Stadt Bassum möchte Eigentum zurück

50 Hektar Wege sind einfach weg

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Auf den ersten Blick kaum zu erkennen, doch an einigen Stellen lugt noch Gras hervor und deutet darauf hin, dass der vorhandene Weg einmal breiter gewesen sein könnte.

Bassum - Von Frauke Albrecht. 50 Hektar Fläche sind der Stadt Bassum in den vergangenen Jahren verloren gegangen, weil Landwirte Wegeseitenränder überpflügt haben. In besonders schwerwiegenden Fällen sind Wege komplett verschwunden. „Wenn man den Acker sieht, würde man gar nicht auf die Idee kommen, dass da mal ein Weg war“, sagt Bassums Bauamtsleiter Martin Kreienhop.

„Wir haben ein Grünflächenkataster angelegt und uns in diesem Zusammenhang auch die Wege angeschaut“, erzählt Kreienhop. Luftbildaufnahmen wurden miteinander verglichen, so wurde der Verlust errechnet. Die Größe der verloren gegangenen Fläche habe dann doch überrascht – vor allem die Politik. Man wolle das nicht hinnehmen, hieß es. Die Stadt wird ihr Eigentum zurückfordern.

Die Luftbildaufnahmen sind bereits fünf Jahre alt. „Wir werden uns jetzt neue besorgen und die Aktualität überprüfen“, so der Bauamtsleiter. Dazu sollen auch die Ortsvorsteher in die Pflicht genommen werden. Die kennen sich am besten vor Ort aus.

Die Stadt möchte ihr Eigentum auf jeden Fall wiederhaben. „Nun müssen wir prüfen, was dazu geführt haben kann, dass die Wege überpflügt worden sind“, äußerst sich Kreienhop vorsichtig. Einige Fälle seien alt, einige neu – andere ziehen sich seit Jahrzehnten hin. Kreienhop: „Wir haben erst ab einem Meter gerechnet. Alles andere ist Toleranzmasse.“

Im Sommer wolle man das Mammutprojekt angehen. Dann würden die Eigentümer, etwa 400 Personen, angeschrieben und um Stellungnahme gebeten.

Über eine Sanktionierung sei bisher noch nicht gesprochen worden.

Eine, die sich seit Jahren darüber ärgert, dass Landwirte die Randstreifen von kommunalen Wegen und Straßen in der freien Landschaft als Ackerfläche mitbenutzen, ist Ariane Müller. Die bekannte Pomologin weiß: „Das ist kein typisches Bassumer Problem. Das gibt es auch in vielen anderen Orten.“

Erst kürzlich habe sie einen Landwirt dabei beobachtet, wie er einen Verbindungsweg in Osterbinde „wieder mal bis zu einem Meter schmaler gepflügt hat“, sagt sie.

Müller hat ein Schreiben an die Verwaltung geschickt: „Ich möchte Sie als Verantwortliche für unsere Stadt bitten, dieser Praxis an diesem Weg, aber auch an allen anderen illegal durch landwirtschaftliche Nutzung entwendeten Flächen, entschieden Einhalt zu gebieten.“

Diese Entwicklung bereite ihr Sorgen, weil die Wegerandstreifen für den Natur- und Landschaftsschutz zur Verfügung stehen sollten. „Sie dienen als vielfältige Rückzugsräume für verschiedene Tierarten, unter anderem auch als Blühstreifen für Bienen und Hummeln, vernetzen Biotope und verschönern das Landschaftsbild.“

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