Stadtentwicklungsausschuss gibt grünes Licht für mehrere Planverfahren

300 Meter langer Damm für Bassum

Zwei große Rückhaltebecken im Bassumer Süden könnten die Stadt vor Überflutungen wie 1998 ein gutes Stück schützen. Das rechte an der Nienstädter Beeke hält der Ingenieurdienst Nord wegen der Eigentumsverhältnisse für nicht in absehbarer Zeit realisierbar. Das linke am Klosterbach – zwischen B 61 und der Bahnlinie Bremen-Osnabrück – könnte allein bereits einen wesentlichen Schutzfaktor darstellen. Grafik: IDN
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Zwei große Rückhaltebecken im Bassumer Süden könnten die Stadt vor Überflutungen wie 1998 ein gutes Stück schützen. Das rechte an der Nienstädter Beeke hält der Ingenieurdienst Nord wegen der Eigentumsverhältnisse für nicht in absehbarer Zeit realisierbar. Das linke am Klosterbach – zwischen B 61 und der Bahnlinie Bremen-Osnabrück – könnte allein bereits einen wesentlichen Schutzfaktor darstellen.

Ein 300 Meter langer und dreieinhalb Meter hoher Damm zwischen der B 61 und der Bahnlinie Bremen-Osnabrück sorgt dafür, dass die Bassumer trockene Füße behalten. Keine Science-Fiction, sondern ernst gemeinter Vorschlag vom Ingenieurdienst Nord – und damit Thema am vorigen Donnerstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung.

Bassum – Hochwasser gibt’s hier nicht: Das war jahrzehntelang allgemeiner Konsens in Bassum. Bis 1998 der Klosterbach tatsächlich über die Ufer trat und Teile der Stadt unter Wasser setzte. Schon damals erhielt das Fachbüro Ingenieurdienst Nord vom Rat der Stadt den Auftrag, sich der Sache anzunehmen. Doch die Planung und Beratung darüber zog sich in die Länge, das außergewöhnliche Regenereignis wiederholte sich nicht und die ganze Sache verlief im Sande. Bis der Rat vor einigen Jahren seinen Planungsauftrag erneuerte und eine Studie in Arbeit gab. Jetzt legte Stefan Meyer vom IDN die Ergebnisse vor.

Die Kurzform lautet: Dass irgendwann irgendwo jemand nasse Füße kriegt, lässt sich nicht mit 100prozentiger Sicherheit vermeiden. Ein Damm am Klosterbach würde aber dem Großteil aller Risiken wirksam begegnen. Er hätte einen Durchlass, sodass der Klosterbach ganz normal fließen kann, und nur bei Hochwasserereignissen würde der kleine natürliche Talkessel des Bachs zum Rückhaltebecken. Ein zweites auf der anderen Seite der B 61 würde schon fast vollständigen Schutz bedeuten. Das hält Stefan Meyer jedoch für unrealistisch. Einmal wegen der Eigentumssituation – die Flächen sind in Privatbesitz – und einmal, weil in diesem Fall weit mehr als 1000 Meter Damm gebaut werden müssten. Alle anderen untersuchten Varianten hätten mehr Konfliktpotenzial als Nutzen. Etwa eine Umleitung der Wasserläufe an der Freudenburg und höhere Wälle.

Der Ausschuss nahm den Vortrag zu Kenntnis und empfahl, die Stadtverwaltung solle versuchen, für die weitere Umsetzung Fördergelder einzuwerben.

Das hat sie in zwei anderen Fällen schon getan: Für die Umgestaltung der historischen Parkanlage an der Freudenburg und für den Bau eines Mitarbeiter- und Sanitärgebäudes beim Tierpark Petermoor. Und beide Male mit Erfolg. Für beides fehlt der Verwaltung allerdings die politische Legitimation in Form eines Ratsbeschlusses. Weshalb Bauamtsleiter Martin Kreienhop jetzt verfahrenstechnisch auf die Tube drücken muss.

Ein bisschen wie eine Miniaturausgabe des Goldhort-Museums in Syke: So könnte der „Info- und Servicepoint“ am Tierpark Petermoor einmal aussehen.

An der Freudenburg mussten 2019 nach Sturm- und Dürreschäden um die 40 Bäume gefällt werden. Sie sollen durch Neuanpflanzungen ersetzt werden, die dem Klimawandel besser gewachsen sind. Gleichzeitig werden Wege neu gestaltet und der Park vergrößert. Der Ausschuss empfahl einstimmig, 100 000 Euro für weitere Planungskosten freizugeben und 420 000 Euro für die eigentliche Baumaßnahme als Verfügungsermächtigung im Haushalt für das kommende Jahr vorzumerken.

Ebenfalls einstimmig empfahl der Ausschuss, insgesamt 360 000 Euro für das Mitarbeiter- und Sanitärgebäude im Tierpark vorzumerken. Die Verwaltung soll allerdings noch einmal prüfen, welches der geeignetste Standort dafür wäre.

Grünes Licht gab der Ausschuss auch für die Bauleitplanungen „Magere Bäke“ (22 Baugrundstücke), „Lange Wand I“ (Mehrgenerationenhaus), „Jakobsberg“ (16 Baugründstücke in Neubruchhausen), „Am Stiftspark“ und für eine Außenbereichssatzung für Eschenhausen.

Von Michael Walter

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