22-Jähriger räumt Taten vor Gericht ein

Stimmen sollen Brandstiftung befohlen haben

Verden/Bassum - Von Wiebke Bruns. Ein Patient des „Zentrums für seelische Gesundheit“ in Bassum soll im Juni 2017 in der Klinik zwei Brände in seinem Zimmer gelegt und einen Krankenpfleger gewürgt haben. Seit gestern muss sich der psychisch kranke Mann vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Verden wegen schwerer Brandstiftung und Körperverletzung verantworten.

Die Staatsanwaltschaft Verden wirft dem zuletzt in Freistatt wohnenden 22-jährigen Angeklagten vor, zunächst am 1. Juni 2017 im Bad seines Zimmers in der Klinik ein Kopfkissen angezündet zu haben. Der Schaden beschränkte sich weitestgehend auf eine Verrußung und wird in der Anklageschrift mit 5.000 Euro beziffert. Zehn Tage später soll der Angeklagte wiederumim Bad eine Duschmatte angezündet haben. Infolge der Verrußung sei ein Schaden in Höhe von 3.000 Euro entstanden. „Wie ihm klar war, wurden die Räume unbewohnbar“, heißt es in der Anklageschrift.

Kurz darauf, am Tag seines Geburtstages, soll der korpulente Angeklagte einen Krankenpfleger mit den Händen gewürgt haben. Nachdem sich der 45-Jährige mithilfe von Kollegen hatte befreien können, soll ihn der Angeklagte noch mal in den Schwitzkasten genommen. Wie der Geschädigte vor Gericht aussagte, hatte man den Angeklagten, der in seinem Zimmer zuvor randaliert hatte, fixieren wollen. Neun bis zehn Mann seien dafür erforderlich gewesen.

Aktuell befindet sich der in Rotenburg geborene Angeklagte in einer psychiatrischen Klinik in Lüneburg. In dem Strafprozess soll nicht nur die Schuldfrage geklärt werden, sondern auch die Voraussetzung einer unbefristeten Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Hierfür sind die Frage der Schuldfähigkeit und eine Gefährlichkeitsprognose von Bedeutung.

Sechs Verhandlungstage angesetzt

Beim Prozessauftakt am Montag wollte der Angeklagte zunächst keine Angaben machen. „Ich will später aussagen“, sagte der 22-Jährige. „Er ist zu aufgeregt“, erklärte seine Verteidigerin und stellte eine Aussage für den zweiten Verhandlungstag am 27. November in Aussicht. Im Verlauf des ersten Prozesstages äußerte sich der Angeklagte dann doch zu den Vorwürfen und räumte die Taten ein. Im Raum steht, dass ihm Stimmen die Brandstiftungen befohlen haben könnten. Bei der Körperverletzung habe er sich gegen die Fixierung wehren wollen.

Insgesamt hat das Gericht sechs Verhandlungstage bis zum 12. Dezember vorgesehen.

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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