Susanne Tietje ist seit Montag hauptamtliche Mitarbeiterin der Bücherei

E-Book als tolle Ergänzung

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Jugendliche machen sich in der Bücherei rar. Susanne Tietje hofft, mit der E-Book-Ausleihe auch die Teenager anzusprechen. Bereits jetzt hält das Team beliebte Jugendbücher vor.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Der erste Arbeitstag für Susanne Tietje in der Bassumer Bücherei war aufregend, so wie ein erster Tag eben ist. Alles ist neu, vieles fremd. „Ich habe zu Hause weitergearbeitet“, schmunzelt die neue hauptamtliche Mitarbeiterin der Bücherei. Sie hat den Kopf voller Ideen. Vorrangiges Projekt ist die Einführung der E-Books.

Anfang des nächsten Jahres soll es möglich sein, Romane, Sachbücher, aber auch Jugendliteratur auf dem heimischen Reader oder Tablet lesen zu können. Zur Anschauung sollen auch in der Bücherei ein paar Exemplare vorhanden sein. „Damit wir den Kunden zeigen können, wie sie das machen müssen“, sagt Tietje.

Sie selbst liest bevorzugt auf Papier. „Alte Schule“, schmunzelt sie. Aber so ein Reader sei eine tolle Ergänzung, vor allem für den Urlaub oder abends auf der Terrasse.

Die kommenden Monate sollen genutzt werden, die Mitarbeiter zu schulen und die elektronische Ausleihe vorzubereiten. Das Procedere funktioniert ganz einfach: Die Nutzer bekommen ein Passwort und können über die Plattform NBib24 die gewünschte Ausgabe auf den Reader herunterladen. Das Nutzungsrecht erlischt nach einer bestimmten Frist.

Damit erhofft sich das Team mehr Leser zu gewinnen. Die Zahl der Nutzer nahm in den vergangenen Jahren stetig ab.

Seit Anbeginn wird die Bücherei von einem Team Ehrenamtlicher geleitet – allen voran Dr. Waltraud Niehaus. Sie wünscht sich seit Langem Unterstützung. In ihrem Jahresbericht 2014 heißt es: „Um eine lebensfähige Bücherei für Bassum längerfristig zu erhalten, muss die Bücherei eine Umstrukturierung erfahren. Die E-Book-Ausleihe muss möglich sein.“

Die Notwendigkeit sah auch die Politik und entschied, für die Bücherei eine halbe Stelle einzurichten. Susanne Tietje hörte davon und bewarb sich. „Ich kannte die Einrichtung vorher nicht“, erzählt sie. Vor ihrer Bewerbung habe sie sich die Räumlichkeiten angeschaut. Was sie sah, gefiel ihr.

Susanne Tietje ist ausgebildete Buchhändlerin. Literatur ist ein wichtiger Teil ihres Lebens. „Ich lese gern – querbeet.“ Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder (17 und 19 Jahre alt) und wohnt in Syke. In den vergangenen Jahren arbeitete sie als Teilzeitkraft im Buchhandel in Bruchhausen-Vilsen.

Die Arbeit in der Bücherei sei eine ganz andere Art der Aufgabe. „Ich freue mich sehr darauf“, sagt sie. Sie möchte der Bücherei ein neues Profil geben – mit den Ehrenamtlichen zusammen. Der Freundeskreis der Bücherei arbeitet weiter. „Wir sind sehr stolz auf das Team. Das, was die Ehrenamtlichen geleistet haben, ist eine tolle Leistung“, lobt auch Bürgermeister Christian Porsch.

Nicht nur der E-Book-Bereich soll aufgebaut werden. Tietje möchte auch Veranstaltungen anbieten und die Bücherei mehr ins öffentliche Leben rücken. Sie möchte Kontakte zu Schulen und Kindergärten knüpfen, um Kinder möglichst früh an das Lesen heranzuführen. Auch die Senioren hat Tietje als potenzielle Nutzer im Auge. Bereits jetzt seien die meisten Neuzugänge der Bücherei ältere Menschen, die in der Regel ein bis zwei Bücher in der Woche ausleihen.

„Ich habe viele Ideen, wir müssen sehen, was umgesetzt werden kann“, gibt sie sich erst mal etwas zurückhaltend. Letzten Endes hat der Rat der Stadt das Budget-Recht. Große Sprünge konnte das ehrenamtliche Team bisher nicht machen. Der Gesamtetat umfasst 70000 Euro. Davon müssen aber auch die laufenden Kosten bezahlt werden. Für die Anschaffung von Medien stehen der Bücherei im Jahr 7000 Euro zur Verfügung. „Da muss man schon genau auswählen“, sagt Tietje.

Nach den Sommerferien beginnen die Haushaltsberatungen. Dann wird das Budget für 2016 festgelegt.

Die Bücherei ist an drei Tagen in der Woche geöffnet: montags von 15 bis 18 Uhr, dienstags von 15 bis 19 Uhr, donnerstags von 9 bis 12 und von 15 bis 19 Uhr. Der Leseausweis kostet fünf Euro und gilt für die ganze Familie.

Info:

„Bassum – viel mehr als man erwartet“, heißt der Werbeslogan, mit dem die Stadt seit einiger Zeit für sich wirbt. Bassum sei eine familienfreundliche, lebens- und liebenswerte Stadt, sagt Bürgermeister Christian Porsch. Um dieses Leitbild mit Leben zu füllen, leiste sich Bassum viele

freiwillige Aufgaben.

Porsch: „Da geht es um die Lebensqualität.“ Die Kommunalpolitik entscheidet im Rahmen des Budget-Rechts, ob es diese Angebote gibt und wie diese ausgestaltet werden sollen. In einer Serie stellen wir die freiwilligen Aufgaben vor. Erster Teil: Bücherei.

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