurden. Das sehen wir hier nicht“, so Abdou.

Die Ärzte in Bassum leisten Spezialistenarbeit. Der Chefarzt nennt dazu die sogenannte freie Lymphknotentransplantation. „Das ist eine neue Technik, die wenige Kliniken in Deutschland anbieten“, sagt Gliessmann. Zum Tragen komme sie bei Störungen der Lymphbahnen, beispielsweise durch einen Unfall oder nach einer Strahlentherapie. „Die Behandlung des lymphatischen Systems ist ein neuer Schwerpunkt, den ich hier etabliere“, erläutert Abdou.

Trotz aller Expertise und Erfahrung kann auch immer etwas schiefgehen. „Der Arzt, der keine Komplikationen hat, ist der, der nicht operiert“, sagt Abdou. Er bereite sich vor einer Operation auf alle möglichen Szenarien vor und gehe konsequent den eingeschlagenen Weg. Die Arbeit nicht mit nach Hause nehmen, hat er gelernt. „Mit den Jahren lernen abzuschalten“, das ist hilfreich für jeden Arzt, rät er. Die Priorität setzt er aber immer auf die Patienten. Diese sollen am Klinikum Ansprechpartner haben und dort professionelle Beratung erhalten.

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