Störung der Telefonleitung: Betroffene kritisieren Informationspolitik der Telekom

Kleine Ursache, große Wirkung

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Leitung tot, was nun?

Bassum - Von Frauke Albrecht. Kleine Ursache, große Wirkung: Eine kurze Meldung über eine Störung der Telekom im Bereich Bassum Logering und Auf dem Brunnen am Mittwoch, und schon standen die Telefone der Redaktion nicht still. Mehrere Bassumer berichteten von ihren Erfahrungen. Allen gemeinsam ist der Frust über die mangelnde Informationspolitik der Telekom.

„Ich habe ja Verständnis dafür, dass die Reparatur länger dauert, vor allem wenn der Schaden größer ist. Aber ich möchte als Kunde doch informiert werden“, ärgert sich beispielsweise Helmut Riechers. Er hätte ja zum Glück noch ein Handy. Einige seiner Nachbarn seien gänzlich auf die „stille Post“ der Nachbarn angewiesen.

Der Rentner hätte sich eine Information seitens des Anbieters gewünscht – sei es in Form eines Zettels im Briefkasten oder einer Bekanntgabe in der Zeitung. „Das geht ja schließlich schon seit Montag so“, sagt Riechers. Als am Dienstag die Leitung immer noch tot war, rief er die Telekom an. Dort hieß es, man sei für ihn nicht zuständig. Riechers ist Kunde von EWETel. Nach gefühlten 15 Minuten in der Warteschleife versicherte man ihm dort, man werde bei der Telekom nachfragen. Denn die EWETel nutzt in dem Bereich das Kabel der Telekom. Und eben dieses sei defekt. Also doch zuständig?

Barbara Junge-Meyer hat mehrmals bei der Störungsstelle der Telekom angerufen. „Leider landet man ja immer bei einem anderen Mitarbeiter im Callcenter.“ Am Montag hieß es, man wisse um das Problem und kümmere sich. Am Dienstagmorgen dann: „Uns ist keine Störung bekannt.“ Junge-Meyer: „Irgendwann hatte ich eine Frau dran, die sagte, das Problem liegt bei uns im Haus. Die Leitung muss durchgemessen werden. Der Techniker wäre aber kostenpflichtig.“

Diesen Satz hörte auch Imke Voss. Der Anschluss ihrer Mutter war betroffen. „Die Störungsstelle sagte, das Problem ist im Haus. Man müsse einen Techniker schicken, der ist kostenpflichtig. Dabei war schon klar, dass viele andere auch betroffen sind. Das konnte gar nicht am Anschluss liegen.“

Absurd: Bei Barbara Junge-Meyer ging sogar gestern noch ein Anruf ein, man müsse etwas durchmessen. Da funktionierte das Telefon bei ihr längst wieder. „Auch meine Tochter ist angerufen worden. Jemand müsse zu Hause ein. Meine Tochter ist aber berufstätig.“

Ganz besonders hat sich Junge-Meyer aber über eine ganz andere Äußerung geärgert. Sie wurde am Mittwoch angerufen und darüber informiert, dass ihr Anschluss funktioniert – und dann etwas rüde gefragt, warum sie wegen der Störung gleich bei der Zeitung angerufen hätte.

Im Bericht war Junge-Meyer gar nicht namentlich genannt worden. Aber die Telekom fragt – auch bei Presseanfragen zu Störungen – immer nach der Telefonnummer eines betroffenen Kunden. Ohne Referenznummer könne man die Anfrage nicht bearbeiten, heißt es.

Übrigens meldete die Telekom am Donnerstag, alle Schäden seien behoben.

KOMMENTAR

Die Telekom fragt bei Störungen, auch bei Presseanfragen, nach einer Referenztelefonnummer, um den Schadensfall möglichst genau lokalisieren zu können. Das ist soweit nachvollziehbar. Überaus frech und mehr als fragwürdig ist es, wenn die Betroffenen dann persönlich angesprochen und gefragt werden, warum sie die Presse über eine Störung informieren würden. Schelte statt Entschuldigung? Geht gar nicht.

Die Bassumerin ist selbstbewusst genug, damit umzugehen. Aber nicht jeder hat so ein Selbstvertrauen. Andere könnten sich eingeschüchtert fühlen.

Fakt ist auch: Ab Montagmorgen kurz nach 8 Uhr war die Telefonleitung in einigen Bereichen tot – und die Betroffenen rätselten noch am Dienstag über die Gründe. Die Störungsstelle machte unterschiedliche Angaben. Für ein Kommunikationsunternehmen ist das keine gute Werbung.

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