Landwirt ist für Jörg Wohlers und Jannes Böse ein Traumberuf

Volontärs-Tour: "Ich brauch‘ die frische Luft."

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Ulrike und Gerd Wohlers auf ihrem Hof.

Bassum - Von Maik Hanke. Das Landvolk Mittelweser hat die Volontäre (also die Auszubildenden zum Redakteur) der Mediengruppe Kreiszeitung eingeladen, den Schweinehof von Ulrike und Gerd Wohlers in Bassum-Hallstedt und den Milchviehhof von Henning Böse in Bassum-Bramstedt zu besichtigen, um neutral zu informieren.

Sieben-Tage-Wochen, Arbeit in den frühen Morgenstunden, Zukunftssorgen – Landwirt scheint für viele Jugendliche nicht gerade ein Traumjob zu sein. Doch für die jungen Bauern Jörg Wohlers (20 Jahre) und Jannes Böse (22 Jahre) ist die Landwirtschaft genau das. Sie wurden in dieses Leben hineingeboren. „Ich wollte schon als Kind Landwirt werden", sagt Jörg Wohlers. Seine Eltern führen einen Sauen- und Schweinemastbetrieb in Hallstedt, der seit vier Generationen im Familienbesitz ist. Wenn alles gut läuft, möchte Jörg den Betrieb eines Tages übernehmen. Jörg macht es glücklich, mit Tieren zu arbeiten und sein Getreide wachsen zu sehen. Als Landwirt ist man sein eigener Chef, kann sich seine Zeit einteilen. An den Geruch von Schweinen und Gülle gewöhne man sich schnell. Bei Jannes Böse aus Bramstedt ist es ähnlich. An den Geruch von Schweinen brauchte er sich zwar nicht gewöhnen, dafür an frühes Aufstehen. Seine Familie hatte „schon immer“ Milchvieh, die gut 100 Kühe wollen jeden Morgen ab5.30 Uhr gemolken werden. Ein reiner Bürojob wäre für Jannes undenkbar. „Ich brauch‘ die frische Luft“, sagt er. Nach wie vor sind viele der Jugendlichen, die in den Bauernberuf einsteigen, Landwirtskinder wie Jörg und Jannes.

Dass die Kinder den familiären Betrieb aber eines Tages übernehmen, ist heute nicht mehr selbstverständlich – selbst wenn sich ein Kind für die Landwirtschaft entscheidet. „Immer selbst und immer ständig – das wollen viele nicht“, erklärt Kreislandwirt Wilken Hartje. Laut Hartje sei es entscheidend, dass die Eltern den Kindern Freude am Beruf vorleben, wie es die Böses und Wohlers getan haben: „Wenn man nur meckert, dann ist es kein Wunder, wenn die nächste Generation keinen Bock hat." "Der Beruf an sich ist sehr beliebt“, sagt Ruth Beatrix Hainke, Ausbildungsberaterin von der Landwirtschaftskammer. Die Studiengänge an den Universitäten hätten starken Zulauf, auch die Zahl der Auszubilden steige in Niedersachsen.

Für den Landkreis Diepholz gilt diese Entwicklung allerdings nicht. Waren es im Ausbildungsjahr 2009/2010 noch 105 Azubis, sind es 2014/2015 nur noch 74.Die wenigsten Jungbauern hören nach der ersten Ausbildung auf. Jannes hat eine dreijährige Ausbildung bereits hinter sich, zurzeit besucht eine Fachschule in Vechta, vertieft sein betriebswirtschaftliches Wissen. Danach plant er, noch zwei Jahre auf eine Fachschule in Nienburg zu gehen. Später will er mal seinen Meister machen. Ein durchaus typischer Weg. Nur zu studieren, funktioniert nicht. Landwirtschaft braucht Praxis. Und die haben Landwirtskinder wie Jörg und Jannes. Die beiden bringen außerdem die zwei wichtigsten Eigenschaften mit: Engagement und Freude am Beruf. Ihnen macht es nichts, auch an den Wochenenden zu arbeiten. Sie kennen es nicht anders. Und Freizeit bleibe genug. Jannes ist Betreuer in der Jugendfeuerwehr, Mitglied der Dorfjugend und im Schützenverein. Jörg spielt einmal die Woche Volleyball – „wenn ich nicht gerade auf dem Hof eingeschlafen bin“. Denn anstrengend ist dieser Beruf immer noch.

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