Spielfreude und Gänsehaut

120 Gäste zur „Serenade im Stiftshof“

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Tobias Füller, Ab Koster, Jens Wischmeyer, Michael Steinkühler und Gert Skovlod Hattesen in der Stiftskirche.

Bassum - Von Anette Hoffmeier. Zum zweiten Konzert der Reihe „Serenade im Stiftshof“ waren am Samstag etwa 120 Zuhörer gekommen. Sie suchten die Bühne zur „Moonlight Serenade“ im Stiftshof vergeblich, da auch diese Veranstaltung in die Stiftskirche verlegt werden musste. Es war einfach zu heiß und zu windig. Und der Wind hätte Staub aufgewirbelt und für die Blechblasinstrumente buchstäblich Sand im Getriebe bedeutet.

Die fünf namhaften Blechbläsersolisten aus Norddeutschland und Dänemark – Gert Skovlod Hattesen und Tobias Füller, Trompete; Ab Koster, Horn; Michael Steinkühler, Posaune; Jens Wischmeyer, Tuba – hatten für die „vergnügliche Abendmusik“ ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm zusammengestellt.

Höhepunkte aus dem ersten klassischen Teil waren unter anderem Werke aus Opern von Georg Friedrich Händel oder „Der Harmonische Grobschmied“ und die sogenannte „Rachearie“ aus der Oper „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Durch die wunderbare Spielweise der Musiker konnte man den Zorn der „Königin der Nacht“ förmlich hören.

Stephan Steinkühler führte sehr informativ durch das Programm und trug auch Arientexte, etwa den der „Rachearie“, äußerst engagiert und begeistert vor.

Nach der Pause zogen die Bläser mit „Just a Closer Walk“ von mehreren Seiten in die Kirche ein und eröffneten so den zweiten, den vergnüglichen Teil, der sich ganz dem Swing und der modernen Musik widmete.

Vor allem bei vier Stücken aus Leonard Bernsteins „West Side Story“, rhythmisch teilweise sehr anspruchsvoll, brillierten die fünf Musiker. „Somewhere“ brachten sie so einfühlsam vor, dass manchem Zuhörer eine Gänsehaut über den Rücken lief. Die Intonation war immer hervorragend, der Klang der fünf Instrumente äußerst ausgewogen. Besonders herauszustellen ist auch die dynamische Bandbreite von den filigransten leisen Klängen bis zum massiven, teilweise fast schmetternden Forte.

Die Trompeter wechselten immer wieder ihre Instrumente – Trompete, Flügelhorn, Kornett und Piccolo-Trompete – und konnten so den Gesamtklang immer wieder etwas verändern.

Dass die Musiker selbst auch viel Freude am Spiel hatten, merkte man ihnen im Stück „Die Maus und ihre Freunde“ von Hans Posegga deutlich an: Es waren zwölf verschiedene Titelmelodien von beliebten Kindersendungen wie Maja, Sesamstraße, Wickie und Die Sendung mit der Maus“ zu hören, pfiffig und frech vorgetragen.

Den Abschluss bildeten die „Moonlight Serenade“ von Glenn Miller und das sehr empathisch vorgetragene „One Moment in Time“, das Albert Hammond und John Bettis einst für Whitney Houston komponiert hatten.

Das Publikum klatschte nach dem fast zweieinhalbstündigen Konzert begeistert Beifall. Der Umzug in die fast schon warme Stiftskirche hatte sich klanglich gelohnt, die Akustik im Kirchenraum passte doch wunderbar zur Bläsermusik.

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