Sulingen und Bassum sollen nach Umzug der Unfallchirurgie intensiv kooperieren

Zwei Häuser – eine Klinik

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Gesprächsrunde im Foyer der Klinik Bassum: (v.l.) kaufmännische Leiterin Brigitte Bösch, Geschäftsführer Uwe Lorentz, Dr. Siegfried Schulte und Pressesprecher Georg Beuke.

Bassum - Von Anke Seidel. Vieles bleibt, wie es ist – aber nicht alles: Das neue Krankenhaus-Strukturkonzept, das Uwe Lorentz als Geschäftsführer der Alexianer-Kliniken im Landkreis Diepholz gestern vorstellte, beinhaltet weniger tiefgreifende Veränderungen als von Bürgern und Politikern befürchtet. Alle Kliniken im Landkreis bleiben erhalten und alle Kliniken verfügen rund um die Uhr über eine notärztliche Versorgung. Nächtliche Operationen sind künftig allerdings nur an der Bassumer Klinik möglich.

Damit bestätigten sich die Informationen, die nach der Sitzung des Aufsichtsrates der Alexianer-Kliniken bereits am Freitag zu hören waren (wir berichteten).

„Bassum soll Hauptstandort werden“, erklärte Uwe Lorentz gestern in einer Pressekonferenz – und erinnerte daran, dass der Krankenhausplanungsausschuss des Landes genau das ja schon im Sommer gefordert hatte.

Der Kreistag wiederum hatte auf ein Zwei-Haupt-Standorte-Konzept gesetzt, sprich die Kliniken in Bassum und Sulingen gleichwertig gesehen. Herbe Abstriche drohten der Klinik in Diepholz, weil die dortige Urologie nach Sulingen verlegt werden sollte. Genau das ist jetzt vom Tisch, die Urologie bleibt in Diepholz.

Dort können – wie in Sulingen und Bassum – tagsüber auch Unfälle behandelt werden. „Auch sonnabends bis zwölf Uhr“, fügte Brigitte Bösch als kaufmännische Leiterin der Alexianer-Kliniken im Landkreis Diepholz hinzu. Alle drei somatischen Kliniken verfügen über einen Notarzt sowie einen D-Arzt mit Zulassung der Berufsgenossenschaften, der Arbeits- und Wegeunfälle behandeln darf – ein wichtiges Kriterium für die wohnortnahe Versorgung der Bürger.

Heißt unter dem Strich praktisch: An allen Kliniken können sich Menschen mit Beschwerden, beispielsweise starken Bauchschmerzen, auch nachts vorstellen. Vor Ort entscheidet der Arzt dann, wie und wo weiterbehandelt werden kann.

Aber nur am Hauptstandort, sprich an der Klinik Bassum, sind Operationen auch mitten in der Nacht möglich: In der Unfallchirurgie, die von der Klinik Sulingen nach Bassum verlegt wird. Dieser Umzug gehörte schon im Sommer zum neuen Strukturplan, weil die gesetzlichen Unfallversicherungsträger die Anforderungen an eine solche Abteilung verschärft hatten.

Eine wichtige Voraussetzung ist eine Hubschrauber-Landemöglichkeit, die jetzt in Bassum geschaffen wird – ebenso die Radiologie. Für die Verlegung der Unfallchirurgie nach Bassum spreche auch, so der Geschäftsführer, dass diese Klinik die größte Intensivstation im Landkreis besitze – ebenso eine Intermediate Care-Abteilung (besondere Überwachungspflege). Um im Gegenzug die Auslastung der Sulinger Klinik zu verbessern, sollen dort verstärkt geplante Operationen erfolgen. „Wir wissen, dass die Notfall-Operationen immer die OP-Planung zerschießen“, berichtet der Geschäftsführer über den Klinik-Alltag – und weiß, wie verärgert Patienten darauf reagieren können.

Die Kliniken in Bassum und Sulingen sollen sich deshalb als „ein Krankenhaus mit zwei Standorten“ begreifen. Sowohl personell als auch inhaltlich sollen sie sich austauschen, hieß es gestern. Geplante Operationen sind ebenso am Krankenhaus in Diepholz möglich, denn dort soll eine interdisziplinäre Chirurgie entstehen – außerdem eine psychiatrische Tagesklinik.

All diese Maßnahmen wertete Uwe Lorentz als „Einstieg in Veränderungen“, die den vergleichsweise kleinen Krankenhäusern im Landkreis Diepholz in der Zukunft unausweichlich bevorstehen würden: Durch neue gesetzliche Vorgaben und veränderte Rahmenbedingungen.

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