Abschiedsfeier im Rathaus

Sprachrohr der Bassumer Ortschaften

Ein großes Dankeschön und ein Präsent gab es von Bürgermeister Christian Porsch (l.) für die Ortsvorsteher (v.l.) Hendrik Bülter, Annegret Meineke und Manfred Schmidt.
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Ein großes Dankeschön und ein Präsent gab es von Bürgermeister Christian Porsch (l.) für die Ortsvorsteher (v.l.) Hendrik Bülter, Annegret Meineke und Manfred Schmidt.

Bassum – Bassums Bürgermeister Christian Porsch ist froh, dass es in der Einheitsgemeinde kurze Entscheidungswege gibt. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisten die ehrenamtlichen Ortsvorsteher. „Ihr seid das Sprachrohr der Ortschaften und das in beide Richtungen“, beschrieb Porsch die Funktion. Vor einem Monat ernannte er die 16 Vertreter der Bassumer Ortschaften für eine neue Wahlperiode.

Am Montagabend verabschiedete er drei scheidende Amtsinhaber und blickte mit ihnen auf erreichte Ziele zurück.

„Der ehrenamtliche Einsatz für seine Mitmenschen ist nicht selbstverständlich. Umso dankbarer bin ich den Ortsvorstehern für ihr Engagement“, betonte Porsch im Rahmen einer kleinen Verabschiedungsfeier für Annegret Meineke, Manfred Schmidt und Hendrik Bülter. Sie seien eine wichtige Kontaktstelle für die Menschen in den Ortschaften, lobte der Bürgermeister. „Ortsvorsteher tragen politische Beschlüsse zu den Menschen und bekommen in der Regel auch die Konsequenzen zu spüren“, weiß Porsch um die wichtige Funktion des Ehrenamts, bei dem man sich auch mit kritischen Meinungen auseinandersetzen müsse. „Das darf man nicht an sich heranlassen. Ich habe mir ein dickes Fell wachsen lassen“, erklärte Annegret Meineke.

Annegret Meineke freut sich über Bauplätze

Sie war seit 2011 bereits zum zweiten Mal Ortsvorsteherin von Eschenhausen und legt nun ihr Amt nach zusammen gut 15 Jahren nieder. In der lang gezogenen Ortschaft östlich von Bassum gebe es eine positive Entwicklung, waren sich Meineke und Porsch einig. „Dank der neu ausgewiesenen Bauplätze können junge Familien hier bauen“, freut sich Meineke. Nun gelte es allerdings, den dörflichen Charakter des Orts zu erhalten. Denn das Leben in Eschenhausen zeichne sich durch die Verbundenheit zur Heimat aus. „Es gibt ein reges Vereinsleben“, erwähnte Porsch und lobte vor allem den Zusammenschluss Unser Dorf Eschenhausen mit seinen zahlreichen Ideen und Projekten.

Für Manfred Schmidt ist Stühren „ein Zuhause“

Überhaupt hätten sich alle Bassumer Ortschaften gut entwickelt, meinte Porsch. Da sei auch Stühren keine Ausnahme. Dort war seit 2013 Manfred Schmidt der zuständige Ortsvorsteher. Er freut sich über die bodenständigen Bewohner. „Wir wollen viel selbst machen und uns einbringen“, machte er deutlich und verwies in diesem Zusammenhang etwa auf den Dorfplatz in Döhren. „Stühren ist ein Zuhause“, sagte Schmidt stolz und erklärte, dass sich jeder auch bei seinen Nachbarn wohlfühle. Daher seien insbesondere die jungen Bewohner durchaus bereit, alte Häuser zu kaufen und zu erhalten, meinte Schmidt. Ein Kritikpunkt sei der fehlende Radweg nach Dimhausen, merkte Schmidt an. Eine weitere Belastung für Stühren sei nach wie vor der geplante Ausbau der Bundesstraße. „Es gibt immer noch Unsicherheiten“, fasste er die Situation zusammen.

Hendrik Bülter sieht Potenzial in Neubruchhausen

Besonderen Herausforderungen müsse sich der Ortsvorsteher von Neubruchhausen stellen, sagte Christian Porsch. Immerhin handele es sich mit rund 1200 Einwohnern um eine der größeren Ortschaften. Neben dem regen Vereinsleben, das hier in insgesamt elf Vereinen stattfindet, punkte Neubruchhausen mit seinem sogenannten Bildungscampus. Durch das Gemeinschaftsprojekt von Krippe, Kindergarten und Grundschule habe man „gute Voraussetzungen für junge Familien geschaffen“, so Porsch. „Es gibt noch Potenzial“, weiß aber Hendrik Bülter. Er wünscht sich, dass derzeit leer stehende Gebäude nicht in Vergessenheit geraten. „Zum Glück ist da schon Bewegung drin.“

Carsten Jäger, Wilhelm Wortmann und Werner Wisloh stehen in den Startlöchern

„Wir dürfen jetzt nicht aufhören und uns ausruhen“, rief Bassums Bürgermeister dazu auf, eine Perspektive zu schaffen. Nach dem Ausscheiden von Meineke, Schmidt und Bülter stehen die Nachfolger bereits in den Startlöchern: In Stühren ist das Carsten Jäger, in Eschenhausen Wilhelm Wortmann und in Neubruchhausen Werner Wisloh. „Die neuen Ortsvorsteher finden gute Bedingungen vor“, erklärte Christian Porsch und bedankte sich im Namen der Stadt für die Arbeit. Mit ihrer Expertise stehen die erfahrenen Ortsvorsteher den neuen Funktionären gern zur Seite. „Es besteht ein guter Austausch und man ist immer in Verbindung“, sagte Manfred Schmidt. Das ehrenamtliche Engagement der Ortsvorsteher allein reiche jedoch nicht aus, machte Porsch mit einem Appell an die Menschen vor Ort deutlich: „Bringen Sie sich ein und nehmen Sie am Dorfleben teil.“ Wer Kontakte knüpfe, unterstütze seine Heimat. Gleiches gilt Porsch zufolge für den Einkauf vor Ort. „Es geht ums Aktivieren und Attraktiveren.“ Bei allen Bemühungen müsse aber der Charakter der kleinen Ortschaften erhalten bleiben.

Von Anika Seebacher

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