130-köpfiger Chor, 65 Instrumentalisten, vier Solisten: Verdis „Requiem“ ist am 5. November in Bassum zu hören

„Die Stiftskirche wird beben“

Die Bassumer Kantorei (Archivfoto) bekommt am 5. November massive musikalische Unterstützung. Insgesamt werden fast 200 Stimmen und Instrumente für ein außergewöhnliches musikalisches Erlebnis sorgen. - Foto: Wosch

Bassum - Von Frank Jaursch. Wer Réka-Zsuzsánna Fülöp und Ralf Wosch schon mal bei der Arbeit zugesehen hat, der weiß: Die beiden Kreiskantoren sind echte Überzeugungstäter. „Das Jahr ist viel zu kurz für all die Ideen, die wir haben“, schmunzelt Fülöp. Ein Höhepunkt dieses Jahres naht mit großen Schritten. Am Sonnabend, 5. November, führen die Bassumer und die Nienburger Kantorei gemeinsam mit dem Jungen Philharmonischen Orchester Niedersachsen (JPON) in der Stiftskirche das „Requiem“ von Guiseppe Verdi auf – mit insgesamt fast 200 Akteuren. Ralf Wosch ist sich sicher: „Die Stiftskirche wird beben.“

Allein knapp 130 Stimmen stark wird der gemeinsame Chor. Schließlich muss der dem mächtigen Instrumentarium des JPON Paroli bieten können. Erstmals gehen die Kantoreien aus Bassum und Nienburg dafür eine Kooperation ein.

Den Nienburger Chorleiter Christian Scheel kennen Fülöp und Wosch noch aus gemeinsamen Studienzeiten. „Die Nienburger haben Verdis Requiem schon mal aufgeführt“, weiß Fülöp. In den vergangenen Monaten haben sich auch die Bassumer das mächtige Werk des italienischen Ausnahmekomponisten angeeignet. „Das ist schon eine sehr anspruchsvolle Leistung“, lobt die Kantorin.

Verdis Vertonung des traditionellen Requiem-Textes ist „eine schöne Herausforderung für uns“, die Fülöp vom gesanglichen Niveau in die Nähe einer Oper stellt.

Etwa 65 Musiker des Jungen Philharmonischen Orchesters Niedersachsen sind Anfang November Bassum zu Gast, um Verdis „Requiem“ aufzuführen. - Foto: Stephan Roehl

Schwierig, aber nicht unmöglich für die Bassumer Kantorei: Die Frauen und Männer zwischen 19 und 80 Jahren stellten sich der Aufgabe, unter anderem intensiv bei einem gemeinsamen Chor-Wochenende in Bad Bederkesa. Und fiebern dem Auftritt entgegen.

Fülöp („Ich liebe Verdi“) weiß, was sie ihren Sängern abverlangt. Und sie ist sicher, dass auch und gerade die Älteren der Aufgabe gewachsen sind. „Als ich nach Bassum kam, habe ich mit Freude erlebt, wie auch Leute mit hohem Alter noch so was von gut singen können.“

Passend dazu sind auch die Musiker des JPON bekannt für ihren großen Enthusiasmus, für ihre musikalische Wucht und Frische gleichermaßen. „Die sind mit Leib und Seele dabei“, weiß Fülöp. Rund 65 Instrumentalisten werden in Bassum zu Gast sein – exzellente „Liebhabermusiker“, Musikstudenten und Profimusiker aus ganz Deutschland.

Vier Gesangssolisten komplettieren das Konzert: Patricia Andress (Sopran), Anna Bineta Diouf (Alt), Alec Otto (Tenor) und Daniel Blumenschein (Bass). Bereits mehrere Tage vor dem Auftritt kommen die Akteure in Bassum zusammen, um gemeinsam und in Gruppen proben zu können.

Auf die Künstler und die Zuhörer kommt also gleichermaßen ein mächtiges Musikerlebnis zu. „Der Schwerpunkt liegt nicht im weltlichen Bereich“, so Fülöp. Sondern in der christlichen Botschaft, nicht nur bis zum Ende des irdischen Lebens, sondern darüber hinaus zu denken – bis zu jenem Tag also, an dem alle vor Gott stehen und dieser nach ihren Taten und ihrem Glauben über sie richtet.

Zweites Konzert in Nienburg

Vom „Zorn Gottes“ ist da etwa die Rede. „Das versteht Verdi sehr bildhaft und gewaltig darzustellen“, sagt Réka-Zsuzsánna Fülöp. Sie sieht eine Stärke des Stückes darin, die Menschen zum Nachdenken über ihr Leben zu bringen. In Zeiten des „Wohlfühlevangeliums“ sei es gar nicht schlecht, auch Konsequenzen des eigenen Handelns wahrzunehmen.

Das Werk kommt zweimal zur Aufführung. Am 5. November hat Fülöp die musikalische Leitung inne. Einen Tag später, bei der Aufführung in der Nienburger St.-Martin-Kirche, tritt die Bassumerin als einfaches Mitglied in die Reihen der Kantorei zurück – und überlässt Scheel die Leitung. Das könnte dazu führen, dass zwei Konzerte mit ganz unterschiedlichen Nuancen zu hören sind.

Karten für das Konzert in der Stiftskirche (Beginn: 19.30 Uhr) gibt es im Vorverkauf für 10 bis 24 Euro in den Geschäftsstellen der Kreissparkasse in Bassum und Syke. Bei den Plätzen im Seitenschiff wird eine Video-Leinwand für eine optische Bereicherung sorgen.

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