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Saisonstart fürs Edelgemüse

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Von: Anika Seebacher

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Die lokalen Spargelbauern starten in diesen Tagen mit der Ernte des Edelgemüses. Symbolbild DPA
Die lokalen Spargelbauern starten in diesen Tagen mit der Ernte des Edelgemüses. © Sven Hoppe/dpa

Vorsichtig brechen die ersten Spargelköpfe durch die dunkle Erde. Auf den Feldern in der Region beginnt in diesen Tagen die Ernte des heimischen Superfoods, das sich nun etwa zwei Monate lang in saisonaler Topform zeigt. Der Hof Wichmann in Bramstedt hat am vergangenen Wochenende mit dem Verkauf begonnen, der Hof Nüstedt in Döhren will zum Ende dieser Woche nachziehen.

Ab etwa zwölf Grad Celsius beginnen die Spargelpflanzen auszutreiben. Daher können nun zunächst die Landwirte mit der Spargelernte beginnen, die mit einer Dreifachabdeckung in Form eines speziellen Foliensystems arbeiten. „Dank der derzeitigen Wetterverhältnisse wird es aber auch nicht mehr lange dauern bis zur Ernte auf den übrigen Feldern, sodass an Ostern mit ausreichend Spargel zu rechnen ist“, teilt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit. „Ein paar Grad wärmer wären schon ideal“, wünscht sich indes Anja Reiners vom Hof Nüstedt. Auch nachts sei es häufig noch zu kalt für das wärmeliebende Gemüse und deshalb zeigten sich erst einmal wenig Spargelstangen. Dennoch ist die Chefin optimistisch, dass man ab Anfang April die ersten Stangen von dem Familienbetrieb genießen kann. Seit 1978 betreibt die Döhrener Familie den Spargelanbau. Acht Hektar groß sei die Fläche für den Spargel aktuell.

Keine Probleme bei Erntehelfern

„Unser Betrieb ist nicht so groß. Deshalb brauchen wir auch nicht so viele Helfer“, antwortet Reiners auf die Frage nach möglichem Personalmangel bei den Erntehelfern aufgrund des Ukraine-Kriegs. „Wir beschäftigen in der Regel immer dieselben Leute und kommen damit gut aus“, sagt sie. Auf anderen Höfen rechnet man aktuellen Berichten zufolge mit Ernteausfällen, da viele Saisonarbeitskräfte in den Vorjahren auch aus der Ukraine kamen.

Auf dem Hof Wichmann in Bramstedt wurden die ersten Stangen am vergangenen Donnerstag gestochen. „Noch ist alles sehr überschaubar“, sagt Geschäftsführer Kristian Wichmann zum Saisonstart. Er rechnet ab Mitte April mit einem größeren Arbeitsaufwand für das beliebte Frühlingsgemüse. Dann kämen auch weitere Erntehelfer auf den Hof, hauptsächlich kirgisischen und usbekischen Ursprungs. „Es ist alles komplizierter geworden“, kommentiert Wichmann die Lage hinsichtlich der Unruhen im Osten Europas sowie der Pandemie. „Man muss immer mit einem Coronafall rechnen“, ist sich der hiesige Landwirt darüber bewusst, dass es zu Problemen mit der Ernte kommen könnte. Denn immerhin wächst der Spargel bei Wichmanns auf einer Fläche von 60 Hektar.

„Wir arbeiten konventionell“, berichtet Kristian Wichmann, der beim Spargelanbau von Heizungen in den Dämmen Abstand nimmt. Das ließe sich mit Blick auf den Klimawandel und zuletzt auch auf die Preise nicht rechtfertigen.

Preise ähnlich wie im Vorjahr

An den Preisen für das Edelgemüse werde sich im Vergleich zum Vorjahr kaum etwas ändern, sind sich Anja Reiners und Kristian Wichmann einig. „Eigentlich müssten wir die Preise anpassen, weil die Lohnkosten steigen“, sagt Wichmann. „Aber wir wollen unsere Kunden nicht vergraueln.“ Innerhalb von zehn Monaten sehen sich die Spargelbetriebe laut der niedersächsischen Landwirtschaftskammer mit einer Mindestlohnsteigerung von 25 Prozent konfrontiert (1. Januar 2021: 9,82 Euro pro Stunde, 1. Juli 2022: 10,45 Euro pro Stunde, 1. Oktober 2022: 12 Euro pro Stunde). Hinzu kommen steigende Energiekosten.

Zum Start rechnet Kristian Wichmann mit rund 16 Euro für das Kilo Spargel. Im weiteren Verlauf regele der Markt die Preise und der Spargel werde je nach Angebot und Nachfrage günstiger, sagt der Bramstedter. Zudem komme es auf die jeweilige Sortierung an, erklärt Anja Reiners die Preiskategorien. Doch egal, ob Bruchspargel, Spargelköpfe, erste oder zweite Wahl: Die Käufer auf den Hofläden und an den Verkaufsbuden dürfen sich ab sofort auf den Spargel freuen – und das heimische Gemüse bis zum sogenannten Johannistag am 24. Juni in ihrem Speiseplan berücksichtigen.

Statistik zur niedersächsischen Spargelernte

Das Landesamt für Statistik Niedersachsen erhebt jährlich nach Abschluss der Spargelsaison die Menge des gestochenen Spargels in Niedersachsen. Demnach hat sich die Ernte in den vergangenen Jahren reduziert, ebenso die Anbaufläche.

2016: 26 465 Tonnen auf 5900 Hektar

2017: 29 962 Tonnen auf 6100 Hektar

2018: 27 468 Tonnen auf 5000 Hektar

2019: 27 500 Tonnen auf 4700 Hektar

2020: 26 600 Tonnen auf 4400 Hektar

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