Stadtbrandmeister Theo Garrelts verwundert über Kritik am Feuerwehr-Konzept

„Lehne Bedarfsplanung ab“

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Theo Garrelts setzt auf gewachsene Strukturen.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Stadtbrandmeister Theo Garrelts hat vor mehr als einem Jahr von der Politik den Arbeitsauftrag erhalten, ein Konzept zu erstellen, das aufzeigt, wie die Feuerwehr derzeit und mittelfristig aufgestellt ist. „Es war nicht die Rede davon, über Zusammenlegungen von Ortswehren zu sprechen“, erklärte Garrelts gestern auf Nachfrage unserer Zeitung. Er wundert sich, dass dies nun eventuell doch Thema werden soll.

Garrelts ist irritiert von der Diskussion in der Sitzung des Finanzausschusses. Die Mitglieder hatten sich über Hinweise des Landesrechnungshofes unterhalten, unter anderem auch für den Bereich Feuerwehrplanung (wir berichteten). Der LRH empfiehlt, über Fusionen von Ortsfeuerwehren und über gemeindeübergreifende Aufgabenwahrnehmung zu diskutieren.

„Mal ganz davon abgesehen, dass gemeindeübergreifende Aufgabenwahrnehmung heute bereits in vielfältiger Weise erfolgt, können wir grundsätzlich über alles reden. Aber ich wundere mich, weil etwas anderes abgesprochen war“, ärgert sich der Stadtbrandmeister.

Wunsch der Politik war es, eine Entscheidungshilfe für zukünftige Investitionen im Feuerwehrbereich zu erhalten. Außerdem sollte das gewünschte Konzept den demografischen Wandel berücksichtigen. „Mir wurde versichert, dass die Zusammenlegung von Ortsfeuerwehren nicht Thema des Konzeptes für eine schlagkräftige Feuerwehr sein sollte. Aus diesem Grund wird das auch nicht behandelt“, erklärt Garrelts.

Er hat den Entwurf im Dezember an die Mitglieder des zuständigen Workshops übergeben. Im Januar wollte sich eine Ratsgruppe damit beschäftigen und mögliche Fragen in schriftlicher Form an den Stadtbrandmeister schicken. Die Liste existiert bereits, allerdings hat Garrelts sie noch nicht erhalten. Deshalb war er verwundert, aus der Zeitung von den besagten Hinweisen zu erfahren.

Eine Zusammenlegung von Feuerwehren macht für ihn nur dann Sinn, wenn dies die Wehren selbst wünschen, sie die Mindeststärke nicht erfüllen können oder auf Dauer die Führungspositionen nicht mehr besetzen können. Diese Situation sieht der Stadtbrandmeister für Bassum derzeit und auch in den kommenden Jahren nicht. Sein Fazit lautet: „Die Feuerwehr ist personell gut bis sehr gut aufgestellt.“

Mittelfristig müsste man darauf hinwirken, möglichst viele Aktive an die Wehr zu binden und weitere zu gewinnen.

Im Übrigen: Fusionen von Feuerwehren führen nicht zwangsläufig zu einer Kostenreduzierung, sagt Garrelts. Durch eine Zusammenlegung entstünden größere Gebiete. Das wiederum könne dazu führen, dass aus einer Grundwehr eine Stützpunktwehr gebildet werden müsse.

Von einer Feuerwehrbedarfsplanung, ein Hinweis des Landesrechnungshofes, hält Garrelts nichts. „Wenn man über Umstrukturierung spricht, muss man ganz von vorne beginnen. Dann nimmt man sich eine Karte der Stadt Bassum und plant den gesamten Bereich neu – es zählt nur die Frage, was braucht die Stadt und an welcher Stelle ist es am günstigsten?“, erklärt Garrelts die Vorgehensweise. „Das kann dazu führen, dass hohe Kosten entstehen, weil beispielsweise Gerätehäuser an anderen Standorten mehr Sinn machen würden.“ Es gebe Kommunen, die eine solche Planung gemacht hätten und Investitionen in Millionenhöhe hatten. Garrelts: „Ich lehne das ab. Ich bin der Meinung, wir tun der Kommune damit keinen Gefallen. Jetzt können wir noch selbst steuern. Es läuft gut bei uns. Die Strukturen, die historisch gewachsen sind, funktionieren.“

Bassum habe in den vergangenen Jahren sehr viel Geld in die Feuerwehren investiert und „dafür bin ich dankbar“, sagt Garrelts.

Das Konzept listet die notwendigen Anschaffungen (Fahrzeugkonzeption bis 2038) auf und gibt zudem einen Überblick über den Sanierungsbedarf. „Aus diesem Grund verstehe ich auch nicht den Vorwurf, das Konzept sei eine Ist-Aufnahme“, so Garrelts. Er hofft, sobald wie möglich in den Dialog treten zu können, um ein endgültiges Konzept zu erarbeiten.

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