Ausschuss für Gewerbegebiet am Bramstedter Kirchweg

„Straße verkommt zur Lkw-Rennstrecke“

Bassum - Von Frauke Albrecht. Die Stadt Bassum möchte ein neues Gewerbegebiet auf den Weg bringen und hat bereits Flächen links und rechts vom Bramstedter Kirchwegs (hinter dem ehemaligen Domizil des NWDSB) gekauft. Michael Meier vom Planungsbüro NWP stellte den Mitgliedern des Ausschusses für Bau-, Planung, Landwirtschaft und Umwelt am Donnerstagabend den aktuellen Planungsstand vor.

Um es vorwegzunehmen: Der Ausschuss stimmte mehrheitlich der Neufassung des Flächennutzungsplanes sowie dem Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplanes „Vor dem Karrenbruch“ zu. Bedenken äußerten der Bürgerblock und die Fraktion der Grünen.

Nach Aussage des Planers bieten die Flächen eine große Bandbreite an möglichen Zuschnitten. Den Betrieben können Flächen ab 2 800 Quadratmetern angeboten werden. Auch größere Zuschnitte seien möglich – bis 1,7 Hektar.

Die Erschließung erfolgt über den Bramstedter Kirchweg. Linker Hand, in Richtung Bramstedt gesehen, ist eine Stichstraße vorgesehen. Auf der anderen Seite stehen weitere fünf Hektar zur Verfügung.

Niederlassen können sich Gewerbebetriebe. Ausgenommen seien Tankstellen, betriebsbezogenes Wohnen, Sportanlagen, Einzelhandel mit zentrenrelevanten Sortimenten. Die Höhenbegrenzung soll auf zwölf Meter festgesetzt werden.

Derzeit läuft ein avifaunistisches (die Vogelwelt betreffend) Gutachten. Auch ein Lärmschutzgutachten sei noch in Arbeit. Die vorhandene Wohnbebauung – ein Haus steht an der Bahn und eines an der Landesstraße in Bünte – haben Schutzstatus. Die Baumaßnahme erfordert externe Kompensationsflächen. Zum Planungsstand sagte Meier, dass man nun die frühzeitige Beteiligung durchführen könne.

Bürgerblock und Grüne dagegen

Alexander Loerke von der CDU fürchtet, dass für die Kompensationsmaßnahmen vor allem landwirtschaftliche Flächen umgewandelt werden. „Ich finde, wer versiegelt, muss auch entsiegeln.“ Loerke regte an, die Brandruine in Nienstedt zu kaufen, diese abzureißen und Grün dort wachsen zu lassen oder aber in einen Fonds einzuzahlen.

Meier stellte klar, dass Kompensationsflächen immer im Zusammenhang mit dem Vorhaben stehen müssen. Eine Zahlung sei nicht möglich. Aber statt landwirtschaftliche Flächen umzuwandeln, gebe es Alternativen. Unter anderem eigne sich der Ausbau von Wegeseitenrändern. Auch die Aufwertung von Wald durch bestimmte Anpflanzungen wäre möglich.

„Wir halten dieses Gebiet für denkbar ungünstig“, so der Vorsitzende des Bürgerblocks, Hermuth Straßburg. Seine Fraktion favorisiert eher Flächen im nördlichen Bereich – etwa an der Syker Straße/Bremer Straße. Dort sei zudem eine direkte Anbindung zur B 51 möglich. Der Bürgerblock fürchtet, dass der Bramstedter Kirchweg „zur Lkw-Rennstrecke verkommt“. Dies sei der Schulweg für die Bramstedter, die zur Oberschule wollen, betonte Straßburg.

Auch die Grünen halten das Gebiet wenig geeignet für Gewerbe – bezeichnen die Verkehrsführung als „suboptimal“. Dann doch eher die Flächen bei der AWG, meinte Torsten Eggelmann. „Es ist die beste von allen schlechten Lösungen“, sagte SPD-Chef Dr. Christoph Lanzendörfer.

„Wir sind da schon seit Monaten dran. Lasst uns das vorantreiben“, appellierte Rolf Lahmeyer (CDU).

Peter Fassbinder (Linke) hat nur beratende Stimme im Ausschuss. Er könnte sich mit dem Plan anfreunden, wenn die Zuwegung im Kreuzungsbereich Industriestraße/Bramstedter Kirchweg optimiert würde.

Die Planung wurde mit sieben Ja-Stimmen bei vier Nein-Stimmen zum Beschluss empfohlen. Die Verwaltung versprach, weitere Optionen im Norden zu überprüfen.

Rubriklistenbild: © dpa

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