Stadt und Erzieherinnen erwarten Lösung

Unzufriedenheit über Streik-Ende

+
Brigitte Andreae-Nur (v.l.), Martina Rosa-Meyer, Hilke Bald und Michaela Behmann im Gespräch mit Norbert Lyko.

Bassum - Von Maik Hanke. „Ich habe die Nachricht bekommen und mich nicht gefreut“, sagte Brigitte Andreae-Nur gestern über das vorläufige Ende des Kita-Streiks. Ab Montag sind die Kindergärten und Kitas wieder geöffnet – auch der Kindergarten Kinder-Reich, in dem Andreae-Nur arbeitet.

Gestern standen etwa 20 Erzieherinnen mit einem Infostand auf dem Wochenmarkt vor dem Rathaus. Dort kamen die Erzieherinnen nicht nur mit Passanten, sondern auch mit Bassums Erstem Stadtrat Norbert Lyko ins Gespräch. Auch er ist mit dem vorläufigen Ende des Streiks nicht zufrieden. „Zufrieden wäre ich, wenn man eine Verständigung erzielt hätte“, sagte er.

Ab morgen geht der Tarifstreit in eine Schlichtungsphase. Viel Einfluss hat die Stadt Bassum darauf nicht, sie wolle aber einen Brief an die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände aufsetzen, um den Druck für eine Einigung zu erhöhen, sagte Lyko.

Die Schlichtung soll bis zum 23. Juni beendet sein. „Meine Hoffnung ist sehr, sehr groß“, betonte Lyko. Die Streitparteien könnten es sich bei dem öffentlichen Druck nicht erlauben, kein für alle Seiten zufriedenstellendes Ergebnis zu präsentieren. Mit dem Streik müsse jetzt Schluss sein.

Das sehen die Erzieherinnen genauso. Auch wenn sie am Montag noch nicht wirklich zufrieden zur Arbeit gehen, sind sie dennoch erleichtert, dass es wieder losgeht, berichtete Andreae-Nur. „Ich freue mich, die Kinder wiederzusehen“, ergänzte ihre Kollegin Michaela Behmann.

Den Erzieherinnen ist es wichtig, zu sagen, dass sie den Streik „nicht ausgesessen“ hätten. Sie seien aktiv gewesen, hätten Demos besucht und unzählige Gespräche geführt. „Wir haben versucht, uns in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen“, so Andreae-Nur.

Bassum schreibt

Stellen aus

Konkret für Bassum erhoffen sich die Erzieherinnen nicht nur mehr Geld. Die Rahmenbedingungen müssten verbessert werden, darunter fällt besonders die Verringerung von Gruppengrößen und die Anstellung von mehr Fachpersonal.

An diesen Punkt möchte Norbert Lyko anknüpfen. Voraussichtlich Ende kommender Woche wird die Stadt Bassum Stellen für Erzieher ausschreiben. In Bramstedt soll zum neuen Kindergartenjahr eine weitere Gruppe eingerichtet werden.

Der Erste Stadtrat stellt sich auf die Seite der Erzieher. Die Kommune sei bereit, Geld in die Hand zu nehmen. Die Unterstützung müsse allerdings finanzierbar bleiben, betonte Lyko, und dürfe nicht zu Lasten anderer gehen. Dazu werde sich die Stadt über den niedersächsischen Städtetag ans Land wenden, um Geld einzufordern. „Da muss es eine größere Unterstützung geben“, sagte Lyko.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Bilder: Deutsche Frauen holen Sieg gegen Italien

Bilder: Deutsche Frauen holen Sieg gegen Italien

Eskalation: Palästinenser brechen Kontakte zu Israel ab

Eskalation: Palästinenser brechen Kontakte zu Israel ab

DFB-Frauen auf Kurs EM-Viertelfinale: 2:1 gegen Italien

DFB-Frauen auf Kurs EM-Viertelfinale: 2:1 gegen Italien

Tritt Prinz George in die Fußstapfen seines Vaters? 

Tritt Prinz George in die Fußstapfen seines Vaters? 

Meistgelesene Artikel

Philip Sander löst Simon Hammann als Schützenkönig von Twistringen ab

Philip Sander löst Simon Hammann als Schützenkönig von Twistringen ab

Unwetter erreicht den Bremer Süden mit Hagel, Starkregen und Sturmböen

Unwetter erreicht den Bremer Süden mit Hagel, Starkregen und Sturmböen

Twistringer Schützen erleben Marathon der Glückseligkeit

Twistringer Schützen erleben Marathon der Glückseligkeit

Mächtiger Allrounder im Team - 300.000 Euro schwer

Mächtiger Allrounder im Team - 300.000 Euro schwer

Kommentare