Winterpause statt Bauabschluss

Trogbaustelle wird nicht fertig: Vorerst freie Fahrt auf der B 51 ab Ende Dezember

Trogbauwerk.
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Beton runter, Beton rauf: Spezialisten fräsen mit einem Höchstdruck-Strahler die alte Schicht ab.

Seit einigen Monaten müssen Pendler auf der B51 bei Bassum starke Nerven haben. Die Fahrbahn ist einseitig gesperrt, das Trogbauwerk an der Unterführung der Eisenbahnlinie wird instand gesetzt. Die Fräsarbeiten an den alten Betonwänden dauern länger, als ursprünglich geplant.

Bassum – Pendler und Autofahrer können bald aufatmen. Die Trogbaustelle an der Bundesstraße 51 soll zwischen dem 20. und 22. Dezember in den Winterschlaf gehen. Dann werde die einseitige Fahrbahnsperrung samt provisorischer Ampelschaltung wieder entfernt – zumindest vorerst. Fertig sind die Arbeiten aber noch nicht.

Das berichtet Dieter Senger, Sachbearbeiter in der Brückenbauabteilung des Niedersächsischen Landesamts für Straßenbau und Verkehr. Er betreut die Instandsetzung der Betonsanierung an der Unterführung, dem Projekt „Trog Bassum 4a“, von Nienburg aus. Für die Bauüberwachung fahren er und ein extern beauftragtes Ingenieurbüro regelmäßig zur Baustelle.

Aktuell gibt es vom Landesamt für Straßen und Verkehr eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Gute zuerst: Die Kosten der Instandhaltung – rund 850.000 Euro – bleiben laut Senger in dem ausgeschriebenen Rahmen. Die Schlechte: Die Baustelle wird in diesem Jahr nicht mehr fertig, wie es geplant war. „Wir sind leider nicht mehr ganz in der Zeit.“

Der Wasserdruck beträgt rund 2.000 Bar. Da fliegt der Beton weg, als wäre es normaler Dreck.

Dieter Senger, Sachbearbeiter in der Brückenbau-Abteilung des Niedersächsischen Landesamts für Straßenbau und Verkehr

Laut Sachbearbeiter Senger würden die beauftragten Firmen nun noch rund zwei Wochen die wesentlichen Betonarbeiten am Trog fertigstellen, sofern es nicht friert. Das heißt, es soll sämtlicher Beton abgetragen und wieder aufgetragen werden. Die feinen abschließenden Arbeiten seien aber in diesem Jahr nicht mehr möglich.

Dann geht es Ende Dezember in die Weihnachtsferien. Die Baustelle wird eingepackt und gesichert. „Wir räumen die Strecke so weit, dass der Verkehr wieder ohne Ampel fließen kann“, berichtet Senger. Im neuen Jahr soll auf die neue Betonoberfläche eine Beschichtung aus kunststoffvergütetem Spritzbeton aufgetragen werden.

Warten auf warme Temperaturen

Für das Auftragen von Kunststoff im Außenbereich benötigen die Straßenbauer gleichmäßige und höhere Temperaturen. Das werde wohl erst wieder im April soweit sein. „Da sollte man lieber warten, ansonsten macht man die Arbeit zweimal“, warnt Sengen.

Die vom Landesstraßenamt beauftragten Spezialisten mussten in der Planung rund fünf Zentimeter Beton abgetragen. Bis in diese Tiefe liegt laut Sengen das stärkste Schadensbild an dem Trogbauwerk vor. Insgesamt haben Arbeiter rund 1. 000 Quadratmeter Beton mit einem sogenannten Höchstdruck-Wasserstrahler abgetragen. „Der Wasserdruck beträgt rund 2. 000 Bar. Da fliegt der Beton weg, als wäre es normaler Dreck“, beschreibt Sengen den Druck der Beton-Wasser-Fräse.

Bei den Strahl-Arbeiten entstand die Baustellen-Verzögerung. „Es steht und fällt mit der Stärke des Betonabtrags an dem Trogbauwerk, die wir machen müssen“, gibt Senger zu bedenken. So könne man vorab zwar eine durchschnittliche Betonstärke berechnen, die man abtragen muss, aber nur der Ausführende am Strahldruck-Gerät könne die tatsächlich notwendige Arbeit beurteilen.

Der Mensch, der die Arbeit ausführt, müsse den Betonabtrag filigran im Auge behalten und „sehr kontinuierlich arbeiten“, sagt Sengen. Die Spezialisten arbeiten in Vollschutz, haben eine besondere Ausbildung und besondere Schutzausrüstung.

Die Spezialfirma Antoch aus Süddeutschland führt diese Tätigkeit an der B 51 aus. „Von den Unternehmen gibt es nicht so viele in Deutschland. Das sind richtige Spezialisten“, so Brückenbau-Sachbearbeiter Senger.

Entscheidend kam ein wirtschaftlicher Aspekt zum Tragen: Ein Spezialist am Höchstdruck-Wasserstrahler ersetzt zehn Männer, die ansonsten den Beton am Trog aufstemmen müssten.

Sicherheit steht an erster Stelle

Senger appelliert an die Verkehrsteilnehmer, sich an die Tempolimits zu halten. Bisher habe es keine Unfälle an der Trogbaustelle gegeben. „Auch die Lkw fahren vernünftig“, ergänzt Senger. Jedoch gefährdeten Raser die Sicherheit der Arbeiter auf der Baustelle.

Die Absperrung diene als Schutz für die Bauarbeiter und als Platz für die Baumaschinen. „Wir machen ja nichts an der Fahrbahn“, sagt Senger. Damit Menschen und andere Fahrzeuge vor Querschlägern geschützt sind, werden die Betonarbeiten zudem stets eingerüstet.

Sicherlich hätten Verkehrsteilnehmer bei vielen Baustellen laut Senger gewisse Akzeptanzprobleme, aber „das ist unsere Infrastruktur, die müssen wir erhalten und da gehören eben auch Straßen, Brücken und Tröge mit dazu“.

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