Markus Kattau verpachtet Mini-Parzellen

Einfach mal Testgärtner sein: Junglandwirt startet Projekt Blühwerk 

Auf dieser Fläche können sich Gemüsebauern probieren. Der größte Teil allerdings soll Blühwiese werden. Foto: Albrecht
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Auf dieser Fläche können sich Gemüsebauern probieren. Der größte Teil allerdings soll Blühwiese werden.

Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten liegen voll im Trend. Wer das einfach mal ausprobieren möchte, ohne den eigenen Garten gleich vollends umzugraben, kann in Nordwohlde zum Testgärtner werden. Junglandwirt Markus Kattau plant das Projekt Blühwerk.

Nordwohlde - Auf einer 1,3 Hektar großen Fläche können Interessierte Gemüse anbauen oder eine Blühwiesenparzelle anlegen. „Komm wieder mit anderen Menschen zusammen, mach dir die Hände dreckig und deine Seele glücklich“, heißt es auf einem Flugblatt, das der junge Mann hat drucken lassen und in Nordwohlde in die Briefkästen steckt.

Mit diesem Flyer lädt er für Donnerstag, 30. Januar, ab 19 Uhr zu einem Infotreffen im Gasthaus Lüdeke ein. Dann möchte er seine Idee vorstellen und die Hintergründe nennen, die ihn dazu bewogen haben.

Markus Kattau gibt Hilfestellungen

„Mir geht es um den Nachhaltigkeitsgedanken“, sagt er. „Fakt ist, dass 30 Prozent der produzierten Lebensmittel weggeschmissen werden, bevor sie in den Handel gelangen. Das fängt schon auf dem Feld an“, berichtet Kattau. Früchte blieben liegen, weil sie zu klein seien, um beispielsweise in die 500-Gramm-Banderole zu passen. „Wir Landwirte wenden unglaublich viel Energie für etwas auf, was später nicht verwendet wird“, ärgert sich der 26-Jährige. Mit dem Projekt möchte er aufklären und den Menschen zeigen, dass es auch anders gehen kann – wieder eine Verbindung zur Natur schaffen. In der Familie Kattau habe der Gemüseanbau Tradition. „Meine Oma hat das schon gemacht, meine Mutter tut es noch.“

Jeder dürfe zwar anbauen, was er möchte, aber wenn einer nun gar keine Vorstellung habe, kann Kattau auch Hilfestellung geben, beispielsweise mit einem Anbauplan. Nicht jeder wisse heute noch, warum beispielsweise Möhren neben Zwiebeln gut aufgehoben sind.

Blühwiese: Bienen etwas Gutes zu tun

An gewisse Regeln sollten sich alle halten: Zum Beispiel dürfen nur einjährige Pflanzen angebaut werden. Auch eine rein ökologische Schädlingsbekämpfung sei selbstverständlich. Adressen für das nötige Saatgut hat Kattau ebenfalls in petto. Er ist sehr gespannt auf die erste Ernte.

Aber nicht nur Gemüse soll dort wachsen. Der weitaus größere Teil der Fläche, gut 10 000 Quadratmeter, soll Blühwiese werden, um Bienen etwas Gutes zu tun. Auch für diesen Bereich können Interessierte Parzellen erwerben. „Es gibt in Nordwohlde einen Ideenstammtisch. Da wurde in der Vergangenheit immer wieder nachgefragt, was man für Bienen tun könnte. So kam uns die Idee, Menschen die Möglichkeit zu geben, eine Blumenwiese selbst anzulegen und zu pflegen – oder gar zu verschenken“, so Kattau. Er hat sich bereits eine Vorlage für eine Urkunde überlegt.

Parzelle: Ein Euro pro Quadratmeter pro Saison

Und was kostet das Ganze? Für einen Quadratmeter pro Saison (Mitte März bis Mitte November) ist ein Euro zu zahlen – bei 36 Quadratmeter Parzellengröße folglich 36  Euro pro Saison. Wenn der Hombach-Hof die Aussaat übernimmt, kommen vier Euro hinzu. Mindestabnahme: 36 Quadratmeter.

Familie Kattau: Landwirtschaft in fünfter Generation

Familie Kattau betreibt in Nordwohlde Landwirtschaft in der fünften Generation. „Wir sind breit aufgestellt“, erklärt Kattau. „Unsere Rinder sind schon jetzt ganzjährig auf der Weide. Wir haben Schweine, in Kürze kommt ein Hühnermobil.“ Außerdem baut die Familie Getreide an und betreibt eine Biogasanlage. Der Hofnachfolger besucht derzeit die Meisterschule für ökologischen Landbau – und wird im Mai in den Betrieb einsteigen. „Das bedeutet aber nicht, dass wir gleich komplett auf Ökolandwirtschaft umstellen“, sagt der 26-Jährige. Ob und wenn in welchen Bereichen, das werde die Zukunft zeigen.

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