Mauritiuskreis ist stets interessiert an aktuellen Themen / Lina Matheja zu Gast

Turbokühe, urige Seebären und Löwengebrüll im Zelt

Die 19-Jährige Lina Matheja brauchte nicht lage, um ihre Zuhörer für Tansania zu begeistern.  - Foto: Schiermeyer

Bassum - Von Ute Schiermeyer. Als einer der wenigen Männerkreise im Kirchenkreis Syke-Hoya wurde der Mauritiuskreis 1992 von Winfried Pusch ins Leben gerufen. Der ehemalige Bassumer Pastor hat sich in den vergangenen 24 Jahren immer wieder etwas einfallen lassen, um den Herren einen kurzweiligen Nachmittag zu bieten.

Neben Klönen bei Kaffee und Rosinenbrot standen daher oft interessante Vorträge auf dem Programm. So hörten die Männer unter anderem schon Berichte über die christliche Seefahrt, über jüdisches Leben in Bassum, über den Islam oder auch über „Turbokühe“. 20 Männer kämen laut Pusch immer zu den monatlichen Treffen.

Am Mittwoch war der Gemeindesaal mit 30 Gästen voll belegt. Sie alle waren gekommen, um dem Vortrag von Lina Matheja aus Bruchhausen-Vilsen zu lauschen. Die 19-Jährige hat vier Monate in Afrika in der Entwicklungshilfe gearbeitet.

Die Männer, allesamt der Meinung, dass sie selbst nie nach Afrika reisen würden, staunten nicht schlecht, als Matheja von ihren Erlebnissen in Tansania berichtete. Über den Rotary Club Bruchhausen-Vilsen hat sie nun bereits die zweite Reise nach Afrika gemacht. Während die erste noch ein Schüleraustausch ins sehr westlich geprägte Botswana war, führte ihre jüngste Reise sie im Herbst in das Entwicklungsprojekt „Afrika Amini Alama“ in Tansania. Im Dorf Momella arbeitete sie als Lehrerin im „Computercenter“. Dabei dürfe man sich das Lehrerinnensein nicht so vorstellen wie in Deutschland, sagte sie. An einem Gartentisch mit Plastikstühlen „unterrichtete“ sie Schüler in Englisch und anderen Fächern. Die Bücher dazu habe man sich in der dorfeigenen Bibliothek zusammen gesucht und Unterricht weitgehend improvisiert.

Zum Dorf Momella gehören außerdem eine Krankenstation, eine Wäscherei, eine Schneiderei, eine Fußballakademie und mehrere Schulen. Ermöglicht wird das Projekt „Afrika Amini Alama“ durch Spendengelder, Einnahmen aus dem Gästehaus und durch Freiwillige (Volontäre) wie Lina Matheja. Neben ihr waren noch neun weitere junge Menschen aus Deutschland und Österreich im Dorf.

Voller Begeisterung erzählte die junge Frau dem Männerkreis von der Natur auf der 1600 Meter hohen Hochebene, auf der sie gelebt habe. Dort zwischen Mount Meru und Kilimandscharo, wo einst der Film „Hatari“ gedreht wurde, sind die großen Tiere zu Hause. „Abends sind uns im Dorf immer die Giraffen entgegen gekommen. Das war faszinierend!“, schwärmte sie.

Aufmerksam folgten die Mauritius-Männer der Erzählung der jungen Frau. Lachen mussten sie, als Matheja beschrieb, dass es zum Essen immer „Reis mit Soße“ oder „Soße mit Reis“ gab.

Die Männer hatten auch viele Fragen. „Welchen Glauben haben die Einwohner?“, „Was für eine Regierungsform gibt es dort?“ oder „Die Fläche dort auf dem Bild, wem gehört die?“, waren einige davon. Lina Matheja wusste auf alle Fragen eine Antwort.

Sie erklärte, dass die Menschen in dem demokratischen Land überwiegend Christen sind. Und ja, so etwas wie ein Kataster gäbe es dort nicht, die Wiese mitten im Dorf gehöre allen.

An freien Tagen habe sie das lockere Leben mit den anderen Volontären genossen und auch zwei Safaris mitgemacht. Die Bassumer Herren staunten nicht schlecht, als Matheja schilderte, sie habe nachts im Zelt die Löwen brüllen gehört. Auch die Nahaufnahmen der Elefanten und die Fotos der Landschaft beeindruckte die Runde.

Etwas Besonderes hat Metheja sie mit nach Hause gebracht: Die Patenschaft für den kleinen Baraka. Zusammen mit einer Freundin wird sie in den nächsten Jahren das Schulgeld für den ihr lieb gewonnenen 12-Jährigen bezahlen.

Mehr zum Thema:

Onigiri: die japanische Pausenstulle für unterwegs

Onigiri: die japanische Pausenstulle für unterwegs

Niederlande verlieren erneut - Schweden dreht Spiel: 3:2

Niederlande verlieren erneut - Schweden dreht Spiel: 3:2

Kunstdiebstahl im Bode-Museum: Keine Spur von 100-Kilo-Münze

Kunstdiebstahl im Bode-Museum: Keine Spur von 100-Kilo-Münze

Christine Kaufmann (†): Bilder aus ihrem Leben

Christine Kaufmann (†): Bilder aus ihrem Leben

Meistgelesene Artikel

Frage zum Frühlingserwachen: „Wer braucht schon Moore?“

Frage zum Frühlingserwachen: „Wer braucht schon Moore?“

Frühjahrskonzert mit musikalischer Reise 

Frühjahrskonzert mit musikalischer Reise 

Frühlingsmarkt lockt Besucher

Frühlingsmarkt lockt Besucher

Große Resonanz auf den Infotag der Kreismusikschule

Große Resonanz auf den Infotag der Kreismusikschule

Kommentare