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Bassum: Ab Juli nur noch stiller Alarm

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Von: Anika Seebacher

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Die Sirenen in Bassum bleiben ab Juli still. Dann erfolgen die Alarmierungen ausschließlich digital.
Die Sirenen in Bassum bleiben ab Juli still. Dann erfolgen die Alarmierungen ausschließlich digital. © Jens Büttner/dpa

Die Sirenen in Bassum verstummen ab Juli. Ab dann werden die Feuerwehrmitglieder ausschließlich digital alarmiert. Um weitere Änderungen und Pläne ging es nun im Fachausschuss.

Wenn die Sirenen heulen, ist jedem im weiteren Umkreis klar, dass die Feuerwehr zeitnah ausrückt und zur Hilfe eilt. Doch bald bleibt es bei den Ortskommandos der Freiwilligen Feuerwehr in Bassum still. Zum 30. Juni werden die analogen Sirenen abgeschaltet, die Alarmierung erfolgt dann ausschließlich auf digitaler Ebene. Darüber informierte Stadtbrandmeister Claas Meyer im Ausschuss für Öffentliche Sicherheit und Ordnung.

Die Sirenen wurden vor allem während des Kriegs genutzt, um die Bevölkerung vor Luftangriffen zu warnen. Später nutzte man sie, um die Feuerwehren hierüber zu alarmieren. Hinzu kamen die Funkmelder, um Feuerwehrmitglieder zu erreichen, die nicht vor Ort sind. Wenn es ab Juli dann nur noch den stillen Alarm gibt, soll der Strom für die analogen Sirenen abgeschaltet werden, so Meyer. „Wir richten gerade zusätzlich die Möglichkeit ein, unsere Mitglieder über das Handy zu alarmieren“, sagte der Stadtbrandmeister, der hofft, dass weiterhin möglichst viele Einsatzkräfte im Notfall mit ausrücken.

Aufrüstung und Demontage zu teuer

Was mit den verstummten Sirenen passiert, wollten die Ausschussmitglieder wissen. Darauf erklärte Ordnungsamtsleiter Andreas Abelt: „Wir haben sehr viele Sirenen im Stadtgebiet. Es wäre zu teuer, alle abzubauen. Aber ebenso, sie umzurüsten.“ Mit rund 3000 Euro pro Sirene setzte Abelt die Kosten an. Daher bleiben die stillgelegten Anlagen seiner Aussage nach an ihren bisherigen Standorten. Sollte eine Sirene zu einem späteren Zeitpunkt Schäden aufweisen, soll entschieden werden, ob eine Reparatur oder Demontage erfolgt. „Gegebenenfalls werden die Sirenen für Katastrophenalarme benötigt“, erklärte Abelt, „dann ist die Ausstattung wenigstens noch vorhanden“. Jeder Hauseigentümer habe aber das Recht, die Anlagen entfernen zu lassen, informierte der Ordnungsamtsleiter auf die Frage von Wilhelm Wortmann, Ortsvorsteher in Eschenhausen. Denn seinen Beobachtungen zufolge, hätten jüngere Generationen keinen Bezug mehr zu den Sirenen und somit eher den Wunsch, diese auf dem Privatgrundstück abzubauen.

Für Dörte Binder (CDU) lösten die Sirenen bislang nicht nur Alarm aus, sondern erzeugten auch „eine gewisse Grundstimmung im Ort“. So habe jeder Bewohner durch das akustische Signal gewusst, dass die Feuerwehr ausrücke, und sei rechtzeitig über eine mögliche Gefahrenlage gewarnt worden. Zuletzt habe sich bei dem Küchenbrand in Neuenkirchen (wir berichteten) gezeigt, dass so die anliegenden Bürger schnell ihre Fenster schließen konnten. „Bis die Warnung im Radio kam, war schon viel Rauch entstanden“, sagte Binder.

Endlich wieder im Regelbetrieb

Mit Blick auf die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Bassum, ist der Stadtbrandmeister froh, „dass wir nach dem Wegfall der Corona-Verordnung endlich wieder im Regelbetrieb sind“. So konnten der Ausbildungs- und Dienstbetrieb wieder aufgenommen werden. „Gerade die jüngeren Mitglieder wissen teilweise schon nicht mehr, wo sich welches Gerät befindet“, berichtete Claas Meyer. „Aber wir können uns keine Fehler leisten“, betonte er. Zugleich ist er froh, dass während der Pandemie die Personalstärke nicht gelitten habe. Lediglich bei der Jugendfeuerwehr habe es Austritte gegeben. „Das Zeltlager war ein Highlight. Und das musste dann oft ausfallen“, erklärte sich Meyer den Grund.

Für ihre Einsatzkräfte hat die Bassumer Feuerwehr zuletzt fünf Kohlenmonoxid-Warner angeschafft, weitere sollen folgen. Damit werden diejenigen ausgestattet, die als Erstes ein Gebäude beim Einsatz betreten, um festzustellen, ob sich das gefährliche Gas vor Ort befindet. Um die Leistungsfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehr zu gewährleisten, richtet sich die Stadt Bassum nach dem Feuerwehrbedarfsplan. Dieser muss fortgeschrieben werden, sagte Bassums Erster Stadtrat Karsten Bödeker. Die Analyse stehe im Herbst an, „aber ich sehe keinen großen Änderungsbedarf“. Derzeit werde das Feuerwehrgerätehaus in Dimhausen gebaut, berichtete Bödeker. Er rechnet mit einer Fertigstellung bis zum Frühjahr. Aufgrund zahlreicher weiterer Bautätigkeiten sei der Anbau des Gerätehauses der Feuerwehr Nordwohlde verschoben worden. „Die Vorgespräche werden wir im Herbst führen, um 2023 mit der Maßnahme zu beginnen“, sagte Bödeker.

Alles neu: MTW, TLF und GWL

Über die Anschaffung neuer Fahrzeuge berichtete im Anschluss Ordnungsamtsleiter Abelt. In Kürze werde die Ortsfeuerwehr Bramstedt einen neuen Mannschaftstransportwagen erhalten, im Oktober soll ein neues Tanklöschfahrzeug für Dimhausen ausgeliefert werden. Lediglich der Gerätewagen Logistik, der den Schlauchwagen in Bramstedt ersetzen soll, lasse auf sich warten, so Abelt. Vermutlich werde vor dem Winter nichts passieren.

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