Ratssitzung

Nachfolger gefunden: Bödeker soll in Bassum für Lyko übernehmen

Der amtierende Erste Stadtrat Norbert Lyko und sein designierter Nachfolger Karsten Bödeker, jeweils mit FFP2-Maske, unterhalten sich im Anschluss an die Ratssitzung.
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Der Alte und der Neue: Der amtierende Erste Stadtrat Norbert Lyko (l.) und sein designierter Nachfolger Karsten Bödeker im Zwiegespräch nach der Ratssitzung am Donnerstag.

Bassums Stadtpolitik hat sich in der Personalie des stellvertretenden Verwaltungschefs festgelegt. Auch über einen Grundschul-Ausbau und eine Feuerwehr-Fusion hat der Rat abgestimmt.

Bassum – Karsten Bödeker soll auf Norbert Lyko folgen. Diese Personalie war die größte Überraschung bei der letzten Sitzung des Rates der Stadt Bassum in diesem Jahr. Im Gasthaus Zur Post standen ein Grundschul-Ausbau, die Fusion zweier Ortsfeuerwehren und ein Bauvorhaben auf der Tagesordnung. Und es ging um die Frage, wer ab April 2022 auf Norbert Lyko, den stellvertretenden Chef der Verwaltung, folgen soll.

Seit seinem Wechsel aus der Diepholzer Kreisbehörde hat Lyko das Bassumer Rathaus über Jahre als Erster Stadtrat geprägt. Dass er 2022 in den Ruhestand gehen wird, war schon länger bekannt.

Der Bürgermeister hat das Vorschlagsrecht für seinen Vertreter

In der Frage der Nachfolge hatte sich Bürgermeister Christian Porsch, der das Vorschlagsrecht hat, bis zuletzt nicht in die Karten schauen lassen. Am Donnerstagabend hat er nun seinen Wunschkandidaten öffentlich präsentiert. Der kommt aus einer Nachbarstadt: Karsten Bödeker ist Vorsitzender des Syker Rats, dem er für die SPD angehört. Entscheidender für seinen neuen Job dürfte aber seine Verwaltungserfahrung als Leiter des Sozialamtes im Landkreis Verden sein.

Um es kurz zu machen: Der Bassumer Rat hat den Vorschlag des Bürgermeisters angenommen, einstimmig. Wofür Porsch zuvor mit „der großen Bitte“ geworben hatte. Laut Porsch hatte sich Bödeker unter 24 Bewerbern, von denen sechs eingeladen wurden, durchgesetzt.

Bödeker: „Mein Berufsleben massiv verändert“

Der so mit einer neuen Aufgabe Betraute bedankte sich in einer kurzen Rede. Er sagte, dass er mit seinen 51 Jahren mitten im Berufsleben stehe und, an die Ratsmitglieder gerichtet: „Sie haben mein Berufsleben massiv verändert – und darauf freue ich mich.“ Von seiner Seite aus sei alles bereit für eine gute Zusammenarbeit.

Damit dürfte der Stabübergabe zum 1. April 2022 nichts mehr im Wege stehen. Sie sehe diesem Tag mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen, kommentierte Bassums Ratsvorsitzende Luzia Moldenhauer (SPD).

Lyko hat „allergrößten Respekt“ wegen anstehender Feuerwehr-Fusion

Dass es Norbert Lyko schwerfallen wird, sich von seinen Aufgaben zu trennen, wurde am Donnerstagabend auch noch einmal deutlich. In der Stadtverwaltung ist er nicht nur allgemeiner Vertreter, sondern auch Fachbereichsleiter für Ordnung und Sport (Schule und Soziales wurden kürzlich ausgegliedert) und damit für die Feuerwehr zuständig. Bei der Ankündigung seiner nächsten Zwischenbilanz zum Feuerwehr-Bedarfsplan musste sich Lyko daran erinnern, dass er die vor dem 1. April vorstellen muss.

Apropos Feuerwehr-Bedarfsplan: Nach dem Ausschuss für öffentliche Sicherheit und Ordnung hat nun auch der Rat einer Feuerwehr-Fusion geschlossen zugestimmt. Ab 1. Januar soll es eine Ortsfeuerwehr Apelstedt-Nienstedt geben, als gemeinsame Neugründung. Lyko brachte in diesem Zusammenhang den beiden Ortsbrandmeistern seinen „allergrößten Respekt“ entgegen. Das von den Ortswehren einstimmig beschlossene Zusammengehen sei ein „Signal an die Dorfgemeinschaften“.

Feuerwehr-Fusion: Ein Erfolg des Bedarfsplans?

Was die politische Bewertung angeht, taten sich allerdings Unterschiede auf: Dorit Schlemermeyer (SPD) sagte: „Wir sind total froh über diese Entwicklung.“ Die Fusion sei ein Ergebnis des Feuerwehr-Bedarfsplans, den die SPD-Fraktion auf den Weg gebracht habe, während die CDU anfangs dagegen war.

Eine Aussage, auf die CDU-Fraktionschef Hans-Hagen Böhringer als „Ur-Apelstedter“ später zurückkam: Die Fusion sei nicht der Erfolg des Bedarfsplans. Am Plan betonte er dagegen Punkte wie Löschwasserversorgung, Personal, Ausrüstung und Ausbildung – als Voraussetzung für den Erhalt der kleinen Wehren.

Bramstedt wächst: Grundschul-Ausbau ist die „schöne Konsequenz“

Seine geschlossene Zustimmung gab das Stadtparlament dem Ausbau der Grundschule in Bramstedt um vier Unterrichtsräume für rund 1,5 Millionen Euro. Christian Porsch nannte dies „ein schönes Beispiel für politische Entscheidungen und deren Auswirkungen“.

Dass in Bramstedt Bauplätze geschaffen wurden, macht sich nun in steigenden Schülerzahlen bemerkbar. „Eine teure, aber schöne Konsequenz“, befand der Bürgermeister.

Eike Sellmer (Grüne) betonte, es gehe nicht allein um steigende Schülerzahlen: „Schule hat sich verändert, Schule braucht Raum.“ Henning Meyer (CDU) hob den „Bildungscampus“ aus Krippe, Kita und Grundschule hervor. Auch Hermuth Straßburg, Bürger-Block-Fraktionschef, nannte den Ausbau „nur konsequent“. Man müsse aber auch die Entwicklung in den anderen Ortschaften im Blick behalten.

Mehrgenerationenhaus an der Langen Wand soll kommen

Beschlossen hat der Rat zudem den Bebauungsplan „Lange Wand I“. Somit kann in zentraler Lage wie geplant ein dreigeschossiges Mehrgenerationenhaus mit acht Wohnungen entstehen.

Auf höhere Entschädigungen können sich Ehrenamtliche bei der Stadt Bassum wie Ratsmitglieder oder Funktionsträger der Feuerwehr freuen: Der Rat billigte eine Erhöhung um je (aufgerundet) neun Prozent. Auch weil die Bassumer Medaille pandemiebedingt zuletzt nicht vergeben werden konnte, solle das laut Bürgermeister Porsch zeigen, „wie wichtig uns ehrenamtliche Arbeit in jeglicher Form ist“.

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