Täter ist psychisch krank

Brandstifter aus Bassum muss nicht ins Gefängnis

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Das Landgericht Verden hat in dem Fall entschieden.

Verden/Bassum/Rotenburg - Von Wiebke Bruns. Schneller als erwartet ist der Prozess um zwei Brandstiftungen im „Zentrum für seelische Gesundheit“ in Bassum zu Ende gegangen. Ein 22 Jahre alter Patient hatte zweimal im Bad seines Zimmers Feuer gelegt. Am Landgericht Verden wurde der gebürtige Rotenburger zu einer 18-monatigen Freiheitsstrafe wegen schwerer Brandstiftung in zwei Fällen verurteilt. Der Angeklagte muss aber nicht ins Gefängnis, denn mit dem Urteil wurde die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.

Die Taten hatten sich binnen elf Tagen im Juni ereignet. Der Gesamtschaden wurde im Urteil der 1. Großen Strafkammer mit 19 000 Euro beziffert und lag damit mehr als doppelt so hoch wie ursprünglich angenommen. Bei der ersten Tat am 1. Juni hatte der 32-Jährige ein Kopfkissen angezündet und am 11. Juni eine Duschmatte.

Mit der Anklageschrift hatte die Staatsanwaltschaft Verden dem Angeklagten zudem eine Körperverletzung vorgeworfen.

Wahrscheinlichkeit für weitere Straftaten

Ein Krankenpfleger hatte vor Gericht berichtet, wie er von dem Angeklagten in den Schwitzkasten genommen und gewürgt worden war. Bezüglich dieser Tat wurde das Verfahren eingestellt. Jedoch nicht weil man Zweifel an dem Wahrheitsgehalt der Schilderungen des Geschädigten hatte, sondern aus prozessualen Gründen.

Vorrangig ist bei dem Urteil die angeordnete Unterbringung des 32-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus. „Bei dem Angeklagten liegt eine emotional instabile Persönlichkeit vom Borderline-Typ vor“, hieß es in der Urteilsbegründung. Die Erkrankung sei stark ausgeprägt, der 22-Jährige hört nicht vorhandene Stimmen. „Infolge dieser psychischen Erkrankung hat der Angeklagte die Taten im sicher feststehenden Zustand der verminderten Schuldfähigkeit begangen“, stellte der Vorsitzende Richter Volker Stronczyk fest. Es bestehe eine Wahrscheinlichkeit höheren Grades für weitere Straftaten.

Seit anderthalb Jahren in psychiatrischen Einrichtungen

Immer wieder zeigte die Verteidigerin bei der Urteilsverkündung zustimmendes Kopfnicken. Sie hatte sich in ihrem Plädoyer der Forderung der Staatsanwaltschaft angeschlossen. Beantragt worden war neben der Unterbringung eine 21-monatige Bewährungsstrafe. Ob mit oder ohne Bewährung, spielte in diesem Fall nur eine untergeordnete Rolle. Seit anderthalb Jahren ist der Angeklagte in unterschiedlichen psychiatrischen Einrichtungen untergebracht, hieß es in der Urteilsbegründung. Derzeit in einer psychiatrischen Klinik in Lüneburg.

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