Das Sportprogramm ist inklusive

Stadtradeln in Bassum: Star Alexander Grosser hat seine Ziele erreicht

Stadtradelstar Alexander Grosser mit seinem Fahrrad.
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Er hat nichts vermisst: Alexander Grosser hat seine Zeit als Stadtradelstar für Bassum genossen.

Alexander Grosser hatte zwei Ziele für seine Zeit als Bassumer Stadtradelstar. Zum einen wollte er wirklich jeden Tag mit dem Rad unterwegs sein. Zum anderen die 1000-Kilometer-Marke knacken. Beides hat er erreicht. Insgesamt legte er 1167 Kilometer zurück.

Bassum – Eigentlich gab es nur eine einzige Situation, in der Alexander Grosser dachte: „Nun würde ich schon ganz gern einfach ins Auto steigen.“ Und zwar als er seinen Rasen mähen wollte. Denn der Rasenmäher stand so unglücklich hinter dem Fahrzeug in der Garage, dass er es nicht hervorholen konnte. Aber einfach ins Auto setzen und vorfahren ging auch nicht – das verbot ihm schließlich seine Ehre als Bassums Stadtradelstar, der drei Wochen lang dem fahrbaren Untersatz auf vier Rädern abgeschworen hatte.

Glücklicherweise sprang seine Frau ihm bei, fuhr das Auto aus der Garage, und Grosser konnte den Rasen stutzen, ohne seinen Schwur zu brechen. Aber ansonsten hat der Bramstedter den Wagen gar nicht vermisst. „Im Alltag habe ich ihn nicht gebraucht. Zur Arbeit nach Bremen bin ich jeden Tag 30 Kilometer mit dem Rad gefahren. Das hatte seine Vorteile. Morgens kommt man gleich etwas wacher ins Büro, und wenn man abends nach Hause kommt, hat man sein Sportprogramm schon hinter sich.“ Zeitlich habe es kaum einen Unterschied ausgemacht, ob er mit dem Rad oder mit dem Zug anreiste.

„Auch das Einkaufen hat problemlos geklappt. Man muss nur ein bisschen planen, beispielsweise an passende Satteltaschen denken oder schützende Kleidung – denn einmal bin ich furchtbar nass geworden. Das Auto bietet eben mehr Bequemlichkeit.“ Wenn man auf die verzichten könne, sei alles möglich. Sogar eine Kommunionsfeier konnte Grosser besuchen. „Ich habe mich eben erst vor Ort festlich angezogen.“

Meistens in der Region unterwegs

Grosser hatte zwei Ziele für seine Zeit als Stadtradelstar. Zum einen wollte er wirklich jeden Tag mit dem Rad unterwegs sein. Zum anderen die 1000-Kilometer-Marke knacken. Beides hat er erreicht. Insgesamt hat er 1167 Kilometer zurückgelegt. Seine längste Tour an einem Tag betrug 90 Kilometer.

Grosser war meist in der Region unterwegs, hat aber auf seinen Fahrten einige neue Strecken entdeckt, die er vorher noch nicht kannte. „Zum Beispiel die zwischen Abbenhausen und Beckeln. Meist bin ich abends geradelt, wir haben hier gute Wege und eine schöne Region, Gut fand ich es immer, wenn Fahrradparkplätze überdacht waren und es gute und sichere Abschließmöglichkeiten gab.“

Dass Auto komplett abzuschaffen, kann sich Grosser zwar noch nicht vorstellen, aber den Verkauf für die Zukunft völlig ausschließen will er auch nicht.

Und er hat nach den drei Wochen Stadtradeln auch eine kleine Anregung für die Stadt Bassum. „Es wäre toll, ein Lastenfahrrad zum Ausleihen anzuschaffen, falls man mal größere Einkäufe zu transportieren hat.“

Jagd nach Kilometern nicht das Hauptziel

Diesen Hinweis nahm Bürgermeister Christian Porsch gerne auf, der stolz auf den Verlauf des Events in Bassum ist. „Wir hatten 315 Teilnehmer, das sind 100 mehr als noch im Jahr davor. Das hat uns positiv überrascht, da wir nicht mehr Werbung dafür gemacht haben und auch wegen Corona keine Events dazu anbieten konnten.“

Zusammen sind die Bassumer 84 000 Kilometer geradelt, weiß Bassums Kulturbeauftragte Claudia Voss. „Mehr als zweimal um den Äquator. Und Bassum war auch pro Radler richtig gut“, findet Voss. „Manche haben extrem abgeliefert.“

Doch die Jagd nach den meisten Kilometern sei nicht das Hauptziel des Stadtradelns gewesen, betont Porsch, der unter anderem mit seinen Amtskollegen die Reise nach Kirchdorf zur Bürgermeisterkonferenz bestritten hat. „Viel wichtiger ist der Anreiz, einfach mal das Auto stehen zu lassen und die Leute dafür zu sensibilisieren, dass man auch mit dem Rad viele Strecken bewältigen kann. Wenn da ein Umdenken stattfindet, haben wir unser Ziel erreicht.“

Von Julia Kreykenbohm

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