Spaziergänger finden gerissenes Reh

Drei Wölfe im Dicken Braken gesichtet

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Die Bissspuren am toten Reh (Kopf und Bauch) deuten auf einen Wolf hin.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Kein schöner Anblick: Als Hermann Cordes zusammen mit seiner Frau Brigitte am Montag einen Spaziergang durch den Dicken Braken unternahm, sahen sie schon von Weitem rot-weißes Flatterband. Beim Näherkommen erkannten sie, dass dort auch ein totes Reh lag. Hals und Bauch waren aufgerissen.

„Ein Wolf hat das Tier gerissen“, ist Hermann Cordes überzeugt. Davon geht auch Jäger Stephan Hoffmann aus (Inhaber des Begehungsscheines für den Dicken Braken, Staatsforst Ahlhorn). Er hatte die Stelle abgesperrt, damit der zuständige Wolfsbeauftragte Lars Pump das Tier untersuchen und eine Probe nehmen konnte.

Auch Lars Pump hält es für wahrscheinlich, dass es sich um einen Wolfsriss handelt. „Auf den ersten Blick sieht alles danach aus“, sagt er. Es sei bekannt, dass sich in dem Gebiet ein Wolf aufhalte. Dieser habe Ende 2015 mehrere Schafe in Ringmar getötet (wir berichteten).

Pump hat eine DNA-Probe genommen. Ob diese untersucht wird, sei allerdings fraglich. Denn mittlerweile würden nur noch bei getöteten Nutztieren Untersuchungen vorgenommen, nicht bei Wildtieren.

Die Fälle würden dennoch dokumentiert. Die Landesjägerschaft sammelt diese Daten, um so Aufschluss über die Zahlen und Bewegungen der Tiere zu bekommen.

Nach Aussage Hoffmanns sind im Dicken Braken drei Wölfe unterwegs. „Ich bin fast jeden Morgen im Wald und habe die Tiere zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Stellen gesehen.“ Und auch Spaziergänger hätten davon berichtet, so Hoffmann. „Viele aufgeregte Jogger haben schon an meiner Tür geklingelt.“

Die Sichtung so weit nördlich habe ihn dennoch überrascht. „Der Dicke Braken ist stark frequentiert, hier gibt es Jogger, Hundehalter, Spaziergänger. Ich hätte gedacht, dass den Wolf das abschreckt.“ Andererseits hat er seit Weihnachten eine höhere Wilddichte in dem Revier beobachtet. Seine Schlussfolgerung: „Das Wild zieht sich zurück, der Wolf folgt.“

Sein Rat an alle, die fragen, ist immer der gleiche: „Wachsam sein. Bisher ist kein Fall bekannt, bei dem ein Wolf einen Menschen angegriffen hat. Hundehalter sollten aber auf ihre Lieblinge achten und sie nicht frei im Wald laufen lassen.“ Denn der Wolf sieht im Hund entweder einen Konkurrenten oder Futter.

Sowieso haben freilaufende Hunde allein im Wald nichts zu suchen, sagt Hoffmann. Sie gefährden das Wild – und nicht nur der Wolf könne für Hunde gefährlich werden. „Wir haben hier sehr viele Wildschweine. Die haben zurzeit Frischlinge. Die Bache kann sehr ungemütlich werden.“

Auch Lars Pump hat bereits besorgte Anrufe erhalten, unter anderem vom Schulleiter der Prinzhöfte-Schule. „Es gibt keinen Anlass, dass Kinder nicht mehr mit dem Rad zur Schule fahren können.“ Es handelt sich nicht um ein verhaltensauffällig Tier. Er habe auch mit den Erzieherinnen des Waldkindergartens gesprochen. „Die Kinder laufen dort nicht allein im Wald umher.“ Besondere Maßnahmen seien nicht erforderlich.

Ehepaar Cordes sieht das anders. „Wölfe gehören doch nicht in die Nähe einer Schule mit Kindergarten.“

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