Lernprojekt lehrt spielerisch Grundkompetenzen / Bis Freitag an der GS Mittelstraße

Spaß an Mathematik

Chantal (9, vorne) und Leonie (8) probieren sich am Spiel „Rush Hour“. Dabei trainieren sie logisches Denken sowie nützliche Strategien, um Probleme zu lösen. - Fotos: Robin Grulke

Bassum - Die Kinder sind glücklich, konzentriert und überhören sogar das Klingeln zur Pause. Grund dafür ist nicht etwa ein spannender Film auf dem Klassenfernseher. Vielmehr freuen sie sich, weil sie spielerisch einen völlig neuen Einblick in ein Thema erhalten, das scheinbar nur Zahlen und stumpfes Rechnen zu bieten hat: Sie erkunden die mobile Ausstellung der Mathe-Werkstatt in der Grundschule Mittelstraße.

Die Kinder nehmen das benutzte Material als eine Auswahl von Spielen wahr. Schnell wird klar: Mathematik kann auch Spaß machen. Dass die Jungen und Mädchen dabei Basiskompetenzen wie Reihenbildung, Strukturierung und räumliches Vorstellungsvermögen erlangen, ist ihnen nicht einmal bewusst.

An unterschiedlichen Stationen geht es um die Themen Raum und Form, schlussfolgerndes Denken sowie Größen und Messen. Eines dieser Spiele ist „Rush Hour“. Die Aufgabe besteht darin, das rote Auto durch Rangieren der Fahrzeuge zum Ausgang zu bugsieren. Diverse Aufgabenkarten bieten den Kindern unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. „Rush Hour“ fördert logisches Denken und die Problemlösefähigkeit.

Lehrer Clemens Klein ist von dem Projekt überzeugt. Als er sich gemeinsam mit anderen Kollegen erstmals die Mathe-Werkstatt anschaute, haben die Spiele selbst ihn in ihren Bann gezogen: „Wir konnten kaum ein Ende finden.“

Während der zwei Wochen, in denen die Ausstellung der Grundschule zur Verfügung steht, sollen möglichst alle Klassen damit arbeiten können. Dabei lastet kein Leistungsdruck auf den Schülern. „Sie haben die Gelegenheit, neben dem normalen Schulstoff auch Dinge in Muße zu tun“, so Klein.

Es gibt keine Tests, die Schwierigkeit der Spiele ist anpassbar und die Kinder können die Stationen frei wählen. Nur das Bauen mit Polydron-Material, bei dem die Jungen und Mädchen die Zusammensetzung von 3-D-Objekten lernen können, müsse kontrolliert werden: „Das wäre sonst von den Jungs übervölkert“, erklärt Klein schmunzelnd.

Bislang nutzen das Angebot nur die Jahrgänge 2 bis 4. Anfänglich hielt das Kollegium die Aufgabenstellungen für zu anspruchsvoll für die Jüngsten der Schule. Aber da die Ausstellung zuvor bereits an den Rentei-Kindergarten verliehen wurde, waren die Bedenken wohl unangebracht.

Bis einschließlich diesen Freitag ist die Mathe-Werkstatt in der Grundschule Mittelstraße. Derzeit unterstützt die Volkshochschule Diepholz die Ausstellung finanziell, für das kommende Jahr werden Sponsoren gesucht, um das Angebot am Leben zu halten.

Das Konzept, das bereits 2012 an der Universität Vechta entwickelt wurde, ist unkonventionell und bereitet den Schülern und Lehrern Spaß beim Lernen. Eine Bereicherung für das Bildungsangebot der Schulen und Kindergärten im Landkreis Diepholz ist es Klein zufolge auf jeden Fall.

Von Robin Grulke

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