60 Jahre verheiratet

Streit? „Was soll der Quatsch?“

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Erika und Hermann Bode sind seit 60 Jahren glücklich verheiratet.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Streit? „Was soll der Quatsch? Das gibt es bei uns nicht. Wir haben noch nie gestritten.“ Erika und Hermann Bode aus Bassum schauen sich in die Augen und lächeln. Sie feiern Mittwoch diamantene Hochzeit – sie sind seit 60 Jahren verheiratet. Was ist das Geheimnis einer guten langjährigen Ehe? Bodes überlegen: „Wir reden über alles. Und machen auch alles zusammen.“

Sie lernten sich beim Tanzen in Syke kennen. „Im Hansa-Haus“, erinnert sich der 84-Jährige. „Erika tanzte mit meinem Freund. Ich dachte, was der kann, kann ich doch auch“, erzählt Bode. Der junge Mann klatschte ab. Erika, die mit einer Freundin dort war, sagte nicht nein.

Einige Verabredungen später verliebte sie sich in Hermann. Die beiden kamen zusammen, feierten zwei Jahre später Verlobung und wiederum ein Jahr später Hochzeit.

Freund und Freundin haben sie später auch noch erfolgreich miteinander verkuppeln können.

Erika Bode ist in Syke geboren und aufgewachsen. Nach der Schulzeit lernte sie im Diakonissen-Mutterhaus in Lemförde Hauswirtschaft. Dazu gehörte alles vom Kochen bis zum Schlachten. Wobei sie mit dem Schlachten so ihre Schwierigkeiten hatte, gesteht sie. „Das ging einfach nicht.“ Die Tauben, die es zu Mittag geben sollte, flatterten wenig später an der Küchendecke.

„Vater wollte, dass ich zurückkomme“

Nach der Ausbildung arbeitete sie in einem gastronomischen Betrieb in Süddeutschland. „Ich wäre wohl geblieben, aber mein Vater wollte, dass ich zurückkomme.“

Zum Glück. Sonst hätte sie ihren Hermann nicht getroffen. Der 84-Jährige ist in Bassum aufgewachsen. Als der Krieg beendet war, lernte er Klempner und Installateur. Jahre später wechselte er das Handwerk und wurde der jüngste Elektromeister im Landkreis.

Als sein Chef aus Altersgründen den Betrieb aufgab und einen Nachfolger suchte, winkte Bode ab. „Ich hatte wirklich keine Lust, mich selbstständig zu machen“, erzählt er. Und so wurde er Berufsschullehrer an der BBS Syke.

Handwerklich macht ihm so schnell keiner war vor. Das Eigenheim in Bassum hat er fast allein gebaut. „Ich hatte für einen Tag Hilfe“, muss er noch heute über seinen Nachbarn schmunzeln. Bode hatte gerade begonnen, den Sockel zu mauern, da kam besagter Nachbar, ein gelernter Maurer, schaute sich das Werk an und trat es ein. „Dann zeigte er mir, wie ich es richtig machen muss“, so Bode. Danach war er wieder Herr über die Baustelle.

Täglich im eigenen Pool aktiv

In ihrem Eigenheim wohnen die beiden noch heute – und sie haben es sich richtig schmuck gemacht. Im kleinen Pool im Garten erfrischen sie sich täglich, bis die Wassertemperatur unter zehn Grad fällt.

Die beiden Kinder – Junge und Mädchen – sind längst aus dem Haus, glücklich verheiratet und haben selbst Kinder und Enkel. „Wir sind seit Kurzem Urgroßeltern“, erzählen Bodes stolz.

Es gab aber auch Niederschläge wegzustecken. Ein Enkelkind ist gestorben. „Das ist schwer zu verkraften.“ Er sei immer so gerne mit den Großeltern in den Urlaub gefahren. Seinen Wunsch, dass alle noch einmal gemeinsam verreisen, konnten sie ihm leider nicht mehr erfüllen.

Bodes mögen Camping. Als sie jung waren, schliefen sie im Zelt, später gönnten sie sich einen Wohnwagen. Lieblingsziel: die Nordsee. „Wir haben mit Kollegen auch viele Busreisen unternommen“, erzählt Hermann Bode. Sehr gerne erinnert er sich an die Fahrt zur masurischen Seenplatte.

Zwei vom geselligen Menschenschlag

Das Ehepaar gehört zum geselligen Menschenschlag. „Wir haben viele Freunde, vor allem einen großen Bekanntenkreis und eine ganz tolle Nachbarschaft“, loben sie ihr Umfeld. Das sei schon etwas ganz Besonderes.

Erika Bode hat sich früher auch ehrenamtlich betätigt. Sie ist Tägerin der Bassumer Ehrenamtsmedaille. Lange Zeit war sie Ortsvertrauensfrau bei den Land-Frauen und Gästeführerin. Ihr ist es zu verdanken, dass es den Kulturhistorischen Pfad gibt. „Da hat mein Mann ganz ordentlich mitgeholfen“, sagt sie.

Was das ehrenamtliche Engagement angeht, treten beide in Zukunft ein bisschen kürzer. Der Wohnwagen steht abfahrbereit in der Garage. Ihr Wunsch für die Zukunft: „Dass wir gesund und noch ganz lange zusammen bleiben.“

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