Echte Fans kommen aus Bremen und Vechta

Super-Sommer lockt neue und alte Gäste ins Naturbad Bassum

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Kaum öffnet das Naturbad Bassum um 11 Uhr die Pforten, kommen die ersten Gäste. 

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Es ist kurz vor 11 Uhr, das Naturfreibad Bassum öffnet gleich, da pilgern schon die ersten Besucher über den weitläufigen Parkplatz. An der Schulter baumelt die Badetasche, an der Hand führen sie meist ein Kind. Sie suchen Abkühlung vor den Temperaturen des „Super-Sommers“, der an diesem Vormittag schon wieder die 30-Grad-Marke kitzelt. Bettina Lange steht im Kassiererhäuschen und begrüßt gut gelaunt einen Mann, der mit zwei kleinen Jungen gekommen ist: „Na, gehts gut?“

Betreiber Oskar Braun schiebt ein Wägelchen mit einer Reinigungspumpe vorbei. Für ihn bringt das tolle Wetter viel Arbeit mit sich – aber auch viel Freude. Von 7 bis 21 Uhr ist er jeden Tag vor Ort, führt Badeaufsicht und sorgt für die Sauberkeit des Wassers. Und das zahlt sich aus: „Wir konnten auch neue Gäste gewinnen, die das Bad zu schätzen wissen. Die nehmen extra den Weg aus Bremen oder Vechta auf sich, weil sie das Wasser mögen. Da gibt es echte Fans“, erzählt Braun.

Er schätzt, dass er bislang an die 10 000 Gäste begrüßen konnte, „vor allem viele Kinder und Jugendliche“. Das sei eine ordentliche Steigerung, besonders im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Jahren, die Braun als „schlecht“ bezeichnet.

„Unsere Zahlen kann man ohnehin nicht mit denen von richtigen Freibädern vergleichen“, erläutert der Betreiber. Doch er hofft, dass es mit der Hitzewelle erstmal weiter geht. „Einen solchen Sommer habe ich als Betreiber des Naturbades nur einmal 2006 erlebt. Das war mein erstes Jahr hier in Bassum.“

Besonders Familien mit kleinen Kindern nutzen die Erfrischung im Becken.

Ihre erste Saison im Naturbad erlebt Ursula Brockmann. Die Bassumerin ist zwei- bis dreimal in der Woche im Kiosk zu finden, nachdem sie sich auf eine Annonce von Braun gemeldet hat. Und bisher hat sie ihren Entschluss nicht bereut: „Es gefällt mir sehr gut hier, wir haben ein tolles Team. Zudem sind die Leute zufrieden, freundlich und bringen einfach eine gute Stimmung mit.“ Der Kiosk werde gut angenommen, vor allem Pommes und Süßigkeiten sind schwer gefragt. Aber ist es nicht hart, bei der Hitze den planschenden Gästen zusehen zu müssen, ohne selber ins erfrischende Nass hüpfen zu können? Brockmann schüttelt den Kopf und lacht: „Das gehört dazu!“

Die meisten Gäste suchen sich gleich nach ihrer Ankunft ein Plätzchen im Schatten. Anders Bärbel Hoffmann, die direkt am Beckenrand ihr Handtuch ausgebreitet hat. Dort, wo sie ihre Enkel Ben und Leon beim Toben und Schwimmen gut im Blick behalten kann. Die Bassumerin hat das Naturbad in diesem Sommer quasi für sich entdeckt. „Früher war ich oft mit meinen Kindern im Freibad. Ins Naturbad bin ich nicht gegangen, da ich Bedenken hatte“, erzählt Hoffmann.

Doch dann wollte sie dem Bad doch mal eine Chance geben, und ihre Bedenken haben sich komplett in Luft aufgelöst. „Es ist total toll. Das Ambiente ist schön, man muss nicht weit fahren, es ist nicht überfüllt – die Jungs sind begeistert. Wir waren schon gestern hier und kommen morgen vielleicht wieder“, sagt Hoffmann und lacht.

Etwas weiter weg, beim Sprungturm, tummeln sich noch zwei bekennende Freunde des Naturbades. „Wir kommen regelmäßig“, sagt Moritz Doose. Er schätzt vor allem, dass im Wasser kein Chlor ist: „Deswegen kann man auch zum Beispiel auf eine Taucherbrille verzichten. Da stört es auch nicht, dass es etwas kälter ist als vielleicht in anderen Bädern.“ Mutter Sabine stimmt zu: „Das Wasser fühlt sich einfach besser an.“

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