Susanne Schmid aus Bassum beim Knitting-Festival dabei

Zum Stricken auf die Färöer-Inseln

Begeisterte Strickerinnen (v.l.) Susanne Schmid, Doris Ruf und Carla Koersen beim Workshop.

Bassum/Färöer-Inseln - Von Angelika Kratz. Noch nicht wirklich im deutschen Alltag angekommen sind die drei Freundinnen Susanne Schmid, Doris Ruf und Carla Koersen. Zwar tauchte das Trio nur eine gute Woche aus dem gewohnten Leben ab, dennoch hat dies erhebliche Folgeerscheinungen. Die gemeinsame Reise ging auf die Färöer-Inseln zum dortigen traditionellen „Knitting-Festival“, dem Treffen aller Strickfreundinnen aus der ganzen Welt.

Susanne Schmids Ehemann Klaus hatte davon in einem Reisebericht in der Zeitung gelesen und legte diesen seiner Frau auf den Tisch „Wäre das nicht etwas für Dich?“ Die kreative Lunte war gelegt, denn das Thema Wolle steht bei Susanne Schmid ganz oben an. Schafe hatte das Ehepaar aus Osterbinde über viele Jahre selber gehalten, und deren Wolle nach der Schur wurde zunehmend perfekt von Susanne Schmid verfilzt.

Zudem dreht sie das Spinnrad im Syker Kreismuseum im dortigen Spinnkreis.

Ihre beiden Mitstreiterinnen Doris Ruf und Carla Koersen waren von der Idee eines Strickfestivals ebenso begeistert. „Wir machen das“, ging so mancher neugierige Klick ins Internet und die Ergebnisse. Die Aussichten auf neue Ideen wurden immer verlockender.

Auf eigene Faust wurde die Anreise über Hamburg und Kopenhagen mit Weiterflug auf die Färöer-Inseln organisiert. Auch die Unterbringung überließ das Trio aus Osterbinde, Thedinghausen und Bremen nicht dem Veranstalter. „Es war alles so einfach, nicht mal bei dem Mietwagen musste ein zweiter Fahrer angegeben werden“, freute sich Susanne Schmid bereits vorab.

Der erste Eindruck der Lockerheit sollte sich bei der Ankunft bereits um ein weiteres Mal bestätigen. Nach der Übernachtung im Ferienhaus ging es auf die Suche nach einem netten Café. „Das gab es nicht, aber eine freundliche Dame lud uns einfach in ihr Haus ein.“

Dort wurde Kaffee getrunken und viel erzählt. „Alle Färöer können neben ihrer Muttersprache auch dänisch, englisch und viele auch deutsch und wechseln perfekt hin und her.“ Die Woge der Gastfreundschaft überwältigte neben der gewaltigen Landschaft und dem Wechsel der vier Jahreszeiten die Strickerinnen aus Norddeutschland.

Die Workshops sind stets in Privathäusern, auf den zu Dänemark gehörenden Inseln stehen alle Türen offen. „Es gibt Kirchen und viele öffentliche Toiletten, sogar einen kleinen Weserpark, aber Gaststätten sucht man vergeblich“, berichtet Schmid. Dennoch wird auf den Färöern die Geselligkeit gepflegt. Davon zeugen die regelmäßigen Treffen der Frauen mit ihren Stricknadeln oder Spinnrädern.

Carla Koersen hatte Mut, eine ganz andere Art der Verarbeitung der langfädigen Färöer Schafswolle auszuprobieren. Arme und Schultern kommen dabei in Bewegung, und der Brustkorb weitet sich. Sicherlich eine tolle Methode hinterher singen zu können, darauf wurde dann aber verzichtet.

Die Damen strickten von morgens bis abends, legten die Nadeln lediglich für das Essen weg, wobei Lachs und Sushi ganz oben standen. „Wir haben nur geschaut, was für tolle Stricksachen die anderen anhatten, haben uns aber nicht getraut, Fotos zu machen“, gesteht Doris Ruf.

Auch das Trio hatte lange überlegt, um die richtige Auswahl der handgesponnenen und handgefärbten Ergebnisse in den Koffer zu packen. Der kam dann mit neuer, unverarbeiteter Wolle, den vielen Ergebnissen der Workshops, hunderten Fotos und wohltuender Entschleunigung aus dem Alltag voll gepackt wieder zurück.

„Übrigens kommt der Norweger-Pullover mit seinen Mustern von den Färöer-Inseln“, können die Damen nun belegen. „Jederzeit wieder“, bewegen sich Susanne Schmid, Doris Ruf und Carla Koersen noch auf ihrer wunderschönen Schafswolke, und die kreative Seele schwebt erst langsam von den Färöer-Inseln nach Syke, Bremen und Osterbinde.

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