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Endlich Spatenstich: Anwohner warten 30 Jahre auf den Baubeginn ihres Radwegs

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Von: Gregor Hühne

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Erdarbeiten.
Es wird gebuddelt: Der neue Fuß- und Fahrradweg entsteht parallel zur L 332. © Gregor Hühne

Die ersten Planungen für den neuen Fahrradweg liegen bereits einige Zeit zurück. Doch nun ist am Mittwoch der ersehnte Spatenstich für den Baubeginn des Radwegs zwischen Osterbinde und Neubruchhausen erfolgt. Der Weg soll parallel zur Landesstraße 332 verlaufen und stellt dort einen fehlenden Lückenschluss dar. 

Neubruchhausen/Osterbinde – Die ersten Planungen für den neuen Fahrradweg liegen bereits einige Zeit zurück. Doch nun ist am Mittwoch der ersehnte Spatenstich für den Baubeginn des Radwegs zwischen Osterbinde und Neubruchhausen erfolgt. Der Weg soll parallel zur Landesstraße 332 verlaufen und stellt dort einen Lückenschluss dar. Bisher mussten Radfahrer und Fußgänger auf oder neben der Straße laufen.

„Wir warten seit 30 Jahren“, erinnert Anwohner Hans-Hermann Schrader. Fast sein halbes Leben lang dauert die Umsetzung von der Idee im Jahr 1990 bis zum Start der Arbeiten. „Da freut sich der ganze Ort, dass die direkte Anbindung jetzt kommt“, so der 63-Jährige. Ein anderer Bürger sagt, dass er schon gar nicht mehr daran geglaubt habe.

Spatenstich.
Der Spatenstich: Die Arbeiten zwischen Neubruchhausen und Osterbinde beginnen. Bürgermeister Porsch (2.v.l.) dankt Beteiligten. © Gregor Hühne

Doch nun wollen sie nach vorne schauen. Davon spricht auch Bürgermeister Christian Porsch, der zum Spatenstich kam und das Vorhaben in das Gesamtkonzept der Politik einordnete: „Wir haben uns als Stadt Bassum die Stärkung des Radverkehrs auf die Fahnen geschrieben“, sagt Porsch. Und es soll nicht die letzte Maßnahme sein. Fertigwerden soll der Radweg im Frühjahr 2024, so der Bürgermeister. Auf ein festes Datum will er sich nicht festlegen. Verzögerungen könnten bei jedem Projekt auftreten. Hauptgrund für die bisherigen Verzögerungen seien die Gespräche mit den Grundstückseigentümern gewesen, die zum Kauf nötig waren.

Der neue Radweg hat eine Gesamtauftragssumme von 2,07 Millionen Euro. Die Baustrecke ist 4,34 Kilometer lang und wird eine Radwegbreite von „überwiegend“ 2,5 Metern aufweisen, heißt es in den Bauplanungen. Außerdem sollen rund 18.000 Kubikmeter Erde für Aufschüttungen und Abtrage bewegt werden. Der Weg soll hauptsächlich aus einer Asphaltdecke bestehen (rund 20.700 Quadratmeter). Teilweise wird er laut Bauplanung im Bereich von Bäumen mit Betonsteinpflaster abgedeckt (rund 3.200 Quadratmeter). Zusätzlich sind 1.500 Meter Entwässerungsrinnen, 3.010 Meter Bordsteine sowie ein Regenwasserkanal mit Rigolenversickerung auf rund 940 Metern vorgesehen.

Chronik – die wichtigsten Daten im Überblick

Am 5. Dezember 1990 gab es die ersten Beratungen zum Neubau von Radwegen in Bassum.

Am 25. August 1998 nahm das Landesamt für Straßenbau das Vorhaben in die Generalplanung auf.

Am 31. Mai 1999 wurde das Ingenieurbüro Thalen Consult mit der Planung beauftragt.

Es folgten lange politische Beratungen und Gespräche mit Eigentümern.

Am 29. August 2022 schrieb die Stadt die Bauarbeiten öffentlich aus.

Am 1. Januar 2022 erfolgte die Auftragsvergabe an das Unternehmen Gabau mit Sitz in Lohne.

Die Stadt Bassum schätzt die Bauzeit aktuell bis spätestens April 2024, will sich aber nicht festlegen, da Verzögerungen immer eintreten könnten.

Im Zuge der Bauarbeiten müssen Bäume gefällt und Flächen versiegelt werden. Dafür sind Ausgleichsflächen nötig, für die laut Bürgermeister die Streuobstwiese angelegt wurde.

Bisher mussten Anwohner nach Bassum einen Umweg über den Radweg nach Albringhausen nutzen, erzählt Porsch. Doch „wer mit dem Fahrrad zur Arbeit will, der nimmt den kürzesten Weg“, sagt er. Bisher war das die Fahrbahn auf der L 332. Ein höchst gefährliches Unterfangen, wie Anwohner Hans-Hermann Schrader erzählt: „Das ist etwas für Wagemutige!“ Man müsse dem Straßenverkehr in den Straßengraben ausweichen. Das gehe oft gut, aber nicht immer.

Trecker.
18 000 Kubikmeter Erde sollen bewegt werden. © Gregor Hühne

Vor rund zehn Jahren ist ein Fahrradfahrer auf der L 332 tödlich verunglückt. Hans-Hermann Schrader beobachtet über die Jahre auf der Straße eine stetige Zunahme des Schwerlastverkehrs. Diplom-Ingenieur Horst Arkenau weiß, was nun als Nächstes passiert. Der Oberboden werde abgetragen und begutachtet. Das Vorhaben sei Standardbauweise. Mit Komplikationen rechne er nicht. Jedoch seien alle Unternehmungen „aufwendiger“ als früher, so Arkenau. „Damals wurde ein Radweg einfach gebaut, heute darf in den ersten fünf Jahren kein Riss entstehen.“ – Eine Frage der Gewährleistung. „Da wurde früher nicht so genau hingesehen.“ Die Bauarbeiter stellen nun einen „vertieften Raum durch Aushebung von Erdreich her“, das sogenannte Auskoffern. „Wenn es richtig friert, könnte das die Bauarbeiten verzögern“, sagt Arkenau. Doch er gehe erst einmal nicht davon aus. „Sehen Sie sich unsere Maschinen an, etwas Regen und Frost hält die nicht von der Arbeit ab.“

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