Stadt Bassum bringt Flüchtlinge unter

Ins Pastorenhaus zieht Leben ein

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Blick in den Schlafraum

Bassum - Von Frauke Albrecht. Ein kleines Holzschwein steht verlassen in der Küche. Ob es absichtlich dahingestellt worden ist, damit es den künftigen Hausbewohnern Glück bringt, ist fraglich. Vermutlich ist es einfach nur vergessen worden. Ebenso wie die grünen Vorhänge, die auch schon bessere Zeiten gesehen haben. An einer braunen Wand hängt eine Papp-Blume, an der anderen sind zahlreiche Dübellöcher zu sehen. Die Farbe blättert ab. Einladend ist anders. „Aber es ist sauber und zweckmäßig“, sagt Jürgen Donner von der Stadt Bassum. Die Küche sei sogar ganz neu.

Die Stadt Bassum hat das leer stehende Pastorenhaus an der Bürgermeister-Bernard-Straße in Bassum von der Kirche angemietet, um dort Flüchtlinge unterzubringen. Heute ziehen die ersten ein. „Und wir benötigen dringend noch Umzugshelfer. Gut wäre ab 9 Uhr“, sagt Heiner Herholz vom Arbeitskreis „Willkommen in Bassum“. Die neuen Bewohner bringen nicht viel mit. Sie kommen aus der Unterkunft am Bramstedter Kirchweg. „Wir müssen die Räume dort bis Ende April geräumt haben, weil unser Mietvertrag endet“, berichtet Ordnungsamtsleiter Andreas Abelt. Im Pastorenhaus finden zehn bis zwölf Personen Platz. Eine Mutter mit zwei Kindern sei darunter.

Derzeit leben 80 Flüchtlinge in Bassum. 70 weitere Personen sollen noch kommen. Händeringend sucht die Stadt Wohnraum. „Wir versuchen alles, um die Menschen dezentral unterzubringen“, betont Bassums Erster Stadtrat Norbert Lyko. Statt einer großen wolle man die Menschen in vielen kleinen Unterkünften unterbringen. Man hoffe, so eine schnellere Integration zu ermöglichen. „Wir sind froh, dass wir Rückmeldungen aus der Bevölkerung bekommen haben. Wir brauchen aber dringend weiteren Wohnraum“, so Lyko. Er verhehlt nicht, dass es auch manchmal Befürchtungen von Anwohnern gebe. „Mit diesen müssen wir uns auseinandersetzen“, sagt er. Man führe Gespräche. Einige Fragen können geklärt werden, zum Beispiel die der Haftpflicht. Manchmal ginge es aber auch „um die große Politik“. Lyko ist sehr froh, dass es in Bassum den WiB-Arbeitskreis gibt, der sich einbringt, Gespräche führt und auch für eine soziale Betreuung sorgt.

Die Gruppe bemüht sich, zu vermitteln, nimmt Kontakte zu Nachbarn auf und legt viele gute Worte ein. Sie sind für die Flüchtlinge da und bieten Freizeitbeschäftigungen an. So gibt es mittlerweile ein regelmäßiges Fußballangebot (immer freitags ab 16 Uhr in der kleinen Halle). Die Fahrradwerkstatt ist ebenfalls immer freitags ab Nachmittag geöffnet. Eine Schwimmgruppe für Frauen ist in Planung. Auch Deutsch-Nachhilfe wird angeboten.

Der Arbeitskreis trifft sich jeden zweiten Dienstag im Monat um 17 Uhr in der Seniorenberatung. „Wir können noch jede Menge Unterstützung gebrauchen“, so Herholz. Auch Sachspenden würden benötigt.

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