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Sturmnacht: Große Angst um Tiere im Stallzelt

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Von: Anke Seidel

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Angst vor dem Sturm: (v.l.) Kalli und Miguel Frank sichern immer wieder das Zelt.
Angst vor dem Sturm: (v.l.) Kalli und Miguel Frank sichern immer wieder das Zelt. © Anke Seidel

Zirkusdirektor Miguel Frank steht die Angst ins Gesicht geschrieben, als er an diesem Mittwoch auf die Sturmwarnung des Wetterdienstes blickt: Windböen von bis zu 160 Stundenkilometer sollen in der Nacht über den Platz am Bassumer Bahnhof hinwegfegen. Bis zum 6. Januar hatte der Weihnachtszirkus Francalli dort Vorstellungen gegeben, durfte dann aber wegen Corona nicht weiter ziehen.

Die alles entscheidende Frage vor der Sturmnacht lautet jetzt: Hält das Stallzelt, in dem die Zirkustiere untergebracht sind, der Naturgewalt Stand?

15 Pferde, vier Kamele, zwei Texas-Longhorn-Rinder sowie zwei argentinische Minipferde und drei Lamas gehören zur Zirkusfamilie. Sie sind in mobilen Boxen aus Aluminium untergebracht. Genau die könnte Miguel Frank problemlos in einem festen Gebäude aufstellen. Aber eine solche Notunterkunft hat er bisher nicht gefunden.

Zwar gibt es in Stapelfeld bei Cloppenburg einen leer stehenden Pferdehof. Aber bisher ist es dem Zirkusdirektor nicht gelungen, für die zeitweise Nutzung eine Genehmigung zu bekommen. „Unseres Wissens soll der Pferdehof abgerissen werden. Aber für uns wäre diese Unterkunft jetzt gerade optimal. Weil jede Woche ein neuer, vielleicht noch stärkerer Sturm kommen soll.“

Schlaflose Nächte

Derweil stellt sich der Zirkusdirektor mit seiner Familie auf schlaflose Nächte ein: „Wir haben unsere Aufleger schon als Windmauer vor das Stallzelt gefahren.“ Da der Boden des Platzes vom vielen Regen bereits aufgeweicht sei, müssten die Eisenpfähle, die das Zelt halten, immer wieder neu in den Boden gerammt werden – und Stangen der Planenbefestigung, die vom Wind losgerissen werden, immer wieder neu verankert. Der Grund: „Wenn eine Stange oder ein Anker lose ist, könnte der Sturm das Zelt zerreißen.“

Die größten Sorgen mache sich seine 81-jährige Mutter Mercedes del Val Frank um ihre Kinder und Enkel, sagt der Zirkusdirektor. Denn umherfliegende Stangen könnten lebensgefährlich sein.

Wichtig sei es auch, die Tiere in der Sturmnacht zu beruhigen. Für Miguel Frank ist es ein Herzenswunsch, Mensch und Tier in Sicherheit zu wissen. Deshalb braucht er schnell eine leer stehende Halle mit festem Boden, in der er seine Tiere unterbringen kann. Der 43-Jährige besitzt eine Betriebshaftpflichtversicherung und übernimmt die Kosten für Strom und Wasser. Zu erreichen ist er unter 0163/3405157.

Von Anke Seidel

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