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Stadt Bassum kündigt Kammerphilharmoniker zu Konzertabend an

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Von: Gregor Hühne

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Marc Froncoux: Bremer Kammerphilharmoniker aus Belgien in Bassum.
Marc Froncoux: Bremer Kammerphilharmoniker aus Belgien in Bassum. © Gregor Hühne

Vergangene Woche in Kopenhagen, in der kommenden beim „Sommer in Lesmona“ und danach in Bassum: Die Deutsche Kammerphilharmonie aus Bremen kündigt sich zu einem „musikalischen Brückenschlag“ in der Stadt an.

Bassum – In der Kulturbühne will das Ensemble um Marc Froncoux (Violencello), Bettina Wild (Flöte) und Beate Weis (Violine) zum einzigen Konzert in diesem Jahr antreten. Im Repertoire stehen am Samstag, 25. Juni, Werke von Haydn, Walckiers, Hallgrímsson und Louriés.

Als Marc Froncoux die Kulturbühne zum Vortermin betritt, schnippt er mit den Fingern. „Ist okay“, bewertet er die Akustik des Raums. Seit 33 Jahren gehört er zur Kammerphilharmonie Bremen und spielt in den Städten der Welt: Wien, London und demnächst Bassum. Der Vorteil an kleineren Bühnen sei, dass die Musik dort besser zu den Leuten in die Regionen komme – nicht nur nach Frankfurt am Main, Hamburg oder Bremen. „Viele Menschen haben einen Bedarf nach Musik, können aber nicht mehr so weit reisen“, sagt Marc Froncoux.

Dennoch, Orchester werden teurer und Besucher kommen seltener in die Konzertsäle als vor der Pandemie, beschreibt der Musiker. Ausgenommen seien die touristischen Konzertsäle, die stets voll seien wie die Hamburger Elbphilharmonie. Marc Froncoux spiele oft in der Bremer Glocke. Dort sei es aber „erschreckend leer“. Würde man die Besucher aus den vergangenen beiden Konzerten zusammenzählen, könnte man nicht mal einen Saal füllen. „Die alten Menschen haben Angst, gehen nicht mehr raus“, spekuliert Marc Froncoux über die Gründe.

Maskenpflicht schreckt Besucher ab

Ein weiteres Problem sei die Maskenpflicht. Die schrecke viele Leute vor einem Konzertbesuch ab, vermutet Marc Froncoux. Gerade ältere Leute würden schneller müde, wenn sie bei einem langen Konzert eine solche tragen müssten, habe der Musiker beobachtet.

In Bassum hingegen wird es keine Maskenpflicht geben, sagt Claudia Voss, Kulturbeauftragte der Stadt. Der Bürgermeister habe diese Pflicht aufgehoben. „Ich gehe nicht davon aus, dass sich das bis zum Auftritt ändert“, so Claudia Voss.

Die Kulturbeauftragte freut sich, dass die exzellenten Musiker der Kammerphilharmonie in Bassum zu Gast sein werden. Marc Froncoux selbst habe mit neun Jahren begonnen Cello zu lernen. Täglich übte er am Instrument. „Es gibt Phasen, da kommt man nicht weiter, braucht Hilfe“, sagt er. Das habe er durchgestanden, auch dank seines Vaters, der ihn in schwierigen Zeiten zur Seite stand. Später unterrichtete Marc Froncoux in Belgien und hatte eine musikalische Soloanstellung in Italien, bis der ehemalige Ministerpräsident Silvio Berlusconi dort im Kulturbereich „Tabula rasa“ machte, wie er sagt.

Im Jahr 1987 erhielt Marc Froncoux einen Anruf, um als Aushilfs-Cellist für ein Projekt in Frankfurt am Main einzuspringen. Er schien zu überzeugen. Kurze Zeit darauf erhielt Froncoux das Angebot, nach Bremen zu gehen. Seit 1988 spielt er in der Hansestadt als fester Bestandteil in der Deutschen Kammerphilharmonie.

Konzertkarten

Der „Musikalische Brückenschlag“ ist am Samstag, 25. Juni, in der Kulturbühne an der Mittelstraße 4-12 in Bassum. Karten gibt es im Vorverkauf für 20 Euro im Bürgerservice der Stadt Bassum (04241/ 840), bei Papier & Print (04241 / 2415) oder an der Abendkasse.

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