„Stopp 2+1 – Kein Ausbau der B 51“

Bürgerinitiative will gegen Ausbau der B51 mobilisieren

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Hannelore Kosche und Jürgen Schierholz fordern: Kein Ausbau der B 51. 

Bassum/Fahrenhorst - Von Frauke Albrecht. „Kein Ausbau der B 51“ prangt in großen Lettern auf einem Banner an der B 51. Sechs von diesen Protestschildern und 1 000 Flugblätter hat die Bürgerinitiative für Landschafts- und Umweltschutz Nordwohlde und Fahrenhorst drucken lassen und verteilt. „Wir wollen unsere Kräfte bündeln und möglichst viele Bürger auf das Vorhaben aufmerksam machen. Unser Ziel ist, dass sich viele am Planfeststellungsverfahren beteiligen und Widerspruch gegen die Ausbaupläne erheben“, sagt der erste Vorsitzende der Initiative, Jürgen Schierholz.

„Helfen Sie mit, diesen Wahnsinn zu verhindern“ heißt es auf dem Flugblatt.

„Wir überlegen zudem, Unterschriften zu sammeln“, ergänzt Mitstreiterin und zweite Vorsitzende Hannelore Kosche. Aus Gesprächen mit Anliegern weiß sie, dass viele nicht wüssten, was sie in so einem Widerspruch schreiben sollen. „Viele sind schon etwas älter. Einige haben gar keinen Computer, andere fühlen sich überfordert“, so Kosche. Für diese sei es einfacher, ihren Protest in Form ihrer Unterschrift zu äußern.

Den geplanten Ausbau 2+1 der  Bundesstraße 51 lehnt sie aus mehreren Gründen ab. „Für fünf Minuten Zeitersparnis werden 360 Alleebäume gefällt, fünf Hektar Fläche neu versiegelt und schützenswerte und seltene Tierarten gefährdet“, zitiert sie das Flugblatt.

Strikte Überholverbote statt Ausbau

Kosche und Schierholz bezweifeln, dass sich die Unfallzahlen durch den Ausbau reduzieren werden. „Wir haben uns die Unfallstatistik angeschaut. Die meisten Unfälle in dem Bereich sind auf Wildwechsel und menschliches Versagen zurückzuführen. So etwas können sie gar nicht verhindern“, so Schierholz. Er ist überzeugt: „Uneinsichtige Raser wird es immer geben. Ob mit oder ohne Überholstreifen. Die fahren auch über durchgezogene Linien.“ Die Bürgerinitiative fürchtet eher weitere Unfallgefahren durch überhöhte Geschwindigkeiten und spricht sich statt des Ausbaus für strikte Überholverbote und Geschwindigkeitsreduzierungen aus.

Als Anlieger fürchten sie zudem eine höhere Feinstaubbelastung und erhöhte Lärmbelästigung.

Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Nienburg arbeitet indes an der Vorbereitung zum Planfeststellungsverfahrens. Behördenvertreter Dietmar Thomsik rechnet im späten Herbst damit, das Verfahren beantragen zu können. „Wir befinden uns in der finalen Bearbeitung“, sagt er auf Anfrage unserer Zeitung. „Wir recherchieren derzeit noch die Verfügbarkeit von Flächen für Ausgleichsmaßnahmen“, so Thomsik. Wer etwas anzubieten hat, darf sich gerne bei ihm melden.

Vermutlich 6,5 Millionen Euro für ersten Abschnitt

Sobald das Verfahren beantragt sei, würden die gesamten Unterlagen an den Landkreis geschickt. Dieser prüft die Einleitung. Das könne gut ein Jahr dauern. Der Landkreis legt die Unterlagen offen, beteiligt die Bürger und wägt am Ende ab.

Thomsik ist optimistisch und rechnet 2018/2019 mit einer Genehmigung des Vorhabens. Der Bau beginnt allerdings erst, wenn der Bund die entsprechenden Mittel bereitstellt: Die Realisierung des ersten Abschnitts wird auf 6,5 Millionen Euro geschätzt.

„Viele glauben, dass wir keine Chance haben, das Projekt zu verhindern, weil es sich um ein Vorhaben des Bundes handelt“, sagt Kosche. Sie gibt sich kämpferisch. Wer es nicht versuche, habe gleich verloren. Rückendeckung bekommt die Bürgerinitiative mittlerweile auch von Seiten der Politik. So sind die SPD und die Grünen im Bassumer Rat gegen den Ausbau. In einer Anfrage an den Ausschuss für Bau, Planung, Landwirtschaft und Umwelt hatte Torsten Eggelmann im Juni geschrieben: „Wir sehen im Ausbau der Bundesstraße keinen nachhaltigen Nutzen, der die irreversiblen Eingriffe in Natur und Umwelt rechtfertigen würde.“

Wer Kontakt zu der Bürgerinitiative aufnehmen möchte:

jschierholz@yahoo.com

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