Stinkende Hinterlassenschaft

Bassumerin entdeckt an ihrem Grundstück eine „wilde Toilette“

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Die Festwiese am Bahnhof grenzt an eine Grundstückshecke. Davor steht ein Baum. Diese geschützte Ecke nutzen Unbekannte, um dort ihre Notdurft zu verrichten.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Das stinkt zum Himmel. Im wahrsten Sinne des Wortes. Durch Zufall wurde eine Bassumerin darauf aufmerksam, dass ein Unbekannter direkt an ihrer Grundstückshecke regelmäßig seine Notdurft verrichtet. Sie wohnt am Bahnhof, direkt gegenüber des Festplatzes. Eine Nachbarin will beobachtet haben, wie ein Busfahrer dort wiederholt im Gebüsch verschwindet – mit Klorolle.

Der Platz ist von der Straße nicht einsehbar. Als die Anwohnerin sich die Örtlichkeit anschaute, traf sie fast der Schlag. „Es stinkt bestialisch. Überall liegt benutztes Klopapier herum.“ Die Folgen seien eine auffallend hohe Zahl an Schmeißfliegen in ihrem Garten. „Wir mögen mittlerweile nicht mehr auf der Terrasse essen“, ekelt sich die Hausbesitzerin. „Das ist ein absolut unhaltbarer Zustand, der sofort geändert werden muss, allein schon aus Seuchenschutzgründen.“ Sie hat die wilde Toilette fotografiert und sich an die Stadt Bassum gewandt. Die Verantwortlichen haben sofort reagiert und Hilfe versprochen.

Ordnungsamt will alle Busunternehmen anschreiben

„Wir werden zunächst alle Busunternehmer, die das Bahnhofsgelände anfahren, anschreiben und auf das Problem hinweisen“, schreibt Hans-Jürgen Donner vom Ordnungsamt in einem Brief an die Betroffene.

Jedes Busunternehmen würde aufgefordert, die Stadt zwingend bei der Aufklärung zu unterstützen. Donner: „Weiter werden wir die Busunternehmen auffordern, diesen Zustand zu unterbinden und durch entsprechende Maßnahmen Abhilfe zu schaffen.“

Da kommt Freude auf: Ein „wildes Klo“ gehört eher nicht zu den Dingen, die man an seiner Hecke finden möchte.

Ob das Problem damit gelöst wird? „Die Busse fahren im Halbstunden-Takt vom Festplatz ab – fast rund um die Uhr. Da die Toilette im Bahnhof nur zur Öffnungszeit des Cafés zur Verfügung steht, muss das Problem grundsätzlich gelöst werden“, argumentiert die Anwohnerin. Sie denkt an eine mobile Toilette, wie sie auch im Tierpark zu finden ist.

Schlechte Erfahrungen mit öffentlichen Toiletten

Mit öffentlichen Toiletten allerdings hat die Stadt eher negative Erfahrungen gemacht. „Es gab mal eine öffentliche Toilette im Gebäudeteil des Mütter-Kinder-Zentrums, hinter der Polizei“, erinnert sich Andreas Abelt vom Ordnungsamt. Diese war in einem derart schlimmen Zustand, dass sich die Reinigungskräfte mit der Reinigung überfordert sahen. Mittlerweile ist die Toilette verschlossen – den Schlüssel gibt es auf Nachfrage bei der Polizei.

Für die Besucher des Tierparks Petermoor hat die Stadt ein Dixie-Klo aufgestellt. Nach Aussage von Bauamtsleiter Martin Kreienhop sei dieses aber eingezäunt und nur zu den Öffnungszeiten des Parks zugänglich. Dixie-Klos seien nur bedingt sinnvoll, so Kreienhop. An abgelegenen Orten, dazu zählt er auch den Bahnhof, sei die Gefahr des Vandalismus zu groß. Unbekannte könnten das Klo umkippen oder gar anzünden. „Ist in anderen Kommunen bereits vorgekommen.“ Um die stinkenden Hinterlassenschaften müssten sich dann die Männer des Bauhofes kümmern.

Diese sehr undankbare Aufgabe wird ihnen auch in diesem Fall nicht erspart bleiben, da es sich um eine öffentliche Fläche handelt. Das bestätigt Andreas Abelt.

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