Grundschule Bramstedt

Spielplatzkünstler bauen Kletterpark

Hölzer, Stelzen, Seile: Es gibt jede Menge neue Klettermöglichkeiten.
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Hölzer, Stelzen, Seile: Es gibt jede Menge neue Klettermöglichkeiten.

Bramstedt – Nach rund 15 Jahren ist Schluss für die vier alten Spielgeräte auf dem Pausenhof: Die Grundschule Bramstedt hat einen völlig neuen Kinderspielplatz bekommen. Laut Ideengeber Kevin Weimann soll die Anlage aus Eichenkernholz „viele Generationen an Schülern erfreuen“. Er ist Geschäftsführer des Unternehmens Kinderspielkunst, das die langlebige Erlebniswelt gebaut hat.

Es sei toll, dass es Menschen gibt, die so etwas ermöglichen, so Weimann über die Finanzierung des Spielplatzes. Alles in allem habe das Vorhaben rund 48 000 Euro gekostet inklusive Abrissarbeiten der alten Spielgeräte, berichtet Marcus Peters vom Förderverein.

Norbert Lyko, Erster Stadtrat, lobte die „sauteure“ Errungenschaft für die auf Ganztagsbetreuung ausgelegte Grundschule. Er freue sich, dass alles geklappt habe. Schulleiter Tobias Baron teilte die Begeisterung.

In Anwesenheit von Lyko, Weimann, Baron und Peters durchschnitten zwei Grundschüler das Flatterband, welches noch die hölzerne Kletteranlage symbolisch vor dem Bespielen schützte.

Kurz darauf stürmte eine Sportklasse der Jahrgangsstufe vier der Neuheit unter den Augen weiterer Schüler entgegen. Später kamen alle Schüler in den Genuss, die Anlage auszuprobieren.

Die sicherheitstechnische Betriebserlaubnis hat der technische Überprüfungsverein bereits erteilt, so Weimann. Er lobt die Schüler während der Aufbauarbeiten vor Ort als sehr diszipliniert: „Sie haben sich gut benommen. Niemand hat sich hinter das Flatterband bewegt.“

Das Aufbauen der Kletteranlage dauerte eine Woche, die Vorarbeiten für das Holz waren erheblich länger. Doch das zahle sich langfristig aus, so Weimann. Das Geheimnis für die erwartete Langlebigkeit der Spielgeräte liege in der Qualität des verwendeten Holzes. „Andere Spielgeräte sind oft aus Fichte oder anderen Nadelhölzern“, sagt Weimann.

Die seien nicht so hochwertig wie die Eiche. Sein Unternehmen verarbeite nur die härtesten Holzarten und ganze Bäume, sagt er. Die hauseigenen „Holzbildhauer“, wie Weimann die Mitarbeiter in seinem Gewerbe der „Spielplatzkünstlerei“ nennt, veredelt die Hölzer in mehreren Arbeitsschritten. Unter anderem schälen sie die Rinde von den Eichen, trocknen das Holz und behandeln es mit Öl – ein insgesamt jahrelanges Verfahren. Vorteil: die extreme Langlebigkeit des fertigen Produktes, verspricht Weimann.

Weiterer Vorteil: Das Holz baucht nicht mehr nachgestrichen zu werden.

„Wir haben super Erfahrungswerte“, sagt Weimann, „unsere Hölzer halten eigentlich ewig.“ Außerdem sei das Material sehr stabil. Selbst 20 Kinder auf der Kletterbrücke seien kein Problem für die Eiche.

Das Unternehmen Kinderspielkunst existiert seit rund 20 Jahren und hat bereits viele Projekte umgesetzt, unter anderem im Baumpark in Thedinghausen, in der Lukas-Schule in Bassum und im Kreismuseum in Syke. Auch im Innenausbau betätigten sich die Holzbildhauer.

Auf Nachhaltigkeit setzt auch der Förderverein in Bassum. Die alten und nicht mehr verkehrssicheren Spielgeräte der Grundschule seien an Privatpersonen verkauft worden. Laut Peters sind so etwa 900 Euro an Erlösen eingegangen, die dem neuen Spielgeräteplatz zugutekamen. Der Förderverein half außerdem bei den Abbauarbeiten, um auch an dieser Stelle zusätzlich etwas Geld für das Projekt zu sparen.

Den Löwenanteil der Kosten für die neue Kinder-Kletteranlage stamme mit rund 60 bis 70 Prozent vom Land Niedersachsen, berichtet Peters. Die Stadt Bassum trage rund ein Fünftel der Kosten, ein kleiner Teil komme vom Förderverein selbst. Auch die Kreissparkasse Syke habe einen Zuschuss aus dem Programm „Schulgestaltung“ zugesteuert.

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