Tobias Baron möchte als Schulleiter Tradition und Moderne verbinden

Ein Bayer in Bramstedt will „wagen un winnen“

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Tobias Baron und sein Gehilfe Flo haben eine Vorliebe für Naturwissenschaften. Zum neuen Schuljahr bietet er einen Robotik-Kurs an.

Bassum - Von Frauke Albrecht. „Laptop und Lederhose“ lautet ein bekanntes Sprichwort in Bayern. Es symbolisiert die Verbindung der Tradition mit der Moderne. Der Bayer Tobias Baron, neuer Schulleiter der Grundschule Bramstedt, übersetzt es ins Norddeutsche: Robotik und Erntefest. Das sei die Herausforderung, der sich die Dorfschule heute stellen müsse. Der 40-Jährige möchte der Schule ein neues Profil geben.

Für das kommende Schuljahr bietet er für den Ganztagsbereich einen Robotik- Kurs an. Dass er damit den Nerv der Schüler trifft, hat er schnell erkannt: „Mehr als die Hälfte haben sich angemeldet“, freut er sich. Die zwölf Plätze mussten verlost werden. Zusammen mit ihrem Schulleiter werden die Mädchen und Jungen kleine Roboter aus Lego bauen. Da die Schule derzeit nicht über das notwendige Zubehör (Lego-Education) verfügt, bringt Baron sein eigenes Material mit – und sucht gleichzeitig Sponsoren.

Er nutzt die Ferienzeit, um sich einzuarbeiten. „Ich war schon vor den Ferien an der Schule und habe Gespräche geführt, mit den Mitarbeitern und dem Förderverein.“ Gerade die engagierte Elternschaft habe ihn beeindruckt. Den Schülern wollte er sich noch nicht präsentieren. „So werden wir etwas gemeinsam haben. Es ist ihr erster Schultag und meiner auch.“

Nervös sei er nicht. „Der Lehrerberuf ist für mich der schönste auf der Welt. Das Unterrichten erfüllt mich. Es macht mir Spaß, Kindern etwas beizubringen.“ Das habe er bereits früh erkannt. „Ich war Erzieher und habe ein Praktikum an einer Schule gemacht“, erinnert sich Baron. Dann erkrankte die Lehrerin. Er sprang ein und fand es super.

Die Schule in Bramstedt bezeichnet er als „Schmuckstück“. „Ich kenne die Einrichtung von den Flohmärkten“, erzählt der Syker. Er sei dort öfters als Besucher gewesen. Dann hörte er von der freien Leitungsstelle und bewarb sich. Sein Ziel ist es, die Schule auszubauen. Ursprünglich sei sie als zweizügige Schule konzipiert worden.

Für das kommende Schuljahr hat er sich, neben dem normalen Unterricht, vorgenommen, in jeder Klasse zu sein und zuzuhören. Ebenso sieht er es als seine Aufgabe an, die Schule zu modernisieren. Das fängt beispielsweise bei der Einführung neuer Medien an. „Ich möchte die Verbindung zur Wirtschaft suchen, damit es an Geld nicht mangelt, um Ideen umzusetzen.“ Sein Motto lautet „wagen un winnen“, schmunzelt er. „Ich glaube, das zeichnet mich aus.“

Bis vor Kurzem arbeitete Baron noch an der Modellschule in Bremen, hat diese maßgeblich mit aufgebaut.

Er hat in Oldenburg Lehramt studiert und in Bremen sein Referendariat gemacht. Er ist Sek.I-Lehrer und unterrichtet Mathe, Deutsch, Informatik und Kunst. Zusätzlich hat er eine Ausbildung als Montessori-Pädagoge. Nach seinem Referendariat arbeitete er vier Jahre an der Inselschule auf Wangerooge. „Kleine Strukturen sind mir also sehr wohl vertraut.“

In Bramstedt möchte er Lernangebote entwickeln, die es allen Kindern ermöglichen, voranzukommen. „Förderung der Individualität“, sagt Baron. Dabei setzt er auf Methodenwechsel. „Die Mischung macht‘s“, ist der Pädagoge überzeugt. Mit seinem Robotik-Kurs beispielsweise möchte er Impulse geben. „Ich möchte die Kinder in die Lage versetzen, mit Material ihre Welt zu erfahren.“

Der Pädagoge lebt in Syke, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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