Verkehrssicherheit

Der hohen Kante auf der Spur: Straßenkontrolle in Bassum

Detlef Rolappe  in oranger Kluft stellt eine Warn-Bake neben einem Baum-Stumpf auf.
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Vorsicht, Baumstumpf: Auf seinen Kontroll-Touren hält Detlef Rolappe nach Schäden an Straßen, Rad- und Fußwege Ausschau. Für gefährliche Stellen hat er eine Warn-Bake dabei.

Was macht eigentlich die Straßenkontrolle? Baubetriebshof-Mitarbeiter Detlef Rolappe hält während seiner Tour nach Kanten, Löchern und anderen Gefahren Auschau.

Bassum – „Die machen ja gar nichts.“ Solche Bemerkungen kennen die Mitarbeiter des Baubetriebshofs nur zu gut. Auch beim Bassumer Bauamt fragen Bürger irritiert nach: „Da fährt einer immer nur durch die Gegend.“

Damit ist Detlef Rolappe gemeint. Der gelernte Straßenwärter ist in Bassum für die Straßenkontrolle zuständig, ein Vollzeitjob. „Straßenkontrolle“ steht auch in großen Lettern auf dem Pritschenwagen, mit dem er täglich die städtischen Straßen und Wege abfährt.

An diesem Vormittag steht eine Tour Richtung Groß Ringmar auf dem Plan. An die Bemerkungen hat er sich nach 36 Jahren im öffentlichen Dienst gewöhnt, hat er vorher gesagt. Und wohl auch daran, in seinem orangefarbenen Bulli als rollendes Verkehrshindernis wahrgenommen zu werden. Denn die langsame Geschwindigkeit ist noch so ein Punkt, der für Bemerkungen sorgt. Oder für gewagte Überholmanöver: Ein schwarzer Golf zieht kurz vor der Auffahrt zur Bremer Straße noch schnell vorbei und schert gerade noch vor dem aus der Kurve entgegenkommenden Auto wieder ein.

In der Straße In der Flage sind die Leute vom Baubetriebshof gerade aktiv gewesen und haben den Seitenstreifen ausgebaut. Eine Woche ist das her, schätzt Rolappe. Und jetzt? Schon wieder Schlaglöcher. „Das geht schnell, bei so einem Matschwetter.“

Wegen der Baustelle auf der Harpstedter Straße ist hier mehr los, die Strecke ist als Schleichweg beliebt. Und wenn der Bereich neben der Fahrbahn gerade ausgebessert wurde, dann wird beim Ausweichen wieder schneller gefahren, die Folge: stärkere Abnutzung. „Das ist ein Kreislauf“, sagt Rolappe.

Ist notiert: Die Mängel trägt der Kontrolleur in einer Tabelle ein.

Zu diesem Kreislauf gehört, dass die Kanten und Löcher als Einträge in einer Tabelle landen, die griffbereit auf dem Armaturenbrett liegt. Ebenso wie gefährlich weit herausstehende Gullydeckel oder durch Wurzeln hochgedrücktes Gehwegpflaster. Eine dieser Stolper-Stellen hat Rolappe schon mehrmals aufgenommen, die Adresse weiß er schon auswendig. „Ich kann das weitergeben – ja“, stellt der 54-Jährige während der Tour fest. Aber die Schäden beheben müssen dann andere. „Manchmal schreibe ich das viermal auf.“

„Wann passiert da was?“ ist eine der Fragen, die dem Bauamt häufiger gestellt werden. Dessen Leiter Martin Kreienhop rechnet vor: In Bassum gibt es 290 Kilometer asphaltierte Straße, 42 Kilometer mit Pflaster, 90 Kilometer Schotter- und 290 Kilometer Feldweg – zusammen 712 Kilometer gemeindeeigene Straße. Da komme die Stadt nicht immer hinterher.

Weil Fahrbahnränder mit hohen Kanten oder Löchern ein Unfallrisiko mit sich bringen, hat die Straßenkontrolle einen versicherungstechnischen Hintergrund: Die Stadt muss nachweisen, dass sie die Wege regelmäßig kontrolliert. Aber Richter entscheiden häufig im Sinne der Kommunen und verweisen die Autofahrer auf ihre Eigenverantwortung. Das, erzählt Detlef Rolappe, war auch Thema bei seiner jüngsten Fortbildung zum Thema „Straßenkontrolle, eine hoheitliche Tätigkeit“.

Auf seiner Tour kümmert er sich auch um gefährliche Bäume: Er stoppt den Bulli und zeigt auf einen Ast, der zu einer großen Eiche neben Straße gehört: „Der wackelt da jetzt schon so ‘rum, als ob der gleich ‘runterfällt.“ Mit den Händen verdeutlicht Rolappe den untertassengroßen Durchmesser. Allerdings gehören die Bäume nicht „uns“, also der Stadt. Wird aber weitergeleitet, auf dass Bassum die Besitzer auffordert, das Totholz zu entfernen. An einem (städtischen) Feldweg macht der Kontrolleur wenig später drei bis vier tote Eichen aus, die er in der Tabelle notiert.

Für gefährliche Stellen hat Detlef Rolappe eine Warnbake dabei. In Groß Ringmar hat die Stadt einen dicken Baum entfernen lassen, allerdings ragt der Stumpf neben der Straße noch aus dem Boden. Bei Dunkelheit ist er schwer zu sehen. Also stellt Rolappe hier die Bake auf. Ein hinzugekommener Anwohner möchte wissen, warum der Stumpen nicht einfach weggefräst wird. Dafür muss eine Firma beauftragt werden, erklärt Rolappe hinterher – und die kämen nicht für einen einzigen Stumpf.

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