„Kammermusik im Stift Bassum“

Süße, Kraft und Brillanz

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Das „Trio Unitatis“ im Stift Bassum: Reinhard Schmiedel am Klavier, Stephan Steinkühler (Violine), und Sabine Steinkühler (Violoncello).

Bassum - Von Anette Hoffmeier. Das zweite Konzert der Reihe „Kammermusik im Stift Bassum“ widmete sich unter der Überschrift „Sonate & Trio“ ganz dem Klaviertrio. In seiner Einführung erläuterte Stephan Steinkühler, dass im Zeitalter der Klassik (ca. 1730-1830) sehr viele Komponisten Sonaten für Violine, Violoncello und Klavier geschrieben haben.

Durch die Erfindung des dynamischen Anschlags im sogenannten „Pianoforte“, entwickelte sich das Klavier von einem reinen Begleitinstrument hin zu einem Soloinstrument, welches die Voraussetzung für die Entstehung der Gattung „Klaviertrio“ war.

Im Gegensatz zum Barock mit seinen kirchlichen und höfischen Konzerten gab es immer mehr Konzerte im bürgerlichen Rahmen, und viele höhere Töchter erlernten das Klavierspiel. Für diese bürgerliche Musikkultur wurden immer mehr Klaviertrios geschrieben. Diesem Genre widmete sich auch das berühmte „Dreigestirn der Wiener Klassik“, wie Steinkühler es nannte: Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven.

Das „Trio Unitatis“ - bestehend aus Reinhard Schmiedel, Klavier; Stephan Steinkühler, Violine; Sabine Steinkühler, Violoncello - hatte Klaviertrios dieser Komponisten im Programm, die diese jeweils für Frauen aus ihrer Umgebung geschrieben haben. „Welche Musen haben unsere drei Komponisten geküsst, dass sie so wunderbare Musik geschrieben haben?“, schwärmte Steinkühler schon vorab.

Sein „Trio E-Dur“ (KV 542) hatte Mozart 1788 in Wien seiner lebenslustigen Klavierschülerin Franziska von Jacquin gewidmet. Das Trio Unitatis meisterte das musikalisch und technisch anspruchsvolle Werk hervorragend mit ausgewogenem Zusammenklang, verspielten Geigenmelodien, kraftvollen Cello- und teils verträumten, teils energischen Klavierklängen.

Joseph Haydn hatte sein „Klaviertrio C-Dur“ (Hob. XV:27) 1795 in London der begabten Pianistin Theresa Bartoluzzi zugedacht. „Haydn war seiner Zeit weit voraus“, so Steinkühler, „als er dieses Werk mit sehr viel Spielfreude und Begeisterung schrieb.“ Die drei Musiker stellten diese Spielfreude durch sehr gefühlvolles, überzeugendes virtuoses Spiel dar. „Phänomenal“, entfuhr es einem der etwa 40 Besucher nach dem sehr schnellen, kraftvollen dritten Satz, der viel Geläufigkeit und filigrane Technik erforderte.

Dachte man nach den ersten beiden Stücken, man hätte schon viel Energie erlebt, wurden die Zuhörenden bei Beethovens „Klaviertrio D-Dur“ (op. 70,1), das er 1808 der Gräfin Marie Erdödy gewidmet hatte, eines Besseren belehrt. „Verve, Dramatik, Süße, Kraft und Brillanz legt Beethoven in dieses Werk“, hatte Steinkühler in der Einführung angekündigt – und nicht zu viel versprochen.

Das Publikum hörte Musik, die mit ihrer Dramatik, Eindringlichkeit und Klangfülle den ganzen Raum zum Schwingen brachte und am Ende in eine ergriffene Stille mündete.

Die Virtuosität der Musiker macht große Lust auf das nächste Konzert: „Klavier & vier Hände“ mit Reinhard Schmiedel und Prof. Larissa Kondratjewa am Klavier am 17. Juli.

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